Gesundes Spital, entspannte Wellness-Oase

31. Oktober 2007, 16:13
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Damit andere entspannen, müssen manche hart arbeiten: Gesundheits- management gilt als zukunftsträchtig, FHs und Unis haben Angebote

Ob Krankenhaus, Kurort oder Wellness-Hotel: Gutes Management und Qualitätssicherung sind im Gesundheitswesen zunehmend gefragt. Fachhochschulen und Universitäten reagieren und bieten Lehrgänge in Gesundheitsmanagement an. Neue, spezialisierte Zweige entstehen bereits. Lehrende und Studierende erzählen im Gespräch mit derStandard.at was man lernt, welche Berufschancen Absolventen offen stehen und warum ein direkter Vergleich zwischen Unis und FHs in diesem Bereich kaum möglich ist.

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Derzeit gibt es an sechs Fachhochschulen Angebote, sowohl für Vollzeitstudierende, als auch berufsbegleitend. "FH-Lehrgänge haben unterschiedliche Schwerpunkte. Aber vor allem richten sie sich an Studienanfänger", informiert Reiner Buchegger, Wissenschaftlicher Leiter des Lehrgangs Public Health und Hospital Management an der Johannes Kepler University in Linz. "Unsere Studierenden haben hingegen bereits einen akademischen Abschluss und Berufserfahrung. Es ist also ein anderes Paar Schuhe", so Buchegger weiter.

Gute Berufsaussichten

In den vergangenen Jahren war der Gesundheitssektor rasanten Veränderungen ausgesetzt: Zum einen steigt das Durchschnittsalter, zum anderen lassen sich die Menschen Gesundheit und Entspannung mehr kosten. Wellness-Hotels und Thermen boomen. Die Bereiche, in denen Gesundheitsmanager tätig sind, umfassen außerdem praktisch alle Einrichtungen des Gesundheitswesens, aber auch Bund, Länder und Gemeinden, pharmazeutische Industrie und Beratungsunternehmen.

"Auf Bedürfnisse der Wirtschaft eingegangen"

Die FH Joanneum hat sich spezialisiert und wird mit dem Masterstudium "Gesundheitsmanagement im Tourismus" im Herbst 2008 starten. Die Ausbildung vermittelt in vier Semestern sowohl Grundkenntnisse der Gesundheitswissenschaften, als auch der Tourismus- und Freizeitwirtschaft. "Der Lehrgang wurde gegründet, um den Bedürfnissen der Wirtschaft zu entsprechen, gerade was zum Beispiel den Bereich Wellness betrifft", informiert James Miller, der an der FH Joanneum lehrt.

Da die Kombination weltweit das erste Mal an der FH angeboten wurde, ist der Ansturm groß. Seit 2001 gibt es die Richtung als Diplomstudiengang, seit 2005 als Bakkalaureat. "Für das Bakkalaureats-Studium gibt es jährlich zwischen 200 und 300 Bewerber, aber nur 40 Plätze. Es wird nicht einfach, ins neu verpackte Masterstudium reinzukommen", meint Miller. Die Absolventen arbeiten oft als Gesundheitsförderer in einem Betrieb, oder spezialisieren sich im Bereich Tourismus auf Thermen, Kurorte und Wellness-Hotels.

Qualitätssicherung im Gesundheitsbereich

Einen theoretischeren Zugang bietet das Zentrum für Management und Qualität im Gesundheitswesen an der Donau-Universität Krems. "1999 starteten die ersten Lehrgänge für Gesundheitsmanagement. Die Lehrpläne wurden kontinuierlich der Praxis angepasst", meint Andrea Gruber, Fachbereichsleitung Gesundheitsmanagement. Heute ist das Zentrum der größte Anbieter im Bereich universitärer Weiterbildung im Gesundheitsbereich.

Markus Pedevilla hat den Studiengang bereits erfolgreich absolviert und ist am LKH-Universitätsklinikum Graz als Leiter der Abteilung Organisationsentwicklung und Qualitätsmanagement tätig. "Die Vorteile einer universitären Ausbildung sind aus meiner Sicht, dass sie eine Weiterbildung für Menschen ist, die bereits mehrere Jahre berufstätig sind." Seine Studienkollegen kamen aus unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitssektors, dadurch ergab sich im Laufe des Studiums die Möglichkeit "unterschiedliche Sichtweisen kennenzulernen und sich zu vernetzen". (jus/ derStandard.at, 29.10.2007)

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    Qualität und Organisation sind grundlegend für ein gutes Krankenhaus.

  • Gesundheitsmanager stellen jedoch nicht nur den Betrieb in Spitälern sicher, sondern arbeiten oft in Kurorten oder Thermen.
    foto: der standard/ christian fischer

    Gesundheitsmanager stellen jedoch nicht nur den Betrieb in Spitälern sicher, sondern arbeiten oft in Kurorten oder Thermen.

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    Der Wellness-Markt erfreut sich großer Beliebtheit und wächst ständig: Das erfordert gutes Management.

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