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Mark Bisha, Albanien

19. Oktober 2007, 15:05
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„Ich hab von den Österreichern enorm viel gelernt.“

Ich arbeite seit 22 Jahren hier im Wasserkraftwerk in Vau i Dejes. In unserem Kraftwerk und vier weiteren, die hier am Fluss Drin und am Mat liegen, wird 90 % der heimischen Energie erzeugt. Aber die Kraftwerke sind alt und müssen revitalisiert werden. Speziell durch den schlechten Zustand der zum Teil 50 Jahre alten Turbinen waren die Kraftwerke nicht mehr wirklich effizient.

Das größte Problem war hier aber, dass uns das Know-how fehlte. Den größten Teil der Installationen der Maschinen haben beim Bau die Ingenieure aus China gemacht. Keiner von uns hier konnte die Maschinen warten. Der Zustand der Schaufelräder, der Lager, aber auch sämtlicher elektrischer Installationen wurde immer schlechter.

Mitte der Neunzigerjahre kamen die Techniker der österreichischen Firma Andritz hierher. Sie haben sich das Werk angeschaut und mit uns gemeinsam angefangen, die Turbinen zu reparieren und zu warten. Es gab einen Auswahltest, wer mit den Österreichern zusammen arbeiten soll. Wir mussten Arbeitsproben erstellen, die dann in Österreich getestet wurden. Ich und 22 meiner Kollegen wurden ausgewählt und von den Fachkräften aus Österreich ausgebildet. Es war Training on the Job – ich habe von den Österreichern enorm viel gelernt.

Wir wurden im Schweißen und Schleifen der Turbinen ausgebildet, lernten wie man die Turbinen ausbaut und wartet, alles Dinge, die vorher hier keiner konnte. Ich habe jetzt die Lizenz als Schweißer und lerne andere Kollegen hier an, damit das Know-how weitergegeben wird. Andere Kollegen, die von den Österreichern ausgebildet worden sind, sind jetzt lizenzierte Elektriker oder Spezialisten im Sandstrahlen.

Heute ist die Funktionssicherheit der Kraftwerke hier an Drin und Mat wieder viel größer, wir haben außerdem eine Leistungssteigerung von etwa 5 % durch die gewarteten Turbinen. Außerdem gibt es neue Steuerungstechnologien, mit denen wir viel flexibler auf den unterschiedlichen Strombedarf reagieren können.

Auch für mich privat hat das Engagement der Österreicher viel gebracht. Ich verdiene heute dreimal mehr als früher, weil ich gut ausgebildet bin und kann sicherstellen, dass auch meine drei Kinder eine gute Ausbildung bekommen werden.

  • Artikelbild
    foto: stefan pleger
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