Bewegungsfreiheit für alle

16. Oktober 2007, 21:44
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Neue Programmlinie widmet sich wandelnder Mobilitätsbedürfnisse

"Erstmals in der Menschheitsgeschichte ist Altwerden zur Normalität geworden", erklärt Christa Erhart, Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie. "Es vollzieht sich zudem ein problematischer Wandel von einer demografisch jungen zu einer demografisch alten Gesellschaft", fügt die wissenschaftliche Leiterin des Zentrums für Generationen und Barrierefreiheit (ZGB) hinzu. Bis 2050 wird weltweit ein Drittel der Menschen über sechzig Jahre alt sein. Der Anteil der über 75-Jährigen in Österreich wird bis dahin auf 16,1 Prozent ansteigen.

Ein Wandel der nicht nur die Finanzierung der Pensionskassen vor neue Herausforderungen stellt. Auch die Verkehrssysteme müssen sich den Veränderungen anpassen. Derzeit sind diese im Wesentlichen auf die Ansprüche 30- bis 50-Jähriger ausgelegt. Es soll künftig verstärkt auf die Bedürfnisse der alternden Bevölkerung eingegangen werden. Denn: "Lebensqualität korreliert zeitlebens zwingend mit Mobilität", sagt Erhart, die am 22. Oktober, neben anderen Referenten, am Forschungsforum des Infrastrukturministeriums teilnimmt. Thema: "Neue Wege zur Mobilität für Jung und Alt". Neben Vorträgen über gesellschaftliche Veränderungen, Bedürfnisse alter Menschen, aber auch von Kindern und Jugendlichen, werden Mobilitätsprojekte vorgestellt und wissenschaftliche Aspekte erläutert.

Schwerpunkt Personenverkehr

Außerdem wird die neue Programmlinie "ways2go - Innovationen und Technologien für den Wandel der Mobilitätsbedürfnisse" (Bmvit) vorgestellt. Verantwortlich dafür ist Walter Wasner. Er sagt: "Ziel ist die Entwicklung nachhaltiger und sozial inklusiver Mobilitätslösungen im Kontext einer sich demografisch verändernden Gesellschaft." Wichtig sei daher zunächst die Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen und raumstrukturellen Entwicklungen und Mobilität zu verstehen, um schließlich bedarfsgerechte - "für alle nutzbare" - Lösungen zu entwickeln. Der Schwerpunkt liege auf dem Personenverkehr.

Angestrebt werden etwa neue Impulse für barrierefreie Verkehrssysteme und Mobilitätsformen oder die Mobilitätssicherung in ländlichen Räumen. Die Themenkreise sollen Mobilitätsforschung, Motivforschung, technologische Lösungen und neue Planungstools umfassen. Für die erste Ausschreibung (1. Halbjahr 2008) stehen rund vier Millionen Euro an Fördermitteln bereit. Diese sollen vor allem an kooperative Projekte mit mindestens zwei Partnern aus Forschung und Wirtschaft gehen. (max/DER STANDARD, Printausgabe, 17.10.2007)

  • Mobilität korreliert mit Lebensqualität: Neue Verkehrskonzepte sollen diese bis ins hohe Alter sicherstellen.
    foto: der standard/hendrich

    Mobilität korreliert mit Lebensqualität: Neue Verkehrskonzepte sollen diese bis ins hohe Alter sicherstellen.

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