Italien: Nach Selbstversuch erhöht Pasta-Produzent die Löhne

2. November 2007, 19:12
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Chef wollte als Erziehungsmaßnahme für seine Töchter von normalem Gehalt leben - Nach 20 Tagen pleite - "Da hab ich mich geschämt": Erhöht Löhne um 200 Euro

Rom - Mit einem kuriosen Experiment hat ein Pasta-Produzent aus Mittelitalien für Furore gesorgt: Enzo Rossi wollte einen Monat lang von dem Gehalt leben, das er seinen Arbeitern in der Fabrik "Maccheroncini di Campofilone" in der Nähe von Ascoli Piceno zahlt. Resultat: Obwohl er jeden Euro zwei Mal herumdrehte, war er bereits nach 20 Tagen ohne Geld.

"Wenn man plötzlich kein Geld mehr hat, dann fühlt sich das an, wie 20 Meter unter Wasser zu sein und keinen Sauerstoff mehr zu haben", erklärte der 42-Jährige - und befand, dass es unverantwortlich sei, seinen Angestellten ein solches Leben zuzumuten. Prompt erhöhte der Nudelfabrikant allen 20 Mitarbeitern das Gehalt um 200 Euro.

Erziehungsmaßnahme

Dabei war das Ganze eigentlich als Erziehungsmaßnahme für seine Töchter gedacht: Rossi wollte ihnen zeigen, wie Normalverdiener in Italien leben und wie es sich anfühlt, mit eingeschränkten finanziellen Mitteln auskommen zu müssen. Deshalb wollten seine Frau und er einen Monat lang mit jeweils 1.000 Euro über die Runden kommen. Die Familie kaufte in günstigen Supermärkten ein und erlaubte sich lediglich zwei Besuche in einer preisgünstigen Pizzeria. Aber nach der Bezahlung von Versicherungen und Rechnungen war das Portemonnaie nach 20 Tagen leer.

"Da hab ich mich geschämt"

"Da habe ich mich geschämt: Denn auf das Gesamtjahr berechnet hätten wir 120 Tage lang kein Geld gehabt, und das bedeutet nicht nur arm, sondern völlig verzweifelt zu sein", meinte Rossi. Die freudestrahlenden Angestellten, die ab Anfang kommenden Jahres von der deftigen Lohnerhöhung profitieren, konnten ihr Glück kaum fassen: "Einen besseren Chef gibt es nicht, wenn doch bloß alle so wären wie er", schwärmten sie. Auch Arbeitsminister Cesare Damiano reiste bereits aus Rom an, um Rossi persönlich kennenzulernen - und in der Lokalpresse wird der nette Chef aus Mittelitalien bereits als "Robin Hood" der Pasta-Hersteller gefeiert. (APA)

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