Microsoft bringt Telefonie, Emails und
Instant-Messaging unter einen Hut

2. Jänner 2008, 10:18
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Bis zu 30 Prozent Kosteneinsparung - Interoperabilität mit anderen Systemen gewährleistet

Ein Jahr nach der Ankündigung, in den Bereich "Unified Communications" (UC) einsteigen zu wollen, hat der US-Softwarekonzern Microsoft nun seine neuen Lösungen, mit denen unterschiedliche Kommunikationskanäle (Daten, Sprache und Video) zusammengeführt werden können, in Wien vorgestellt. War dieser Bereich in der Vergangenheit stark hardware-orientiert, so "liegt das Hirn nun in der Software", hielt Microsoft-Österreich-Unternehmenssprecher Thomas Lutz bei einem Pressegespräch fest.

Flut an Nachrichten

Heutzutage bekomme ein Mitarbeiter pro Tag rund 100 Nachrichten auf sieben verschiedenen Informationskanälen, zusätzlich verfüge die Kommunikationsumgebung über eine Vielzahl an Applikationen, meinte Eron Kelly, Director Unified Communication Enterprise Services. Er verwies in diesem Zusammenhang auf eine Forrester-Studie, wonach Unternehmen durch UC sowohl die Produktivität steigern als auch die Kosten - um bis zu 30 Prozent - senken könnten. Die Untersuchung unter Microsoft-Kunden kommt außerdem zu dem Schluss, dass beim Einsatz des "Office Communications Server" innerhalb von drei Jahren ein Return on Investment (ROI) von mehr als 500 Prozent erzielt werden kann.

Vorteil

Der für den westeuropäischen Markt (14 Länder) zuständige Leiter für den UC-Bereich, Lukas Keller, sieht in der Integration in die bestehende Infrastruktur den Hauptvorteil der Microsoft-Produkte. Die Firmen aus dem Hardware-Sektor hätten in letzter Zeit ihre Aktivitäten auf diesem Gebiet verstärkt, "wir schützen deren Investments mit software-basierten Ansätzen", so Keller. Neben der globalen Allianz mit Nortel gebe es Kooperationen mit arrivierten Herstellern wie Ericsson oder Hewlett Packard (HP). Darüber hinaus habe Microsoft auch Brücken zum Wettbewerb gebaut, erklärte Lutz. So sei die Interoperabilität mit Produkten von Cisco, Avaya und Co. gegeben.

Zukunftsmarkt

Voice over IP (VoIP) ist für Keller mehr als nur ein Hoffnungsmarkt: Einer Analyse von IDC zufolge soll der Markt für IP-Applikationen bis 2011 in Richtung 2,2 Mrd. Dollar (1,54 Mrd. Euro) ansteigen - versehen mit jährlichen Wachstumsraten von 60 Prozent. Um dies gewährleisten, setzt Microsoft auf ein eigenes Voice-Partnerprogramm mit 16 Partnern in Westeuropa, darunter Nextira One und Kapsch aus Österreich. Was den gesamten UC-Markt betrifft, so rechnet Keller für das Fiskaljahr 2008 mit einem Wachstum beim Betriebseinkommen von mehr als 20 Prozent. Zum Vergleich: Rund fünf Prozent soll der Zuwachs bei der Standardsoftware betragen.

Mobil

"Unified Communications" setzt laut einer Aussendung auf die Integration von klassischen Kommunikationslösungen wie Telefon und Handy in moderne IT-Systeme. Microsoft bietet dazu die Produkte "Office Communications Server 2007" (VoIP, Video, Instant Messaging sowie Konferenz- und Präsenzfunktionen), "Office Communicator 2007" (Telefon, Instant Messaging und Video-Kommunikation über PC, Mobiltelefone und Web-Browser) und "Office Live Meeting" (Adhoc-Meetings mit zusätzlichen Video-Funktionen) an. Insgesamt 50 Partner wollen demzufolge auf der UC-Plattform von Microsoft aufbauen: In Österreich sind dies etwa ACP, Audiocodes, Dialogic, Ericsson, GN Jabra, HP, Kapsch BusinessCom, mii, Mobilkom, Nextira, Nortel, S&T und Telekom Austria.(apa)

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