"Infrastruktur für jeden Schüler"

11. Februar 2008, 09:04
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Ein Notebook plus Mailadresse für alle Schüler ab Schuleintritt ist für Cisco-Manager Robert Moser Pflicht in der Wissensgesellschaft

Seiner beruflichen Heimat entsprechend sieht Robert Moser, Regional Sales Manager der Cisco Österreich, "die Telekommunikation als die bestimmende Infrastruktur". Wann und wie man diese Infrastruktur nütze, hält er folglich für spielentscheidend.

Dabei denkt er nicht nur an Unternehmen in einer globalisierten Wirtschaft, sondern vor allem auch an Österreich auf seinem Weg zur Wissensgesellschaft: Die Affinität zum Computer, zum Internet, sagt Moser, werde hierzulande "viel zu wenig gefördert". Notebooks und eine E-Mailadresse für jeden Schüler bei Schuleintritt sollte eigentlich so selbstverständlich sein wie das Schulbuch, so der IT-Experte weiter.

Allerdings, so die durchaus kritische Anmerkung, gehöre dazu auch eine "Wissensautobahn, die allen zur Verfügung steht". Was ist gemeint? Österreich hinke etwa gegenüber den asiatischen Boom-Staaten und dem nördlichen Europa in puncto Datenhighway hinterher: "In Japan haben Sie DSL-Internetanschlüsse mit zehnfacher Geschwindigkeit um 19 Dollar im Monat."

Moser wünscht sich diesbezüglich deutlich höhere Förderungen für den Ausbau der Breitbahndienste, es müssten auch den Universitäten, den Schulen - analog zum Modell der USA, die dafür jährlich Milliarden zur Verfügung stellen - entsprechende Mittel für Anbindungen zur Verfügung gestellt werden. Es lohne diesbezüglich auch ein Blick ins "vorbildliche" Schweden, merkt Moser an.

Wie solle denn im Zuge des Lebenslangen Lernens eine Methode wie etwa E-Learning funktionieren, fragt er, wenn so genannte strukturschwache Regionen keine "Auffahrt" auf den Datenhighway haben?

Von der notwendigen Vereinigung von Video, Sprache und Daten will er da noch schweigen, dieses virtuelle Klassenzimmer - fordert Moser - sei möglichst schnell einzurichten. Ob er da nicht zu sehr von der Unternehmenskultur einer US-Company geprägt sei? Moser lacht: "Nein, ich habe bei der TopCall begonnen, dort auch den Vertrieb in Deutschland aufgebaut, war dann Lotus-Geschäftsführer in Österreich, dann bei Nortel. Ich arbeite gerne international." (kbau/DER STANDARD Printausgabe, 13./14. Oktober 2007)

  • Robert Moser: Fit-Machen für das wahre virtuelle Klassenzimmer im Life-long Learning.
    foto: standard/hendrich

    Robert Moser: Fit-Machen für das wahre virtuelle Klassenzimmer im Life-long Learning.

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