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Mardis Marisol Cadenas Soriano, Nicaragua

19. Oktober 2007, 14:05
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„Unsere solargetrocknete Ananas verkauft sich gut!“

Wir sind eine Gruppe von 12 Frauen in Nicaragua, die sich 2004 zu einer Kooperative zusammengeschlossen haben und Trockenfrüchte produzieren. Früher haben wir hier oben an Grenze zu Honduras über Trockenfrüchte gar nichts gewusst. Wir haben die Ananas und vor allem die Mangos, die zu Hauf gedeihen, frisch auf dem Markt verkauft. Die erste Trockenananas, die ich je gegessen habe, war eine von mir selbst produzierte!

Im Rahmen eines von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit finanzierten Projekts wurde uns in ausführlichen Schulungen gezeigt, wie man qualitativ hochwertige Trockenfrüchte herstellt. Essenziell dafür sind die umweltschonenden Solartrockner der österreichischen Firma CONA. Bei uns gibt es also keine stinkenden Dieselgeneratoren.

Früher war ich arbeitslos, habe auf der Finca meines Vaters mitgeholfen. Heute kann ich meine Familie mit dem Verkauf der Trockenfrüchte unterstützen. Darauf bin ich auch ein wenig stolz. Das österreichische OEZA-CONA-Projekt hat den Frauen unserer Kooperative die bitter nötige Existenzgrundlage geschaffen. Manche von uns sind ja allein erziehende Mütter. Nun können sie ihren Kindern den Schulbesuch ermöglichen.

Wir haben ursprünglich wirklich bei Null angefangen: Mit primitiven Holzöfen haben wir mehr schlecht als recht getrocknet. Dann hat uns das Projekt mit einem Kredit für den Ankauf der Früchte und mit Arbeitsgerät ausgeholfen und so wurde unser Unterfangen immer größer und moderner. Die Bauern von Cinco Pinos profitieren auch von diesem Projekt. Früher mussten sie zum Beispiel sehr, sehr viele Mangos, die ihnen niemand abkaufte, einfach verfaulen lassen. Nun sind wir willkommene Großabnehmer.

CONA hat eine Kollegin und mich im Frühjahr zu einem Erfahrungsaustausch nach El Salvador eingeladen. Dort zeigte man uns die Technik der Herstellung von Kräutersalzen. Bei uns wachsen so viele verschiedene Kräuter, dass wir heute eine ganze Palette an aromatischen Salzen anbieten können z. B. Minze, Chile, Culantro usw. Brandneu in unserem Sortiment ist Zacate de Limón, den wir getrocknet als Beruhigungstee und gegen grippale Infekte anbieten.

In den letzten Monaten konnten wir die Produktionsbedingungen weiter verbessern. Unsere 6 Solartrockner stehen in einer geräumigen Halle, alles ist dort sauber und hygienisch. In jedem Trockner wird jeweils nur eine Sorte Früchte oder Kräuter dehydriert. So kann es nicht zu Geschmacksirritationen kommen. Auch die Saftproduktion findet hier statt. Mit Hilfe spezieller Dampfentsafter können wir eigentlich die ganze Frucht, also auch das Ananasherz, zur Saftproduktion verwenden. Unser Saft, Jugo El Espino, ist in den Pulperias, den Krämerläden der Umgebung ein ziemlicher „Verkaufsschlager“. Wir achten darauf, dass keine chemischen Zusatzstoffe zugesetzt werden.

Ich muss außerdem sagen, dass die Trockenfruchtproduktion das Essverhalten in unserer Gegend ein bisschen „revolutioniert“ hat. Am Anfang haben wir kleine Test-Päckchen an die Geschäfte verschenkt. Die sind gut angenommen worden und die Leute waren richtig neugierig, wie wir das technisch fertig bringen. Einigen jedoch waren die Früchte – typisch nicaraguanisch – zu wenig süß. Darum verkaufen wir jetzt gesüßte wie ungesüßte Papaya und Co – auf Messen im ganzen Land!

Momentan haben wir bei der Behörde alle notwendigen Papiere eingereicht, um „eine eingetragene Marke“ für unsere Produktion zu erhalten. Denn dann sind wir dazu bereit, unsere Früchte auch zu exportieren. Bei einer Messe in den USA wurden unsere Trockenfrüchte als 100% exportfähig bezeichnet. 700 Kilo pro Monat sollen wir in den Norden liefern. Dazu werden wir noch ein bis zwei Solartrockner brauchen.

  • Artikelbild
    foto: miguel dieterich
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