Gehaltsverhandlungen beginnen mit Kritik an Ministerin Bures

24. Oktober 2007, 16:43
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Pflichtschullehrer: Bures will "Zwei-Klassen-Arbeitnehmerschaft" installieren - mit Infografik

Wien - Die Beamten haben am Mittwochnachmittag ihre Gehaltsverhandlungen für 2008 aufgenommen. Erstmals sitzt dabei der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) mit Fritz Neugebauer an der Spitze Ministerin Doris Bures als Verhandlungspartnerin gegenüber. Vor Beginn der Gespräche betonte Bures, dass sie sich in dieser Rolle sehr wohl fühle. Für die ÖVP sitzt Sportsstaatssekretär Reinhold Lopatka am Verhandlungstisch.

Beamten-Unmut

Beamtenministerin Doris Bures hatte sich mit ihren Aussagen vor der ersten Runde der Gehaltsverhandlungen den Unmut von Gewerkschaftern zugezogen. Bures hatte vor übertriebenen Erwartungen gewarnt und darauf verwiesen, dass es im Unterschied zur Privatwirtschaft beim Öffentlichen Dienst "nicht um die Verteilung von Gewinnen, sondern um Gelder der Steuerzahler" gehe.

Die Pflichtschlullehrer-Gewerkschaft wandte sich in einem Brief an Bures entschieden gegen diese Darstellung. Bures sei damit "auf dem besten Weg", eine neue "Zwei-Klassen-Arbeitnehmerschaft" zu installieren. Dieser Logik zur Folge würden die öffentlich Bediensteten jährlich ein bis zwei Prozent im Vergleich zu den Arbeitnehmern in der Privatwirtschaft verlieren. "Das Aktiveinkommen der Pflichtschullehrer würde daher schon nach zehn Jahren nicht nur um 10 bis 20 Prozent gegenüber vergleichbaren Gehältern in der Privatwirtschaft zurückfallen, sondern im Wissen um die Zinseszinsrechnung um einen noch höheren Prozentsatz", heißt es in dem Schreiben.

"Zahlreiche Sparpakete"

"Nach zahlreichen Sparpaketen und Reduktion der Zahl der MitarbeiterInnen kann die Einführung einer ungleichen und damit ungerechten Bezahlung nicht zu den Ihnen als verantwortliche Ressortministerin übertragenen Aufgaben gehören. Dies auch im Bewusstsein, damit nicht nur dem öffentlichen Dienst sondern langfristig gesehen auch der österreichischen Wirtschaft zu schaden", schreiben die Pflichtschullehrer-Gewerkschafter.

Auch die Unabhängigen Gewerkschafter in der GÖD weisen die Aussage von Bures zurück. Sie verwiesen in einer Aussendung darauf, dass Lohn- und Mehrwertsteuer zahlenden öffentlich Bediensteten mit ihrer Arbeit wesentlich zum Wirtschaftswachstum beitragen. Die Unabhängigen Gewerkschafter fordern eine Gehaltserhöhung um zehn Prozent, mindestens aber um 200 Euro. (APA)

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  • Doris Bures verhandelt auf SP-Seite, für die ÖVP sitzt Sportsstaatssekretär
Reinhold Lopatka am Verhandlungstisch. Neugebauer sitzt ebenfalls am Verhandlungstisch.

    Doris Bures verhandelt auf SP-Seite, für die ÖVP sitzt Sportsstaatssekretär Reinhold Lopatka am Verhandlungstisch. Neugebauer sitzt ebenfalls am Verhandlungstisch.

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