Jane Fondas Fehler bei der Viennale

21. Oktober 2007, 21:27
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Die Bush-Schwarzenegger-Verwechslung resultierte daraus, dass Fonda auf die Reden der Viennale-Eröffner eingehen wollte

Menschen mit Klasse beherrschen die Kunst, aus Fehlern noch eine feine Pointe zu spinnen. Und als Viennalechef Hans Hurch Jane Fonda Freitagabend im Gartenbaukino souffliert hatte, dass sie George Bush mit Arnold Schwarzenegger verwechselt hatte ("He made our country green") warf Fonda Arme und Augen theatralisch gen Himmel und rief "Did I say Bush? What a terrible mistake! The only thing Bush turns green, is the money of the rich."

Und weil Frau Fonda nicht nur die ersten Minuten bei beim Viennale-Eröffnungsfilm "Klute" blieb, verzichtete Hurch darauf, Fondas zweiten Lapsus zu korrigieren: Sie hatte Schwarzenegger zum Wiener erklärt.

Nicht gehaltene Reden

Die Bush-Schwarzenegger-Verwechslung resultierte daraus, dass Fonda auf die Reden der Viennale-Eröffner eingehen wollte. Und das, obwohl zwei Drittel davon entfallen waren: Hurch redete zwar, aber Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny zeigte, dass Politiker manchmal auf den Wählerwillen hören - und erklärte, die vorbereitete Rede "einfach ins Netz zu stellen".

Viennale-Präsident Eric Pleskow fiel gesundheitsbedingt aus und ließ ausrichten, dass das Gute an jedem neuen Viennale-Jahr sei, dass "nun wieder ein Bush-Jahr weniger" übrig sei. Da wollte Fonda eben einhaken. Die Frage, wo genau Mailaths Rede stehen würde, stürzte Mailaths Büro später, bei der Gala im Rathaus, in Arbeit: Die Unterstellung, die Rede existiere eventuell gar nicht, wurde durch Herzeigen (fünf Seiten) entkräftet - ab Montag soll sie auf der Viennale-Seite online sein.

Die nahbare Diva

Leicht machte es Jane Fonda den Society-Schreibern nicht: "Das ist gemein: Die ist so unprätentiös - was sollen wir da schreiben?", klagte eine Journalistin angesichts der ganz ohne Trara und Wächter dasitzenden Diva. Fonda war so nahbar, dass sie auch gar nicht erkannt wurde: Als sie gegen halb ein Uhr früh das Rathaus verließ, stellte sich ein Promotion-Mädchen in ihren Weg: "Darf ich Ihnen ein paar Zuckerln mitgeben? Für guten Atem." (rott/ DER STANDARD Printausgabe 22.10.2007)

  • Starrummel unerwünscht: Jane Fonda wehrte Fotografengewurl und Journalisten-Run ab
    foto: standard/ newald

    Starrummel unerwünscht: Jane Fonda wehrte Fotografengewurl und Journalisten-Run ab

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    Filmlegende Jane Fonda mit Begleiter Lynden Gillis (mitte) und Viennale Direktor Hans Hurch (li)

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