Telekom Austria will Festnetzschwund mit Kabelfernsehen stoppen

31. Jänner 2008, 11:21
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Ametsreiter: "Wir sind ein Medienunternehmen" - Jedes Monat haben 20.000 Kunden ihren Festnetz-Anschluss abgemeldet

Die Telekom Austria (TA) will die Kündigungs-Welle im Festnetz mit dem Großeinstieg ins Kabelfernsehen stoppen. "In Zeiten des Handybooms wussten viele nicht, warum sie das Festnetz überhaupt brauchen. Darauf gibt es jetzt eine Antwort", sagte Marketing-Vorstand Hannes Ametsreiter in einem Interview mit der Tageszeitung "Österreich".

Abmeldung

Jedes Monat haben zuletzt 20.000 Telekom-Kunden ihren Festnetz-Anschluss abgemeldet. Obwohl das TA-Fernsehangebot erst in Teilen Österreichs verfügbar ist, hatte der Konzern vor einer Woche eine landesweite Werbeoffensive für aonTV gestartet. Hauptkonkurrent UPC Telekabel hat darauf mit einer Aktion reagiert, bei der in den ersten zwölf Monaten keine Grundgebühr anfällt.

Angebot

Die Telekom bietet jetzt Fernsehen für 4,90 Euro im Monat an. Für das Angebot ist ein Festnetz- oder Internet-Anschluss bei der Telekom allerdings Voraussetzung. Der günstigste Festnetzanschluss kostet knapp 16 Euro pro Monat - ergibt in Summe also 21 Euro. Hauptkonkurrent UPC Telekabel verlangt für Fernsehen alleine - allerdings nur knapp halb so viele Sender - 19,10 Euro (bei Jahreszahlung 17,27 Euro), das vergleichbare UPC-Digital-TV-Angebot kostet 25,90 Euro.

Am Markt ist die Telekom Austria mit ihrem TV-Angebot bereits seit Anfang 2006. Zunächst funktionierte der TV-Dienst aber nur in Wien. Ein Jahr später hatte die TA gerade einmal einige tausend Fernseh-Kunden. Seit August kann die Telekom nun alle Einwohner der Landeshauptstädte mit Fernsehen versorgen. Bis Jahresende sollen die Kapazitäten noch weiter ausgeweitet werden. Dann soll das TV-Angebot auch bereits in allen Bezirkshauptstädten verfügbar sein. Einige Städte in Salzburg sind bereits im Oktober dazu gekommen.

Verfügbarkeit

Bis Jahresende will die Telekom das neue Angebot in 1,3 der 3,5 Millionen heimischen Haushalte verfügbar machen, sagte eine Telekom-Sprecherin am Montag auf APA-Anfrage. Man treibe den Ausbau mit Hochdruck voran. Über die Investitionen und aktuellen Kundenziffern hält sich die Telekom bedeckt. In der vergangenen Woche habe man jedoch so viele Anmeldung wie in den vorangangenen zwölf Monaten gehabt, so Ametsreiter.

Neben Fernsehen will die Telekom in nächster Zeit über das Festnetz auch noch zusätzliche Dienste an den Kunden bringen. "Wir sind ein Medienunternehmen, das unter anderem als TV-Anbieter fungiert", erklärte der Marketing-Chef. Als Beispiele nannte er "Wetten oder Online-Shopping".

Kein Kommentar

Das kolportierte Interesse der TA am Lotterienanteil der BAWAG wollte Ametsreiter im Zuge dessen "nicht kommentieren". Für das Paket, das gut einem Drittel der Lotterie-Anteile entspricht, sollen auch bwin und Novomatic Interesse angemeldet haben. Die BAWAG will dafür mindestens 200 Mio. Euro.(APA)

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