Europas größte Passivhaussiedlung

29. Oktober 2007, 13:46
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Als Teil des Projekts "Eurogate" entstehen auf den Aspanggründen in Wien-Landstraße 740 Wohnungen in Passivhaus-Qualität

Wien – Im 3. Wiener Gemeindebezirk entsteht in den kommenden Jahren Europas größte Passivhaussiedlung. Auf den Aspanggründen werden auf einer Fläche von 3,8 Hektar 740 Wohnungen mit besonders geringem Heizwärmebedarf errichtet. Gebaut wird auf sechs Bauplätzen des insgesamt 20 Hektar großen Stadtentwicklungsgebiets "Eurogate".

Baubeginn ist für Sommer 2008 vorgesehen, erste Wohnungen sollen im Dezember 2010 bezugsfertig sein, sagte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) am Montag bei der Eröffung einer Ausstellung der Projekt-Einreichungen (siehe unten).

Die Gesamtbaukosten betragen 103,2 Mio. Euro, die Stadt Wien unterstützt die Errichtung mit 36,3 Mio. Euro an Wohnbauförderung und 3,8 Mio. Euro an Passivhausförderung.

Im Endausbau sollen auf dem Gesamtareal zwischen Gürtel und Rennweg im Jahr 2016 rund 1,700 Wohnungen stehen.

Masterplan von Norman Foster

Für drei der sechs Bauplätze fand ein Bauträgerwettbewerb statt. Die Sieger wurden nach ökonomischen, ökologischen und architektonischen Standards ausgewählt. Der ursprüngliche Masterplan für das Areal wurde vom bekannten Londoner Architekten Norman Foster verfasst. Danach gab es einen städtebaulichen Wettbewerb für den nördlichen Teil des Areals, den Albert Wimmer für sich entscheiden konnte. Nun ist er auch für einen der sechs Bauplätze verantwortlich.

Ludwig rühmte die Vorzüge der Passivhausbauweise, die bereits bei neun Projekten in Wien erprobt wurde. So verursache eine 80 Quadratmeter große Wohnung nach diesem Standard nur 60 Euro an Energiekosten pro Jahr, während es bei einem Haus nach den Standards der 1970er Jahre noch 550 Euro gewesen seien.

Belastete Geschichte

Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SPÖ) lobte das geplante Schulzentrum und die Freiraumlösungen. Er erinnerte aber auch an die belastete Geschichte des alten Aspangbahnhofs als Ausgangspunkt der Deportation von 42.000 Menschen in die Konzentrationslager während der NS-Herrschaft.

Christoph Chorherr, Gemeinderat der Wiener Grünen, betonte, dass seine Partei allen Beteiligten so lange auf die Nerven gegangen sei, bis tatsächlich die gesamte Siedlung nach Passivhausstandard geplant wurde. "Warum kann das nicht schrittweise zum Regelfall werden?", fragte er. (APA)

Service
Die eingereichten Projekte für die Passivhaussiedlung sind bis kommenden Mittwoch im Studio 44 der Österreichischen Lotterien, 3., Rennweg 44, ausgestellt.
  • Mit dem Projekt "Passivhaus Plus" von Architekt Krischanitz, das den klassischen Passivhaus-Standard sogar noch unterschreitet, konnte sich das Österreichische Siedlungswerk (ÖSW) im Bauträger-Auswahlverfahren um den Bauplatz 2 auf den Aspanggründen durchsetzen. Mit einer Wohnnutzfläche von rund 10.000 m² umfasst das Projekt 110 geförderte Mietwohnungen mit Eigentumsoption. Die Wohnungsgrößen variieren zwischen 60 und 106 m².
    bild: krischanitz

    Mit dem Projekt "Passivhaus Plus" von Architekt Krischanitz, das den klassischen Passivhaus-Standard sogar noch unterschreitet, konnte sich das Österreichische Siedlungswerk (ÖSW) im Bauträger-Auswahlverfahren um den Bauplatz 2 auf den Aspanggründen durchsetzen. Mit einer Wohnnutzfläche von rund 10.000 m² umfasst das Projekt 110 geförderte Mietwohnungen mit Eigentumsoption. Die Wohnungsgrößen variieren zwischen 60 und 106 m².

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