Alter Text führt Archäologen zu sensationellem Fund

von Redaktion  |  19. November 2007, 12:58
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Innsbruck - Eine lateinische Schrift aus dem Jahr 1746 hat sie aufmerksam gemacht, daraufhin sahen die Archäologen nach, was an dem Text von Anton Roschmann, dem "Vater der Archäologie in Tirol", dran sein könnte. Und tatsächlich: An einem in Vergessenheit geratenen Platz in Nußdorf-Debant bei Lienz, von dem die Dokumente als Fundort römischer Überreste berichten, entdeckten die Wissenschafter der Universität Innsbruck eine 1.800 Jahre alte Prunkvilla mit den vermutlich größten Mosaikfußböden Tirols.

Im Bild: Zeichnung aus Roschmanns Werk "Reliquiae aedificii Romani ad oppidum Tyrolense Lienz detectae, vulgo das Zwergen-Gebäu" ("Die Überreste eines römischen Gebäudes, das in der Nähe von Lienz entdeckt wurde und im Volksmund das Zwergerlgebäude heißt")

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Christoph Karl Steininger 
26.10.2007 17:29
Man sieht hier gut wie Mythen entstehen.

Zwerge, Kobolde, Gnome, Elfen. Das Personal von vielen Filmen und Rollenspielen ist keine uralte Mythe sonderen sie entstehen auf vielfältige Weise sogar noch in moderner Zeit.
Das Wort Zwerg selbst bedeutet "gebeugt" und kommt von skandinavischen Sitz- oder Hockergrablegungen. Aus dem altnordischen Duerg (mz. Duergar) hat sich das englische Dwarf (mz. Dwarrow) und das deutsche Zwerg gebildet.

GOTTlos
19.06.2008 14:46

bei den mini-m² kein wunder ;-)

Kendall Von Tharn
06.12.2007 15:52

kommt zwerg nicht vom germ. dwerga? althochdeutsch wurde twerc daraus.

Christoph Karl Steininger 
07.12.2007 08:46
seit der Lautverschiebung

erst hat sich das U vom W getrennt.
Ein gutes Beispiel ist die oberösterreichische Stadt Wels die in Urkunden aus dem Mittelalter noch
"Ueles" geschrieben wurde und späterhin als "Weles".

WDPP
26.10.2007 10:56

Gerade die Gegend des Lienzer Beckens war für die Römer in Südnoricum sehr wichtig. Dort befand sich die Römerstadt Aguntum. Unter Kaiser Claudius wurde die Stadt das erste mal erwähnt. Es gab hier aber sicher schon vorher eine Siedlung.
Im 1-2 Jahrhundert, als das Römische Reich gerade seine Blütezeit erlebt erlebte auch Aguntum seine Blüte. Dann wurde die lage jedoch schwieriger, die Stadt wurde mehrfach zerstört. Dennoch gelang es der Stadt eine erneute Blütezeit zu erleben. Im Jahr 610 fiel die Stadt dann einem Kampf zwischen Bajuwarischen und Slawischen Stämmen zum Opfer. Die Bevölkerung zog sich aus der Stadt zurück.

Den Archiologiepark in Aguntum zu besuchen ist sehr empfehlenswert.

WDPP
27.10.2007 11:29

Übrigens auch in Kärnten gab es etliche sehr wichtige Römerstädte. Vor allem Virunum und Teurnia. Virunum war lange Zeit die Hauptstadt der Provinz, was aber viele nicht wissen. Hab früher selbst immer geglaubt es wäre Vindobona oder Carnuntum gewesen. Carnuntum lag aber in einer anderen Provinz (war aber die größte römische Stadt auf österreichischen Boden).
Teurnia (heute bei St. Peter im Holz) war vor allem in der Spätantike von Bedeutung.

grgr grn
26.10.2007 01:05
Die Gefährdung dieses Kulturdenkmals beginnt mit seiner Freilegung.

Bis jetzt war es ja mit einer Schutzschicht bedeckt.

petra 0815
26.10.2007 20:25

Also ich fass es nicht: "Die Gefährdung dieses Kulturdenkmals beginnt mit seiner Freilegung." A so ein Schwachsinn. Was ist ein Kulturdenkmal für die Nachfolgegenerationen wert, wenn keiner davon weiß? Hier geht's nicht um Störung der "Totenruhe", sondern um ERKENNTNIS. Und das ist einer der Teile des Menschseins, dass ihn vom Affen unterscheidet.

martial
26.10.2007 21:34

Technisch hat er recht - sobald eine Ruine freigelegt ist, insbesondere mit Mosaiken und Wandmalerei, ist sie sehr viel stärker dem Verfall ausgesetzt als unter der Erde. Eine Mauer und Mosaike mögen recht stabil aussehn, aber ein paar Jährchen Regen und Frost und davon ist nicht mehr viel zu sehen. Die Konservierung solcher Funde ist eine nicht ganz billige Angelegenheit, deswegen kommt es auch durchaus vor, dass freigelegte Mauerreste wieder zugeschüttet werden.

devianz
26.10.2007 01:45

ich denk nicht unbedingt, schlieslich können mosaike aus stein, glas, erz, blei oder gebeinen, keramik, terrakotta bestehen, es gibt also unterschiedliche haltbarkeiten.

b_UT
25.10.2007 19:51
Fußbodenheizung

Eine Fußbodenheizung hätte man sich im 18 Jhdt in Ö wohl nicht mal im Traum vorstellen könnnen.

Alberto Vivace
25.10.2007 22:42
Fortschrittlich? zum Glück stehen unsere Wälder noch.

Der kroatische Küstenwald hat die römischen Rodungen nicht überlebt.

Hols der Geier, die Wally
27.10.2007 14:38
Die Römer haben nicht nur das ausgeklügelte Heizen erfunden

sondern auch das gezielte Aufforsten (siehe die ausgedehnten Pinetas an Italiens Küsten).

Busson 
26.10.2007 11:16

Der dalmatinische Küstenstreifen samt Wäldern hat sich nach römischer Zeit so weit wieder regeneriert, daß die Venezianer noch einmal alles abholzten. Für ihre Flotte.

So gesehen sind die römischen Rodungen in Dalmatien nicht in erster Reihe schuld, wohl aber die römischen Rodungen in Sizilien und Hispanien, Nordafrika inbegriffen.

Fritz Wunderlich 
26.10.2007 15:43

Sic.

WDPP
26.10.2007 10:38

Römische Rodung? Natürlich haben die Römer auch etliches an der Umwelt zerstört. Das war jedoch immer so wenns dem Mensch gut gegangen ist.

Andererseits: So zerstört wie wir jetzt hat bestimmt früher keine Kultur die Umwelt.

Christoph Karl Steininger 
26.10.2007 17:32
Na dann schauen sie mal nach Zypern,

die Insel ist fast ganz umgegraben. Ägypter, Griechen, Römer haben dort die Umwelt zerstört um Kupfer abzubauen. Der Inselname selbst kommt von dem alten Wort für Kupfer.

WDPP
27.10.2007 11:30

Interessante Info.

Werner Hammerl
25.10.2007 23:16

Wenn damals schon der Pullover erfunden gewesen wäre, könnten die Küstenwälder in Kroatien noch stehen. Aber bei den dünnen Tunikas musste man im Winter ja ordentlich einheizen.

WDPP
26.10.2007 10:39

Nein, den Wald hätte man heute wohl längst zerstört. In den letzten 2 Jahrhunderten, hat man die Umwelt sicherlich mehr Zerstört als die Römer es je getan hatten.

Daddy1951 
26.10.2007 10:02

Das Holz hat wohl eher für die Verhüttung von Erzen, Keramikbrennöfen und den Bau + Schiffsbau herhalten müssen.

rudolf schladming   
25.10.2007 21:02

was aber auch auf 90% der römer zutrifft.

Achaier 
25.10.2007 22:22

Sie wollen also tatsächlich behaupten, die Menschen im antiken Rom waren genau so fortgeschritten wie die Österreicher im 18 Jhdt.

Hat es im 18Jhdt. auch Gartisbäder und Viadukte für die Bevölkerung gegeben?

Christoph Karl Steininger 
27.10.2007 14:25
Die Gratisbäder, Aquaedukte Straßen et&

waren als Geschenke an die stadtrömische Bevölkerung gedacht, denn sie allein war Wahlberechtigt. Ein reicher Patrizier der den Cursus honorem, die Ämterlaufbahn, durchlaufen wollte war auf die Wählergunst angewiesen. Um sich einen Namen zu machen wurden Bauprojekte, Spiele usw verantstaltet. Viele der gigantischen Bauvorhaben wurden auch durchgezogen damit der Erbauer seinen Namen unsterblich machen konnte, zb die Via Appia eine mehrere Hundert Kilometer lange Straße.
Julius Caesar zb nahm das anstrengende Amt eines Pontifex Maximus an und war seltsamen Kultregeln unterworfen und durfte die Stadt nicht verlassen. Aber jeder sprach über ihn.

Pelimbertus
03.12.2007 13:44

Sorry: cursus honorUm (im Lateinischen ist der Akkusativ den Genitiv sein Tod 8-)

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