Gratismagazin: Die Multikulti-Alternative

16. Jänner 2008, 16:29
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"biber" wird ab Anfang 2008 regelmäßig sechs Mal jährlich erscheinen und an U-Bahnstationen, in Restaurants und Szenelokalen aufliegen

Wien - "biber" steht im Serbokroatischen und Türkischen für "Paprika, Pfeffer": Eine würzige Alternative zu den Boulevard-Gratismedien will nun das "erste transkulturelle Magazin" "biber" schaffen. Ab 2008 soll das Heft sechs Mal im Jahr kostenlos erscheinen.

"Ohne Integrationskeule"

Das Magazin wolle "direkt aus der multiethnischen Community heraus berichten", so die InitiatorInnen. Mit einer Auflage von 50.000 Stück wolle man "jene spannenden und scharfen Facetten Wiens" zeigen, die bisher in keiner deutschsprachigen Zeitschrift zu sehen gewesen seien - und das ohne "moralische Integrationskeule".

"biber" entsteht unter der Federführung von Chefredakteur und "Kurier"-Journalist Simon Kravagna und "biber"-Chefin vom Dienst Ivana Cucujkic und richtet sich an WienerInnen mit Migrationshintergrund sowie an alle, die sich für interkulturelle Infos "aus erster Hand" interessieren. Die Redaktion setzt sich aus Medienprofis und Laien mit ex-jugoslawischen, türkischen, brasilianischen, bulgarischen, burgenländischen Wiener und Kärntner Wurzeln zusammen.

"Sprachrohr für unsere Community"

Das Magazin, das jeweils um den 1. des Monats an U-Bahn-Stationen kostenlos verteilt wird und in Restaurants, Imbissbuden und Szenelokalen ausliegen soll, will "ein Sprachrohr für unsere Community" sein, sagte Redakteurin Eser Akbaba der APA.

Man wolle "weg von der Opferrolle" der Migranten und vielmehr das Lebensgefühl einer neuen Wiener Generation transportieren. Laut Umfrage stoßen sich viele Wiener mit Migrationshintergrund vor allem an der negativen Berichterstattung über Ausländer, einer überproportionalen Darstellung von Kriminalität und zu wenig positiven Beiträgen - etwa über kulturelle Leistungen.

"Uns reicht es"

"Uns reicht es, immer die zu sein, die angeblich nur Probleme machen", so Akbaba. "biber" will die Szene der Migranten zweiter und dritter Generation durchaus kritisch aber ohne Vorurteile beleuchten, "brennende Probleme" nicht ausblenden aber auch nicht die moralische Integrationskeule schwingen, hieß es.

Wie eine von "biber" in Auftrag gegebene Studie des Meinungsforschers Peter Hajek ergab, empfinden 67 Prozent der jungen WienerInnen mit Migrationshintergrund die mediale Berichterstattung über MigrantInnen als unzureichend. (APA, red)

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biber
  • "biber" - das scharfe Gratismagazin
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