Das CO2-abhängige Bonus-Malus-System auf dem Prüfstand
Die Berechnung eines Autopreises ist durch die Normverbrauchsabgabe heute schon nicht ganz einfach. Dem wird jetzt noch eines draufgesetzt: ein Bonus-Malus-System, abhängig vom CO2-Ausstoß ab Frühjahr 2008 (der Standard berichtete).
Dabei sollen Autokäufe bei einem Ausstoß von unter 120 g/km mit 300 Euro belohnt, solche über 160 g/km mit 25 Euro pro Gramm und Kilometer bestraft werden. Diese Regelung ist kompliziert, aber der Vermehrung klimafreundlicher Modelle auf unserer Straße dienlich.
Bedenklich
Es gibt aber eine bedenkliche Facette: Käufer klimafreundlicher Antriebskonzepte sollen grundsätzlich einen Bonus von 500 Euro einstreifen. Dazu zählen Autos mit Super-Ethanol-Antrieb, Erdgas, Flüssiggas, Wasserstoff. Aber auch Hybridfahrzeuge sollen dazugehören. Dieser Extrabonus für bestimmte Antriebstechnologien erscheint absurd. Erdgas und Flüssiggas sind genauso fossilen Ursprungs wie Benzin und Diesel.
Selbst beim Agro-Treibstoff Super-Ethanol E 85 (85 Prozent Ethanol, 15 Prozent Diesel) ist die CO2-Bilanz nicht unbedingt besser. Und die Sonderbehandlung der Hybridautos sieht aus wie Wirtschaftshilfe für japanische Hersteller. Bis jetzt haben nämlich nur Honda und Toyota mit Lexus Hybridautos anzubieten.
Hybrid nicht immer sparsam
Nicht immer heißt Hybrid auch wirklich sparsam. Gerade jene Fahrzeugklasse, in der der komplizierte Hybridantrieb am meisten bringt, ist vom Konzept her am wenigsten geeignet, die Umweltsituation nachhaltig zu verbessern, nämlich Riesenlimousinen und Sports Utility Vehicles, die samt Hybridantrieb um die 200 g/km und darüber liegen.
Grundsätzlich ist es bedenklich, Technologien vorzuschreiben. Wichtig sollte doch nur sein, was beim Auspuff tatsächlich rauskommt. (rs, 25.10.2007)