Grazer "Marienlift" fährt zum letzten Mal

22. Oktober 2007, 15:31
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Gegen den Willen des Künstlers soll Kunstwerk neu lackiert und gegen Jahreswechsel am Hartberger Ökopark wieder aufgebaut werden -

Graz - Zum vorerst letzten Mal können am Montag Touristen und die Grazer Bevölkerung mit dem für das Kulturhauptstadtjahr 2003 errichteten "Marienlift" auf Höhe der Marienstatue am Eisernen Tor hochfahren. Anschließend wird das Kunstwerk bis spätestens 25. Oktober abgebaut, um renoviert in seiner neuen Heimat im Hartberger "Ökopark" wieder aufgebaut zu werden. In den vergangenen Jahren ist der Lift insgesamt mehr als 83.000 Mal in Augenhöhe zur Heiligen Maria hochgefahren.

Der "Marienlift" ist im Dezember 2006 um rund 40.000 Euro an die Stadtwerke Hartberg, die im Besitz des Ökoparks sind, verkauft worden. Geschäftsführer Reinhard Fink erklärte, dass das 18 Meter hohe Kunstwerk auf ein mehr als 20 Meter hohes Metallgerüst gebaut wird. Der Einstieg werde von der Terrasse eines neuen Turms sein, in dessen obersten Stockwerk ein "Ökoweltblick" eingerichtet werden soll, so Fink. Dazu werde der "Marienlift" nun neu lackiert - seinen Namen werde er dann aber wahrscheinlich nicht mehr tragen. Gegen Jahreswechsel könnte der Lift bereits in Hartberg wieder in Betrieb sein.

Robert Günther, Geschäftsführer der "Graz 2003 Kulturhauptstadt Europas Organisations GmbH", legte die Nutzungszahlen des Kunstwerks vor: Exakt 83.295 Mal ist der Lift seit 2003 hochgefahren. Allein 62.231 Mal im Kulturhauptstadtjahr 2003. Dass das künstlerische Werk von Richard Kriesche nur auf Zeit seinen Platz am Eisernen Tor haben sollte, sei von vornherein klar gewesen, erklärte Günther.

Kriesche hingegen teilte mit, dass er in Zukunft auf "politische Kräfte" hoffe, die "der kommenden künstlerischen Generation wieder mit Fairness, Wertschätzung und Respekt begegnen." Eine Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Hartberg habe der Künstler abgelehnt, so Fink. (APA)

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    foto: stadt graz
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