Schlechtes Image - gute Wirkung

19. Oktober 2007, 17:22
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In der Skala der unbeliebten Gemüse ist der Kohl ganz oben zu finden - als Vitamin C und E Lieferant haben "Kohlrouladen"&Co eine neue Chance verdient

Wien - Für den Kohl beginnt jetzt die Haupterntezeit. Ob rot, grün oder weiß, das Kohlgemüse ist ein artenreiches Lebensmittel.

"Er ist energiearm, aber sehr nährstoffhaltig", bringt es Kurt Widhalm, Ernährungsmediziner am Wiener AKH auf den Punkt. Obwohl Kohl viele Vorteile hat, ist er im Vergleich zu anderen Gemüsesorten auf dem Speiseplan deutlich unterrepräsentiert.

Ballaststoffreich und kalorienarm

"70 Gramm decken den Tagesbedarf an Vitamin C", so Widhalm weiter. Und das ist noch nicht alles: Kohl bringt dem Körper zusätzlich eine Dosis Vitamin E, Karotinoide, Mineralstoffe und Eiweiß. "Er ist auch besonders ballaststoffreich", weiß der Ernährungsmediziner. Der hohe Wassergehalt macht den Kohl zu einem energiearmen, fettfreien Nahrungsmittel. 100 Gramm dieser Gemüsesorte enthalten lediglich 37 kcal.

Geringer pro Kopf Verbrauch

Laut Statistik Austria verzehrten die Österreicher im vergangenen Jahr 4,2 Kilogramm Kohl pro Kopf. Andere Gemüsesorten, zum Beispiel Paradeiser, erfreuten sich größerer Beliebtheit. Bei diesen liegt der Pro-Kopfverbrauch bei 23,6 Kilogramm.

Kohl für "Kohlsuppendiät"

Trodtzdem erfreut sich die Kohlsuppe in jüngster Zeit besonders bei abnehmwütigen Frauen und Männern großer Beliebtheit. Angeblich lässt sie die Kilos purzeln. Wer seinen Speck um die Hüften durch den täglichen Verzehr dieser "Wundersuppe" loswerden will, solle sich laut Widhalm aber auch Gedanken darüber machen, wie es danach weitergeht. Eines gibt der Experte aber zu: "Gut schmecken tut sie."

Ernährung individuell betrachten

"Ich bin aber immer skeptisch, wenn die Wirkung von nur einem bestimmten Nahrungsmittel betrachtet wird", sagte Wiedhalm. "Ernährung ist ein Zusammenspiel von verschiedenen Lebensmitteln." Als weitere Schwierigkeit sieht der Mediziner die Verallgemeinerung der angeblichen Wirkungen der verschiedenen Lebensmittel auf den menschlichen Organismus. "Das ist bei jedem individuell", so der Ernährungsexperte.

Bei den einen bringe der Kohl zum Beispiel den Stoffwechsel in Gang, bei den anderen hingegen erziele das Gemüse in dieser Hinsicht keine bestimmten Effekte. Ruft der Verzehr des Gemüses Blähungen hervor, so kann dem durch Beigabe von Gewürzen wie Kümmel, Fenchel oder Basilikum entgegenwirkt werden.(APA/red)

  • Weißkraut, Blaukraut, Chinakohl und Grünkohl
    foto: bmlfuw/ama-bioarchiv/masannek

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