Promotion - entgeltliche Einschaltung

Sanjib Adhikari, Nepal

17. Oktober 2007, 18:05
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„Mit österreichischer Hilfe konnten wir als erste unabhängige Radiostation in Nepal auf Sendung gehen.“

Ich bin der stellvertretende Leiter von Radio Sagarmatha, so nennen wir hier den Mount Everest. Seit 1997 betreiben wir den ersten unabhängigen Radiosender Nepals und die österreichische NGO ÖKO Himal hat uns von Anfang an bei unserer Arbeit unterstützt.

Revolutionär war, dass wir auch aktuelle Nachrichten gebracht haben, obwohl das eigentlich nur der Regierung vorbehalten war. Da wir keine offizielle Erlaubnis dafür hatten, mussten wir sie in solche Dialoge verpacken: „Du kommst aber spät heute!“ „Ja, ich bin in eine Demonstration geraten.“ „Ach so, worum ging es denn?“ „Die Menschen riefen, dass der König die Macht abgeben soll, so dass Nepal demokratisch wird.“ „Hm, eine interessante Idee.“

Heute haben wir 40 Mitarbeiter und rund 35 freiwillige Programm-Macher und senden täglich 18 Stunden, etwa 40 % Musik und 60 % Information. Dank unseres UKW-Senders können die Menschen uns in mehr als 50 der 75 Distrikte des Landes sehr gut. Außerdem sind wir in ein Netzwerk von 40 Radiostationen eingebunden. Insgesamt hören uns etwa 1,5 bis 2 Millionen Menschen. Hier im Kathmandu-Tal sind rund 400.000.

2002 habe ich die wöchentliche Umwelt-Sendung „Chitikka“ gestartet, die bis heute von ÖK Himal unterstützt wird. „Chitikka“ bedeutet auf Nepali „fein und sauber“. Wir geben unseren Hörern ganz konkrete Tipps für umweltfreundliches Verhalten. Die Menschen, die einen Wasserhahn in ihrem Haus haben und nicht das Wasser von der Straße holen müssen, lassen z. B. oft das Wasser laufen, während sie sich die Zähne putzen oder das Gesicht waschen. Wir haben sagen ihnen, dass sie viel Wasser sparen können, wenn sie den Wasserhahn zwischendurch abdrehen. Außerdem erklären wir unseren Hörern zum Beispiel, dass sie einen Teil der Haushaltsabfälle direkt in Geld verwandeln können, denn Altpapier oder Altglas kann man verkaufen, aus den organischen Abfällen können sie Kompost herstellen. Auch die Abfallvermeidung spielt bei unseren Programmen eine große Rolle.

Einmal hatten wir eine Sendung über die Sammlung von Regenwasser gemacht, nach der sich sehr viele Hörer gemeldet haben. Wir haben mehr als 100 Familien helfen können, in dem wir ihnen sagten, wo sie das nötige Material bekommen und wer solche Regenwasserspeicher baut. Immer wieder machen wir auch Sendungen über Gartenbau, stellen neue Blumen und Gemüsesorten vor, erklären die Unterschiede beim Saatgut und sprechen über die besten Aussaatzeiten.

Das Programm „Chitikka“ wird von vielen kleinen Sendern im ganzen Land übernommen, es läuft sehr erfolgreich. Wir freuen uns, dass wir schon einige Auszeichnungen dafür erhalten haben, u. a. den Wash-Award des Water Supply and Sanitation Collaborative Council.

Radio Sagarmatha erfüllt auch eine Pionierrolle bei der Radiojournalismusausbildung. Wir veranstalten laufend Trainings für Techniker und Journalisten, derzeit lernen fünf Praktikanten kleinerer Radiostationen bei uns. In der Regel bleiben sie ein bis drei Monate. Auch für die Ausbildung verwenden wir die Mittel aus Österreich.

  • Artikelbild
    foto: christian brüser
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