Technisches Museum: Staatshaftung für teures Blech

25. Jänner 2008, 14:52
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Die bisher teuerste Ausstellung bietet Außergewöhnliches aus der Welt der heißen Schlitten - Multimedialer Besucher-Guide in Gebärdensprache

"Das ist die teuerste Ausstellung, die wir je gemacht haben. Wir mussten zum ersten Mal die Staatshaftung anfordern", sagt die Direktorin des Technischen Museums Wien, Gabriele Zuna-Kratky, über die am Mittwoch in ihrem Haus eröffnete Ausstellung "Chromjuwelen".

Versicherungssummen für die 36 Exponate wären "fiktiv", denn "sollte etwas passieren, wäre Unwiederbringliches weg". Dem Museum ist, sind Experten einig, etwas europaweit Einzigartiges gelungen, nämlich Automobile verschiedener Marken aus Museen und von Privaten zusammenzuführen, die, jedes für sich, einzigartige Geschichten erzählen können: Vom ersten alltagstauglichen Sportwagen der Welt (Austro Daimler, 1910) über den schnellsten Dienstwagen seiner Zeit (Mercedes-Benz 300 SLR Uhlenhaut-Coupé, 1957, ganz rechts im Bild) bis zum 65er-Cadillac-Fleetwood-Leichenwagen von Marlene Dietrich.

Gehörlosen-Guide

Das Museum hat für die Besucher seiner Auto-Sonderausstellung "Chromjuwelen" einen Multimedia-Guide zusammengestellt, der zum ersten Mal auch in Gebärdensprache durch die Schau führt. Im Zuge der Erstellung, an der Gebärdendolmetscher und Betroffene mitwirkten, wurde auch das Lexikon der Gebärdensprache um technische Begriffe erweitert, wie das Museum in einer Aussenung mitteilte.

Der Guide biete jedoch nicht nur die akustische Wiedergabe der Ausstellungstexte, sondern mehrsprachige vertiefende Informationen zu den Fahrzeugen und zur gesellschaftlichen Bedeutung des Automobils. Technische Details der einzelnen Wägen werden Geschichten zu den Besitzern und Interviews mit ihnen gegenübergestellt. Die Ausstellung läuft bis 2. März. (red, DER STANDARD Printausgabe, 24.10.2007)

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