Frühe Paulmauerblümchen

    26. Oktober 2007, 17:00
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    Noch vor den Flocken: Die Schneerosen in Niederösterreichs Voralpen sorgen schon im Herbst für Vorfreude auf den kommenden Frühling

    Über manchen Wanderrouten der niederösterreichischen Voralpen schwebt bereits im Spätherbst der Frühling, denn die Schneerosen beginnen schon vor Einbruch des Winters zu blühen und geben einen Vorgeschmack auf den kommenden Lenz. So hat etwa eine Tour auf die Paulmauer bei St. Aegyd am Neuwalde um diese Jahreszeit durch die vielen weißen Blumen einen besonderen Reiz, und man freut sich schon auf die Zeit, wenn der Schnee wieder dem frischen Grün Platz macht.

    Über die Paulmauer lässt sich noch mehr Erfreuliches berichten: Das vor Jahren gestartete Vorhaben, die Verbuschung zu verringern und die alten Almflächen wieder herzustellen, ist vollauf gelungen, man merkt von den Eingriffen kaum noch etwas, zudem präsentiert sich das Gipfelkreuz in neuer Pracht.

    Zwar verstellen auf dem Gipfel Bäume die Sicht nach Osten, trotzdem gilt die Paulmauer zu Recht als hervorragender Aussichtsberg, denn zu sehen sind u.a. Hochschwab, Veitsch, Ötscher, Gippel, Göller, Dürrenstein sowie viele bekannte Erhebungen der Voralpen. Auch der Tiefblick über die nach Westen abbrechende Felswand entzückt. Der aus Türnitz stammende Dichter Franz Nabl schrieb einmal: „Ich habe das Hochgebirge durchwandert und manche seiner starren Gipfel erstiegen, manches seiner Eisfelder durchquert und habe die ewige Schönheit des Meeres und die feierliche Pracht der Hochalpen bewundert; aber so von Herzen lieb gewinnen wie die Voralpen konnte ich sie nicht“. Auf der Paulmauer bestätigt sich dies.

    Die Runde weist keine Schwierigkeiten auf, lediglich ein Teil des Anstiegs zum Traisenbergsattel ist steil, im Bereich des Gipfels der Paulmauer muss man besonders bei Nässe oder leichter Schneelage vorsichtig sein. Verzichtet man auf den Abstecher zur Paulmauer, dann sollte man unbedingt das in der Nähe der Hütte liegende Aussichtsbankerl besuchen, das einen schönen Blick auf Gippel, Göller und Obersberg ermöglicht.

    Die Route: Von St. Aegyd am Neuwalde wandert man auf der Straße in das Tal der Unrechttraisen hinein, beim Weißen Kreuz wählt man die nach rechts abzweigende Markierung – rot und blau – und steigt zum Traisenbergsattel an. Dort hält man sich rechts, quert unterhalb der Glinzenmauer zur Bürgeralm und gelangt schließlich zur Zdarskyhütte. Gehzeit rund 2 Stunden. Auf der roten Markierung steigt man zur Paulmauer an und kehrt auf derselben Route zur Hütte zurück. Für den Abstecher braucht man rund 1½ Stunden. Der Abstieg zum Ausgangspunkt erfolgt auf dem rot markierten Hans-Wancura-Steig, der in Serpentinen zu Tale führt. Gehzeit bis St. Aegyd 1½ Stunden. ( Bernd Orfer/Der Standard/Printausgabe/27./28.10.2007)

    Gesamtgehzeit 5 Stunden, Höhenunterschied 700 m. Zdarskyhütte an Wochenenden/Feiertagen bewirtschaftet. Bundesamtskarte 15.000 oder 1:50.000, Blatt 73 (Türnitz); Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000.
    • Frühlingsboten im Herbst.
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      Frühlingsboten im Herbst.

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