Stillfreie Zonen

von Redaktion  |  14. Oktober 2007, 19:34
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Zwei Beispiele, die den Weg für die Zukunft zeichnen: Still- und stillfreie Zonen - Kein Geschrei mehr. Alles still

1.) Leserin Barbara R. wollte sich bei MEXX im Wiener Auhofcenter für eine Tauffeier einkleiden. Das Baby war dagegen. Eine junge Verkäuferin erlaubte ihr, den Säugling in der Umkleidekabine zu stillen. Eine Frau riss empört den Vorhang zur Seite: Was sich die junge Mutter eigentlich einbilde. Und überhaupt: "Was mit Kindern heutzutage für G'schichten gemacht werden." Barbara, entblößt in der Kabine, fand die Situation wenig kulinarisch und wollte sich beschweren. Sinnlos, "ich bin die Chefin", erwiderte die Frau: "Machen S' das daheim."

2.) Neue Regelung für das "Stillabteil", jenen schon einmal umwerfend charmant klingenden Platz für Baby-Nahrungsaufnahme in ÖBB-Zügen: Das Abteil bleibt versperrt. Mütter dürfen es ausschließlich im Akutfall des Stillens benützen. Der Zugbegleiter hat den Schlüssel. Das bedeutet: Zugbegleiter suchen, aufsperren lassen, stillen, Zugbegleiter suchen, zusperren lassen.

Zwei Beispiele, die den Weg für die Zukunft zeichnen: Still- und stillfreie Zonen, Stillhalteabkommen, Stillverbotstafeln, verriegelbare Stillzellen, Ausgangsverbot für stillende Mütter, Babyverbot auf öffentlichen Plätzen. Kein Geschrei mehr. Alles still. (Daniel Glattauer, DER STANDARD; Printausgabe, 15.10.2007)

  • danielglattauer.com

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El Coyote
17.10.2007 06:21
Da wäre noch das implizite Stillverbot in der Vergastronomie zu erwähnen,

nämlich der Aschenbecher auf dem Tisch !

peak oil
16.10.2007 12:30
und dieselben prüden leute fordern dann,

dass die leute weniger auf partys gehen und stattdessen mehr kinder machen sollen...

germknödel
16.10.2007 16:22
@peak oil

Genau diese pseudoschristliche Heuchelei geht mir auch auf die Nerven!

osvaldo ardiles
20.10.2007 11:55

lasset die kinder zu mir kommen ...

kabelwurm 
16.10.2007 17:28

pseudochristlich und erzkatholisch.

oder, wie unser kanzler meint, "die erhaltung christlicher werte". ;)

Centurio 
15.10.2007 23:35
Kinderfeindlichkeit wurde nicht von Kdolsky erfunden,

aber von der Kdolsky hoffähig gemacht. Eine Frechheit, das alles. WIr Oesterreicher werden eben aussterben, wenn wir so weitermachen. Eine Schande. Die Mexx-Geschichte ist besonders schlimm.

Ich bin wirsch, gezogen und gehobelt.  
16.10.2007 06:25

Aber Kinderfeindlichkeit zeigt sich doch in erster Linie darin, selber keine Kinder zu wollen. In Wahrheit war es nie besonders schwer oder leicht, mit Kindern zu leben. Alles andere sind bloße Ausreden.

Ich bin wirsch, gezogen und gehobelt.  
15.10.2007 20:06

Ich habe die Beobachtung gemacht (nein, nicht von hinterm Baum aus ...), dass selbst sehr prüde Frauen, also solche, die beispielsweise niemals in eine gemischte Sauna oder FKK oder oben ohne baden gehen würden, während der Stillzeit ganz normal den Busen auspacken und das Baby anlegen. Natürlich hat das nicht im Geringsten eine erotische Komponente, wenngleich mehrere Frauen mir erzählt haben, wie gut das sei, wenn das Baby saugt (womöglich besser, als wenn der Papi saugt ;-))). Jedenfalls duldet das Stillen, wenn das Baby mal Alarm gibt, kaum noch Aufschub, der Busen beginnt zu ziehen, die Milch schießt ein, also Baby anlegen, sonst gibt es eine Überschwemmung.
Aber davon hat die "Frau Chef" halt keine Ahnung. Oder ist das Stillneid?

Flitzpippl 
16.10.2007 16:58
Natürlich hat das nicht im Geringsten eine erotische Komponente,

na sprich für dich selbst ;-)

germknödel
16.10.2007 16:28
@wirsch, gezogen & gehobelt

Erziehung und Gesellschaft sind meist Garant dafür, dass selbst Frauen frauenfeindliche Einstellungen mittragen. Bestes Beispiel meine Ex-Schwiegermutter in spe, die Mitleid mit mir hatte, weil ich Geschirr abwaschen wollte (weil ich das gewohnt bin). Sie schickte mich aus der Küche raus, und schickte die Tochter rein, damit sie das tu, was Frau eben zu tun hat... Auch im Jahr 2007 ist das oft noch so :(

Ich bin wirsch, gezogen und gehobelt.  
16.10.2007 20:58

Du Weichei du ;-) Ich habe heute meiner Kollegin erzählt, dass ich manchmal bügle. Da war sie ganz fassungslos. Ihr Freund kann sich nicht mal selber eine Wurstsemmel machen ...

schurlibub
17.10.2007 19:53

ein mann, der seine hemden nicht selber bügelt, ghört ungschauter rausgschmissen.

Voi La 
16.10.2007 21:08
Was heißt hier nicht können!

Der will einfach nicht!
;-)

tarsier
15.10.2007 19:21
"dag" im interview ...

... über glavinic, arigona, theo und "gut gegen nordwind": http://www.chilli.cc/74-1-58

Voi La 
15.10.2007 22:43
Danke für...

den Hinweis!
Voilà
(bekennender Glattauer-Fan)

Hübner 
15.10.2007 20:49

Es gibt interessante Dinge. Aber auch mein Interesse zum Beispiel ist weiterhin was anderes. Ich würde mir wünschen, Paris Hilton sagt mir mal was ins Gesicht und wir reden darüber.

ubu roi
15.10.2007 22:50

glauben Sie wirklich, dass paris hilton irgendetwas interessantes zu sagen hat?

Hübner 
15.10.2007 23:49

Was immer mir jemand ins Gesicht sagt ist jedenfalls interessant; was schon an der Bedeutung des Wortes 'Interesse' liegt.

germknödel
17.10.2007 13:09
@hübner

Wer ist Paris Hilton?

Bunte Blumenwiese 
15.10.2007 18:49
Kdolsky macht Schule

Am kinderfeindlichsten und familienfeindlichsten sind aus meiner Erfahrung: kinderlose Frauen, berufstätige Großmütter.

b©r
15.10.2007 19:29
Zustimmung

Aber: Sind Frauen ohne Kinder überhaupt vollwertige Frauen? Somit: Sind das nicht eigentlich fast Männer?

MC Escher
16.10.2007 18:39

Danke fuer diesen brillianten Beitrag. Das sollte man unbedingt weiterdenken: Sind Maenner ohne Kinder ueberhaupt vollwertige Maenner? Sind Menschen ohne Kinder ueberhaupt vollwertige Menschen? Somit: Sind das nicht eigentlich fast Tiere?

Weitergedacht erkennt man erst die wahre Brillianz ihres Beitrags.

Caroline P. 
15.10.2007 21:36
Und wie ist das mit kinderlosen Männern?

Sind das dann Eunuchen oder sowas?

b©r
16.10.2007 08:55

Wo ist das Problem? Männer bleiben immer Männer. Die wissen ja nicht ob sie schon ein Kind haben. Muss man alles erklären?

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