Yesss!-Chef gibt reinen Internet-Telefonieanbietern keine Chance

26. Oktober 2007, 10:50
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VoIP-Nutzung im Privatbereich noch sehr gering - große Preisvorteile bei Ferngesprächen

Die Technologie Voice over Internet-Protocol (VoIP) wird sich durchsetzen, der reine Internet-Telefonieanbieter aber nicht - zu diesem Schluss kommt Yesss!-Geschäftsführer Josef Mayer. Obwohl der Billig-Mobilfunkanbieter Internet-Telefonie selbst als Zusatzdienst anbietet, erklärte Mayer: "Für die Zukunft der reinen VoIP-Diensteanbieter sehe ich schwarz." Dies bestätige auch die aktuelle Entwicklung bei Skype, so der Yesss!-Chef in einem Gespräch mit der APA.

Geld

"Gratis Telefonieren bringt viele Kunden, aber kein Geld", so Mayer, weshalb Unternehmen wie Skype beispielsweise mit ihrer derzeitigen Strategie nicht überleben könnten. Vielen werde dann klar werden, dass "Skype ein Hype war". Es gebe zwei Möglichkeiten für solche Anbieter: "Entweder sie verbessern ihren Service und "entwickeln sich Richtung normale Betreiber oder sie verschwinden wieder vom Markt". Die Preise am VoIP-Markt seien in den vergangenen Jahren stark gesunken, so dass es kein Budget für technische Verbesserungen gebe. Mayer sieht nach eigenen Angaben Yesss! als einen der größten Internettelefonie-Anbieter am österreichischen Markt.

Abwarten

Wie auch Mayer von Yesss! ist auch Peter Lauppert, Geschäftsführer des österreichischen Internet-Telefonieanbieters fairytel, der Meinung, dass Softphones - so nennt man Telefonieren mit Software und Headset in der Fachsprache - nicht vorrangig genutzt würden. "Natürlich kann man auch mit fairytel über den Computer telefonieren, doch das tun nur ca. 15 Prozent unserer Kunden. Der überwiegende Teil nutzt den Telefonapparat", so Lauppert zur APA.

Nutzung

"Die Nutzung von VoIP im Privatbereich ist noch sehr gering, was zeigt, dass VoIP noch etwas für den telekom-affinen Freaks ist", so Mayer. Dies ergab auch eine aktuelle Auswertung der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR). Ende des 1. Quartals 2007 gab es knapp 30.000 Personen, welche für sich eine ortsunabhängige Festnetznummer (0720 oder 0780) für Telefondienste im Festnetz oder Internet beanspruchen. Diese Nummern werden vor allem von VoIP-Nutzern beantragt.

Tarife

"Der wesentliche Hindernisgrund für eine höhere Verbreitung sind die leider nach wie vor teilweise stark überhöhten Tarife zu 780er Nummern", beklagt Robert Schischka, Geschäftsführer von Enum - eine hundertprozentige Tochter der gemeinnützigen Internet Privatstiftung Austria (IPA), die auch die Registrierstelle für österreichische Internet-Adressen - nic.at - betreibt.

ENUM

Die ENUM (Electronic Number Mapping)-Datenbank ermöglicht, dass man Telefone, die nicht ans herkömmlichen Telefonnetz sondern ans Internet angeschlossen sind, dennoch über eine konventionelle Telefonnummer mit der Vorwahl 0780 erreicht werden können. Was die Erreichbarkeit dieser Nummern betrifft, so "sollte diese europaweit mittlerweile kein Problem sein. Aufgrund der dynamischen Natur des Telefonroutings ist eine hundertprozentige Aussage leider schwierig und es kann durchaus zu unterschiedlichen Ergebnissen je nach Netzbetreiber kommen", so Schischka. (APA)

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