Umweltgedanke und Verkehrssicherheit sollen kein Widerspruch sein
Bereits zum fünften Mal führte der
ÖAMTC das Symposium "Reifen und Fahrwerk" im Technischen Museum Wien durch. Diesmal lautete das Motto "Öko oder sicher?" Einig war man sich darüber, dass Sparsamkeit und Umweltfreundlichkeit von weiter zunehmender Bedeutung seien, dafür aber nicht die Sicherheit geopfert werden dürfe.
So tief man zum Thema Reifen auch schürfen kann, man darf dabei aber nicht ganz auf die Fahrbahn vergessen. Der Belag beeinflusse ganz erheblich sowohl die Sicherheit als auch die Geräuschentwicklung und den Komfort des Fahrzeugs. Der so beliebte Drain-Asphalt, oft auch Flüster-Asphalt genannt, habe etwa ganz besondere Tücken, durfte man erfahren.
Kompromisse
Seine tollen wasserableitenden Eigenschaften hat er eigentlich nur im Neuzustand. Aber was schlimmer ist: Im Winter friert das Wasser nicht nur an der Oberfläche, sondern bis in eine Tiefe von zehn Zentimetern, was besondere Schwierigkeiten beim Winterdienst mit sich bringt, vor allem extrem hohe Streusalzmengen erfordert. Deshalb käme es im Sinn von Sicherheit, Komfort und geringer Lärmentwicklung darauf an, den richtigen Kompromiss zwischen Offenporigkeit und Haltbarkeit zu finden.
Ein heikler Punkt war auch die Frage nach den Auswirkungen höherer Nutzlasten auf die Haltbarkeit der Fahrbahn, schließlich fordern mehrere Interessensgruppen eine höhere Zuladung für Lkws.
Achsen des Bösen
Das Problem ist, dass die Beanspruchung der Straße mit der vierten Potenz der Achslast zunimmt. Das heißt, dass für die Alterung der Pkw-Verkehr so gut wie keine Rolle spielt, dass eine Erhöhung der Achslast zwar die Kostenstruktur des Lkw-Verkehrs verbessert, jene des Straßenerhalters mitunter aber grob verschlechtert. Kurzum: Wollte man die Nutzlasten erhöhen, benötigt man auch mehr Achsen, um die Fahrbahnbelastung im Rahmen zu halten. (rs, AUTOMOBIL, 19.10.2007)