Umweltbonus für Hybridautos

Redaktion, 25. Oktober 2007, 22:32

Das CO2-abhängige Bonus-Malus-System auf dem Prüfstand

Die Berechnung eines Autopreises ist durch die Normverbrauchsabgabe heute schon nicht ganz einfach. Dem wird jetzt noch eines draufgesetzt: ein Bonus-Malus-System, abhängig vom CO2-Ausstoß ab Frühjahr 2008 (der Standard berichtete).

Dabei sollen Autokäufe bei einem Ausstoß von unter 120 g/km mit 300 Euro belohnt, solche über 160 g/km mit 25 Euro pro Gramm und Kilometer bestraft werden. Diese Regelung ist kompliziert, aber der Vermehrung klimafreundlicher Modelle auf unserer Straße dienlich.

Bedenklich

Es gibt aber eine bedenkliche Facette: Käufer klimafreundlicher Antriebskonzepte sollen grundsätzlich einen Bonus von 500 Euro einstreifen. Dazu zählen Autos mit Super-Ethanol-Antrieb, Erdgas, Flüssiggas, Wasserstoff. Aber auch Hybridfahrzeuge sollen dazugehören. Dieser Extrabonus für bestimmte Antriebstechnologien erscheint absurd. Erdgas und Flüssiggas sind genauso fossilen Ursprungs wie Benzin und Diesel.

Selbst beim Agro-Treibstoff Super-Ethanol E 85 (85 Prozent Ethanol, 15 Prozent Diesel) ist die CO2-Bilanz nicht unbedingt besser. Und die Sonderbehandlung der Hybridautos sieht aus wie Wirtschaftshilfe für japanische Hersteller. Bis jetzt haben nämlich nur Honda und Toyota mit Lexus Hybridautos anzubieten.

Hybrid nicht immer sparsam

Nicht immer heißt Hybrid auch wirklich sparsam. Gerade jene Fahrzeugklasse, in der der komplizierte Hybridantrieb am meisten bringt, ist vom Konzept her am wenigsten geeignet, die Umweltsituation nachhaltig zu verbessern, nämlich Riesenlimousinen und Sports Utility Vehicles, die samt Hybridantrieb um die 200 g/km und darüber liegen.

Grundsätzlich ist es bedenklich, Technologien vorzuschreiben. Wichtig sollte doch nur sein, was beim Auspuff tatsächlich rauskommt. (rs, 25.10.2007)

Leserfragen an:

Rudolf Skarics

  • Gefährliche Elektroautos [136]

    Elektrische Spannungen und Ströme, aber auch die Elektromotoren selber bergen hohe Risiken

  • Konflikt Fahrrad versus Auto [268]

    Die Trennung von Rad- und Autoverkehr funktioniert nicht wirklich. Radwege mögen das richtige Symbol sein, aber nicht immer die richtige Lösung

  • Vom autonomen Autofahren [42]

    Autofahren ist vor allem in Ballungsräumen nicht mehr lustig und um das erste verdiente Geld auszugeben gibt es genügend Alternativen zum Auto

  • Start-Stopp: Es gibt längst Besseres [86]

    Die Zukunft gehört Systemen mit Starter-Generator, der unauffällig zwischen Stillstand, Elektro- und Verbrennungsmotorbetrieb wechselt

  • Verkehr in Megacitys [3]

    Die Autoindustrie liefert Konzepte für den Autoverkehr in künftigen Megacitys und denkt über besonders kleine und smarte Fahrzeuge nach

  • Zugfahren als Schnäppchenjagd [185]

    Die Bahn hält Neukunden konsequent fern. Alternativen sind die neue Westbahn - oder der private PKW

  • Radfahren: Fit, aber tot? [256]

    Je mehr Radfahrer sich auf den Straßen tummeln, umso mehr Unfälle gibt es auch

  • Autosalon als Spiegelbild [3]

    Die heurige Automobilausstellung in Frankfurt kehrt auf den ersten Blick wieder ziemlich auf den Boden der Tatsachen zurück

  • Das Auto braucht Straßen [86]

    Das Auto braucht eine Infrastruktur, nämlich Straßen, und die schenken uns die Autohersteller nicht dazu

  • Autofahren mit Biogas [39]

    Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

  • Pendlerpauschale ade? [379]

    Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler

  • Mit den Waffen der Gegner [99]

    Gijs Mom macht sich schon lange Gedanken, warum der Elektromotor vor 100 Jahren den Wettlauf mit dem Verbrennungsmotor verlor

  • Abgas-Erregungsakrobatik [19]

    Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle

  • Feinstaubalarm beim Ottomotor [81]

    Die Regelung Euro 5 sieht eine Begrenzung der Partikelmasse vor. Aber nur mit der Partikelmenge lässt sich der Feinstaubanteil erfassen

  • Feindbild Automobil (III) [20]

    Die Existenz zu vieler Autos wird zwar beklagt, als Jobmoter sind Autofabriken aber nach wie vor gerne gesehen

  • Feindbild Automobil (II) [103]

    Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

  • Feindbild Automobil (I) [71]

    Das Auto hatte es Anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen

  • Porsche-Preis fürs Lichtsparen [21]

    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

  • Gummi braucht Straße

    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

    Mercedes senkt mit Akribie den CO2-Ausstoß seiner E-Klasse, jedenfalls auf dem Papier

  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

El_Carlos
 
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26.10.2007, 12:21

Wo bleibt bei diesem Artikel die Objektivität? Das ist doch nur die persönliche Meinung des Autors.
Ausserdem: Die Tokyo-Motorshow hat begonnen und im Standard wird kein Wort drüber verloren.

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