Schicksal der absurden Art

29. Oktober 2007, 19:42
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Das Ende der "Viribus Unitis" - eine groteske Tragödie

Pula/Wien - An der Kapelle des Marinefriedhofes Pola/Pula hängt eine Tafel zum Gedenken an Janko Vukovic de Podkapelski, "der am 1. November 1918 im Hafen von Pola den Heldentod fand". Vukovic war Kommandant der "Viribus Unitis", des Flaggschiffes der k. u. k. Kriegsmarine.

Der Name der "Viribus Unitis" (Mit vereinten Kräften) war der Wahlspruch Kaiser Franz Josephs I. Das Schiff wurde ab 1910 auf Drängen des Flottenkommandanten Graf Rudolf Montecuccoli in zwei Jahren in Triest gebaut. Montecuccoli finanzierte den Bau vor und setzte damit die Regierung unter Druck, was ihn dann sein Amt kostete.

Gemäß dem strategischen Konzept einer Flotte als Abschreckungsmacht vermied die "Viribus Unitis" im Ersten Weltkrieg weitgehend Feindberührungen. Ihr Ende kam, als der Krieg schon vorbei war. Gemäß Übereinkunft musste die gesamte, in Pola stationierte k. u. k. Kriegsflotte, darunter die "Viribus Unitis", am 31. Okober 1918 der Marine des neuen jugoslawischen Staates übergeben werden. Die "Viribus Unitis" wurde in "Jugoslavija" umgetauft, das Kommando übernahm der bisherige k. u. k. Linienschiffskapitän Vukovic.

Doch Italien wollte eine starke jugoslawische Seemacht verhindern. Es behauptete, noch im Krieg zu sein, und schickte am Morgen des 1. November zwei Kampfschwimmer, die das Schiff mit Sprengsätzen versenkten. Mit Vukovic starben mehr als 400 Seeleute. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30. 10. 2007)

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    foto: kirchengast
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