Atemholen für noch härteren Arbeitskampf

26. Oktober 2007, 18:43
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Die deutschen Lokführer streiken drei Tage lang nicht, wollen aber dann die Güterzüge lahmlegen

08000-99 66 33, diese kostenfreie Hotline gehört mittlerweile zu den am meisten gewählten in Deutschland. Es ist die der Deutschen Bahn und am Donnerstag wollten wieder einmal unzählige Bahnkunden wissen, ob ihr Zug fährt oder nicht. Zum sechsten Mal seit Juli ließen die Lokführer Züge stehen, diesmal für neun Stunden - von zwei Uhr nachts bis elf Uhr vormittags.

Besonders hart betroffen war Ostdeutschland. In Mecklenburg-Vorpommern fielen bis zu 80 Prozent der Regionalzüge aus, während es der Bahn im restlichen Bundesgebiet gelang, jeden zweiten Regionalzug auf die Schienen zu bringen. Doch darauf wollten viele Pendler nicht von vorneherein vertrauen, sie setzten sich lieber ins Auto. Die Folge: Massive Staus in ganz Deutschland. Nur leicht tangierte der Streik den österreichischen Grenzverkehr, es fielen sieben Züge aus.

Drei Tage Ruhe

Nun ist erst mal drei Tage Ruhe. Einen für Freitag schon in Erwägung gezogenen Streik verwarf die Gewerkschaft der Lokführer (GDL). Auch am Wochenende wird nicht gestreikt. Doch am Montag könnte es weitergehen und bis dahin hofft die GDL auf ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Chemnitz, das das gerichtliche Verbot von Streiks im Güter- und Fernverkehr aufhebt. Streiks in diesem Bereich träfen die Bahn finanziell wesentlich härter als im Regionalverkehr.

Ein neues Angebot will die Bahn derzeit nicht vorlegen. "Wir erwarten, dass es über das vorliegende Angebot Verhandlungen gibt", sagt Vorstand Karl-Friedrich Rausch. Dieses lautet: zehn Prozent mehr Gehalt (inklusive zwei Stunden Mehrarbeit wöchentlich), 2000 Euro Einmalzahlung für geleistete Überstunden und neue dienstrechtliche Regelungen, die die Bahn "eigenen Tarifvertrag" nennt - die der GDL aber nicht weit genug gehen. GDL-Chef Manfred Schell ist jetzt erst einmal für drei Wochen zur Kur am Bodensee. (Birgit Baumann aus Berlin, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.10.2007)

b>Info
ÖBB-Serviceline - Tel. 05-1717
Deutsche Bahn-Hotline - Tel: 0049 1805 334444
Homepage ÖBB
  • Nun ist erst mal drei Tage Ruhe. Einen für Freitag schon in Erwägung gezogenen Streik verwarf die Gewerkschaft der Lokführer.

    Nun ist erst mal drei Tage Ruhe. Einen für Freitag schon in Erwägung gezogenen Streik verwarf die Gewerkschaft der Lokführer.

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    Die Lokführer-Gewerkschaft sieht im neuen Angebot des Konzerns keine Grundlage für Verhandlungen.

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