Kinder an die Macht?

Redaktion, 12. November 2007, 13:44
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Utopie oder doch eher Dystopie? - Unser Gewinner der Woche begegnet der alten Parole ziemlich skeptisch

Ohne Angabe des Namens (und Familienstandes) stellt unser Gewinner der Woche folgende Frage:

"Wer erinnert sich noch an Herbert Grönemeyers 'Kinder an die Macht'? Von wegen 'gebt den Kindern das Kommando, sie berechnen nicht was sie tun' usw.

Ich weiß nicht, ich weiß nicht: meiner Erinnerung nach ist während meiner Kindheit unter Gleichaltrigen mehr berechnet, intrigiert und sich genussvoll in Grausamkeiten geübt worden als in jeder Zeit danach. Natürlich nur im kleinen Rahmen, aber die Wirkung war trotzdem prägend. Bin ich der einzige, für den 'Kinder an die Macht' nicht wie die Verheißung des Paradieses klingt?" (red)

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ach, ja, eh das ganz untergeht:

die kinder SIND an der macht.
weiss ich, weil hab 2

Teil 2

Kaiser Valentinian III: War Kaiser von Westrom, auch minderjährig. Stand unter Vormundschaft von seiner Mutter und dem Heermeister Flavius Aethius. Stand ebenfalls, auch unter dem Einfluss von Beratern als er Erwachsen wurde. Er selbst tat kaum etwas. Außer das er mit der Ermordung von Flavius Aethius gigantischen Schaden anrichtet.
Andere Beispiel: Romulus Augustus (Augustulus) war der letzte Kaiser Westroms, Vormund war Orestes, Odowakar setzte ihn ab und beendete das Weströmische Reich.

Kinderkaiser schadeten dem Reich eigentlich nur. Es kann nicht gut gehen wenn man den Kindern die Macht überlässt oder das Komando lässt. Außerdem werden sie von den Erwachsenen nicht als "Führung" anerkannt werden. Also keine gute Idee.

Kinder an die Macht. Das wär das Paradies. Stimmt sicher nicht. Es hat ja zum Beispiel schon Kinder als Herrscher gegeben. Natürlich kann ein Kind nicht die Regierung leiten, deshalb gab es meist Leute die sie dabei "unterstützt" haben. Hier einige Beispiel von "Kinderkaisern".

Kaiser Honorius: Minderjährig als er Kaiser Theodosius nachfolgte. Wurde dank seinem Vormund und Heermeister Stilicho ganz gut mit den Germanen fertig. Auch wenn das Römische Reich damals schon große Probleme hatte. Geriet jedoch unter den Einfluss von anderen Beratern und lies Stilicho ermorden, Honorius war da schon erwachsen, jedoch nicht stark genug um selbstständig zu regieren. Nach Stilichos Ermordung eroberten die Westgoten Rom ............................

Was passiert wenn man Kindskoepfe an die Macht laesst kann man bei Gelegenheiten wie
- den Koalitionsverhandlungen
- Wehrsportuebungen im Wald mit Carepaketschupfen
- zornigen Reaktionen nach Wahlen
sehr gut sehen:)

Ich entscheide mich eindeutig für den dystopischen Charakter einer solchen Vorstellung. Ich erinnere nur an den Literaturnobelträger William Golding und seinem Roman "Lord of the flies". so ähnlich stell ich mir das dann vor.

du armer, musstest du den auch in der schule im englischunterricht lesen? ;)

Macht ist nur ein Symbol

von Kraft. Von Kindern erwarten wir keine Kraft.
Deshalb ärgert es uns, wenn sie uns welche zeigen.
Und setzen ihnen Macht entgegen. Statt Kraft.

Niemand gehört an "die" Macht.

Allen gehört die Macht gemeinsam. Die Frage ist eher wie man es intelligent lösen könnte, dass jeder über das für ihn relevante möglichst einfach entscheiden kann.

die realistischere und aktuellere Frage ist:

was bedeutet es, wenn in Kürze die Frauen an der Macht sein sollten?

Das bedeutet gar nichts

Frauen sind dem Mann sehr ähnlich. Vor allem wenn Sie gelernt haben, wie sie an die Macht kommen und wie sie sich an der Macht halten.
mfg Michael

Kein Krieg, aber auch keine Sportschau.

Kein Krieg, kein Sport? Das Paradies?!

dann ist friede

freude, eierkuchen.
ausser im büro.

meine theorie ist ja,

dass, je größer eine gemeinschaft, desto primitiver wird ihr verhalten gegenüber der umwelt:

während das verhalten einer einzelperson ohne komplexität nicht beschrieben werden kann, ähnelt das eines staates schon eher dem hund, der am gartenzaun kläfft um das fremde zu vertreiben, und die menschheit als ganzes nur noch einer amöbe, die einfach vor sich hin wabert und alles aufschluppt, was ihr unterkommt..

also, welchen rang nimmt da das kind ein?

Als Einzelperson kann man sich auch nicht hinter der Masse verstecken. Ist doch bezeichnend - und jeder hat es sich wahrscheinlich schon gedacht - dass bei Versuchen rauskommt, dass je weniger Leute in einem U-Bahn Wagon sind, desto mehr Menschen einem (versuchsmaessig) Kollabierenden helfen.

kriege

werden aufgegessen,
genialer plan.

Kinder können ungeheuer grausam sein ....

Sie wählen sich einen Prügelknaben, der regelmässig verdroschen wird. Sie scharen sich gedankenlos hinter einem Führer, der sie zum Prügeln verführt.

Die Opfer sind sehr oft Vereinzelte und Aussenseiter.

Das können Erwachsene aber auch ganz gut.

haben es ja

als kinder zu genüge geübt!

Marge Simpson: "Kinder können so grausam sein..."

Bart und Lisa: "Können wir? Danke Mum!!!"

Man denke nur

an den "Herrn der Fliegen".

Kinder an die Macht? Ein Alptraum!

ich wäre insofern dafür

wenns um die interessen der kinder geht, sie mit mehr entscheidungsrecht auszustatten.

wir erleben ein übergangszeit von jener, da man seine kinder geliebt, wenn man sie geformt und geschlagen hat, zu einer, in der man sie mit eigener infatiler vorstellung von idylle überchüttet und ihr eigenleben völlig ignoriert.

leonardo da vinci war schon mit 14 hofmaler und goethe veröffentlichte den jungen werther mit 18 - heute ist man noch mit 50 ein junger künstler :)

man möchte ja nicht böse dinge, wie kinderarbeit aus der vergangheit holen. man verschüttet aber das kind mit dem bade, wenn man es der eigenleistung und dem -sinn beraubt und biedermannverdodelt auf eine infantil idyllische ebene skolastischer "berwertbarkeit" verbannt.

mfg

Wie Emil unten schon andeutete, war Goethe bei der Veröffentlichung des Werther 25 Jahre alt.

Lebenserwartung

1796 ca. 35 -40 Jahre
2007 ca. 75 -80 Jahre

ferner haben sie "Ausnahmetalente" als Beispiele genommen.....

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