Eine Frau aus dem Allianz-Team kennt den mittlerweile 18-jährigen Dennis Maklele aus ihrer Zeit als Flüchtlingsbetreuerin; der Kontakt blieb bis heute aufrecht. Dennoch – es gehe nicht nur um ihn, betont sie im Gespräch mit derStandard.at: „Wir wollen eine Botschaft an die Politik senden, unsere Solidarität ausdrücken.“ Solidarität mit allen, die auf Asyl hoffen, in Schubhaft kommen, „wo man dann gar nicht mehr erfährt, was mit ihnen passiert“, mit allen, die abgeschoben werden: „Wir wollen einfach öffentlich zeigen, dass wir nicht zur Tagesordnung übergehen“, sagt sie. „Es kann nicht sein, dass Leute wie Verbrecher behandelt werden und zu Verzweiflungstaten getrieben werden – da läuft etwas ganz, ganz falsch.“
Voller Energie und null Perspektive
Klar, das perfekte Asyl- und Zuwanderungskonzept hätte jetzt auch die „Allianz für Flüchtlinge“ nicht aus der Tasche gezaubert. Doch hier gebe es einfach viel zu diskutieren und zu verbessern. Und manche Dinge leuchten ja auch Laien ein: Dass es nicht gesund ist, AsylwerberInnen durch ein Beschäftigungsverbot jahrelang zur Untätigkeit zu zwingen, beispielsweise. „Da sind junge Leute, voller Energie, und mit null Perspektive.“
Im Fall von Steyr sei die Situation noch mal „besonders krass“, kritisiert eine Allianz-Vertreterin: Bis vor kurzem war es nicht gelungen, Schulbesuche für unbegleitete minderjährige Flüchtling zu ermöglichen; nur eine Person hätte den polytechnischen Lehrgang besuchen dürfen. Unmöglich auch, einen Hauptschulabschluss-Kurs zu organisieren oder gemeinnützige Arbeit für die jungen Leute – „in Steyr scheitert vieles an der Stadtverwaltung, an einigen Blockierern“. Dabei seien derartige Initiativen in anderen Gemeinden gar kein Thema: „In der Nachbargemeinde Sierning beispielsweise kostet es genau einen Anruf, und Asylwerber können gemeinnützige Arbeit leisten.“ In Dörfern sei es hier oft leichter.
Unerträgliches Warten
Maklele Dennis sei ein „total aktiver Mensch“, erzählt eine Freundin von ihm, da sei diese Wartezeit erst recht unerträglich gewesen. Im Juni habe er schon einmal Alarm geschlagen: Er halte es nicht mehr aus, er werde verrückt, wenn er nicht endlich irgendwas arbeiten kann, sagte er ihr. Mit Hilfe seiner Freunde ergatterte er dann zwei Jobs als Zeitungsausträger: „Da ging es ihm besser.“
Doch dann folgte der negative Asylbescheid, der Termin bei der Fremdenpolizei, die Unsicherheit, die Angst vor der Schubhaft und einer Rückkehr nach Nigeria: Nachdem er noch mit Flugzetteln auf seine Situation aufmerksam gemacht hat, stieß er sich auf dem Stadtplatz von Steyr ein Messer in den Bauch, verletzte sich an der Leber. Ein Kaffeehausbesitzer rief die Rettung.
Medienrummel
Mittlerweile gehe es Dennis besser, erzählt ein Freund und Fußballkollege, der ebenfalls lieber ungenannt bleiben möchte. Dennis wirke wie immer, hat vielleicht auch neuen Mut gefasst. Wie es weitergeht, weiß noch niemand. Er selbst wolle nun erst einmal alleine sein und meidet den Medienrummel – aus dem Krankenhaus ließ er den Medien ausrichten, er möchte einfach nur „ganz normal in Steyr leben“. Ein Trubel wie um Arigona wäre daher nicht gut, glaubt sein Freund. Das Krankenhaus habe ihn auch abgeschirmt und auf die geschlossene psychiatrische Abteilung verlegt: Internationale Medien, Fernsehteams hätten versucht, sich unter falschem Namen einzuschleichen. Vertreter der "Allianz für Flüchtling" und Freunde von Dennis bitten die Medien nach seiner Entlassung um Zurückhaltung.
Das Echo auf die Kundgebung sei bisher jedenfalls ermutigend – Schriftsteller wie Franzobel, Robert Schindel, Doron Rabinovici haben Texte angekündigt, die verlesen werden sollen; Attac beteiligt sich ebenso wie das Mauthausen-Komitee, von dem auch die Idee mit dem roten Faden kam: „Da gibt es klasse Rückmeldungen“, so eine Allianz-Vertreterin. Was die Bevölkerung in Steyr dazu meint, könne man schwer sagen. Aber generell sei nun „eine Sensibilität da – und die gilt es zu erhalten und zu erweitern“. In dieser Richtung habe der Fall Arigona viel bewirkt. Plötzlich würden Leute Betroffenheit zeigen, die sonst nichts mit dem Thema zu tun haben: „Da ist schon etwas durchgesickert, und da muss man jetzt weiterarbeiten.“
Wichtig sei es aber in Zukunft, nicht nur über Familien und Kinder zu berichten, um Gefühle anzusprechen, sondern auch über Menschen, die alleine kommen, aus Afrika, Asien, woher auch immer. In diesem Sinn will die "Allianz für Flüchtlinge" das Niveau der Diskussion anheben und Österreich als Einwanderungsland thematisieren, kündigt Pammer an.
"Dranbleiben"
Eine Möglichkeit dazu wären Podiumsdiskussionen, genaue Pläne werden aber erst ausgearbeitet – „es gibt uns ja erst seit ein paar Tagen“, so die "Allianz für Flüchtlinge". Klar sei, dass es nicht bei einer Aktion bleiben solle – „wir wollen dranbleiben“. Darin, „als Zivilgesellschaft dranzubleiben“, sieht er auch die einzige Chance auf Änderungen im Fremdenrechtsbereich: „Sonst kann es passieren, dass in den nächsten Woche erst recht schnell möglichst viele abgeschoben werden, sobald die Aufmerksamkeit nachlässt.
Zunächst hofft die „Allianz für Flüchtlinge“ nun auf viele DemonstrantInnen am Samstag – es gehe darum, auch Präsenz zu zeigen und den Betroffenen auch emotionalen Rückhalt zu geben. Auch aus der Erfahrung des Selbstmordversuches von Maklele Dennis heraus. „Wir haben ihn zu dritt zur Fremdenpolizei begleitet, doch er hatte damit gerechnet, dass mehr seiner Freunde mitkommen“, erzählt eine Freundin von Dennis: „Vielleicht, wenn mehr gekommen wären, vielleicht hätte das etwas geändert.“ (Heidi Weinhäupl, derStandard.at, 18.10.2007)
Demonstration gegen Schubhaft und Abschiebungen, für Bleiberecht
Sa, 20. Oktober 2007, 11 Uhr, am Stadtplatz in Steyr
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Also, wir sehen uns dann in Steyr! Die missethönigen, orangefauligen und braunblauen Poster werden leider wieder eine Sonntagsschicht einlegen müssen. Das Leben kann manchmal recht hart sein, Freunde! Aber ihr habt euch die Ungustlrolle ja selber ausgesucht.
März 2005: Der Verwaltungsgerichtshof lehnt die Beschwerde ab.
April 2005: Die Bezirkshauptmannschaft (BH) Vöcklabruck fordert die Familie zur Ausreise bis
zum 10. Mai 2005 auf.
Mai 2005: Die Familie stellt bei der BH einen Antrag auf Erstniederlassungsbewilligung aus
humanitären Gründen.
September 2005: Das Innenministerium lehnt den humanitären Aufenthaltstitel ab.
Mai 2007: Das Innenministerium weist auch die Berufung der Familie hinsichtlich einer
Niederlassungsbewilligung ab.
...und so weiter und so weiter...
Wissen das die Grünen auch???
es gab da eine pressekonferenz des innenministeriums, wo diese fakten - sind zugegeben nicht gerade positiv für alle hysterisierten bleiberechtsfanatiker - der öffentlichkeit präsentiert wurden.
stand darüber hinaus in seriösen zeitungen, wie presse und kleine zeitung.
dass die Wahrheit, wenn sie mit ihrem Weltbild nicht übereinstimmt, veröffentlich werden darf.
Auch dann nicht, wenn öffentlich die Unwahrheit verbreitet wird, und damit viele Menschen verleumdet werden. Die dürfen sich, durch Bekanntgabe der wahren Fakten, gegen diese Verleumdung wehren. Weil Politiker, Staatsbüttel, faule unmenschliche Beamte...
Mai 2001: Arigonas Vater reist illegal nach Österreich ein.
Mai 2002: Sein Asylantrag wird abgelehnt.
September 2002: Frau Zogaj und die fünf Kinder reisen illegal ein.
November 2002: Das Asylverfahren wird für die ganze Familie negativ entschieden.
November 2002: Herr Zogaj stellt einen zweiten Asylantrag.
Februar 2003: Der Asylantrag des Vaters wird abgelehnt, er erhält den Ausweisungsbescheid.
Februar 2003: Frau Zogaj stellt für sich und die Kinder einen zweiten Asylantrag.
Dezember 2003: Der Verfassungsgerichtshof lehnt das Asylverfahren ab.
Mai 2004: Die Sicherheitsdirektion Oberösterreich bestätigt die Ausweisung. Eine Beschwerde
der Familie beim Verwaltungsgerichtshof hat aber aufschiebende Wirkung.
das problem ist nur dass wenn beschäftigung, etc garantiert werden, die abschiebung nicht mehr erfolgen kann, weil dann jeder 'integriert' ist. es bräuchte dann kein asylsystem mehr.
es müsste nur das verfahren gestrafft, ein asylgerichtshof installiert und die einspruchsmöglichkeiten durch die gut geschulten ngo anwälte in allen gerichtshöfen per verfassungsgesetz zurückgestellt werden. 3 instanzen (asylgerichtshof als letzte) wären bei weitem genug. keinerlei befugnisse für andere behörden, keine ausnahmebewilligungen, bei straffälligkeit (strafdrohung >1 jahr) sofortige abschiebung, urteil der zust. behörde bindend und sofort durch fremdenpolizei umzusetzen. ende
Platz genug in Österreich!
Wohnungen genug in Österreich!
Arbeit genug in Österreich!
Förderungen genug in Österreich!
Schönes Leben in Österreich!
Viel schöner als in Heimat!
Wenn ich nicht schon da wäre, würde ich auch kommen. Österreich ist ein gutes Land.
und die Hauptschule dazu, weil es keine Menschen mehr gibt, die sie brauchen. Die Einwohnerzahl ist von 13.000 auf 5.500 gesunken.
Man könnte auch visionär mit einer Gruppe von Flüchtlingen diese wunderschöne Stadt wieder beleben. Man könnte auch in anderen Bereichen Flüchtlinge sinnvoll einsetzen, viele Bauern können ihre Almen nicht mehr bewirtschaften, weil es keine SennerInnen mehr gibt, warum können wir nicht afrikanische Jugendliche als Landwirtschaftsarbeiter ausbilden, ganze Gebiete im Waldviertel und im Burgenland vergreisen, weil alle Jungen weggezogen sind. Da muss doch etwas zu machen sein, damit die Kulturlandschaft erhalten bleibt.
selbst aus einer hoffnungslosen, verarmten Region kommt, wo er keine beruflichen Perspektiven hat und das Leben trist ist. Verpflanzen Sie den in eine sterbendes, überaltertes Nest in der Pampa...
Der ist wohl schneller weg, als Sie seinen Umzugskarton ausladen können.Falls Sie aber erfolgreich meist jugendliche, männliche Desperados - die dort nicht einmal was zu tun haben - in kleinen Dörfern und Pensionistenstädtchen ansiedeln, können Sie sich die sozialen Folgen ausmalen; Sie vertreiben jedenfalls auch noch den Rest der alten ansässigen Bevölkerung.
Am Acker Rüben ziehen,
als Senner monatelang in der Ödnis Kühe und Ziegen hüten, das will keiner -deswegen flohen die Leute ja schon in Afrika vom Land in die Slums der Millionenstädte.
eventuell sollten wir uns wirklich zusammensetzen und festlegen wo wir leute zuviel haben, wo wir welche brauchen (aus welchem land darf's denn sein? und darf's eventuell ein bissi mehr sein?) und dann einfach ein bisschen "herumschieben" mit den menschen. zuviel sim city gespielt als kind - offensichtlich...
Flüchtlinge es abgelehnt haben in einer Pension auf der Teichalm untergebracht zu werden.
Begründung: So verfolgt sind wir auch wieder nicht, dass wir einen so dezentralen Wohnort (auch nur für die Zeit des Asylantrags) annehmen müssten.
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