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Teils manifestierte sich das auch architektonisch: Christ und Wieninger erhielten ihre traditionelle Ausschank – ergänzten sie aber durch moderne Zubauten. Und dann bekamen die Grinzinger sogar aus der direkten Nachbarschaft Druck – auch wenn niemand auftrat, um gegen Grinzing zu arbeiten. Oben, am Cobenzl, machte Thomas Podsednik aus dem heruntergekommenen historischen Stadt-Weingut einen modernen Vorzeigebetrieb – und räumte dafür prompt Preise und Auszeichungen ab. Und unten, in der Grinzinger Straße, investierten Stefan Hajszan und Franz Schmid, dass es nur so pfeift.
Die Reaktion auf diese Erneuerung und Aufbruchstimmung? Eine Raunzerei der Extraklasse. Natürlich kann man es kritisieren, wenn die Stadt Wien alte Winzerbauten umwidmet. Ja, unter anderen wurde etwa das Haus des Weinhauers Berger von einer Immobilienfirma übernommen – allerdings nach einem Insolvenzverfahren. „Unsere Heurigen sind ein Kulturerbe Wiens, für dessen Erhaltung die Stadt sorgen müsste“, wetterte etwa Franz Hengl von der „Vereinigung der Freunde Grinzings“.
In erster Linie ist es aber die Aufgabe der Heurigenwirte selbst, darauf zu achten, dass ihr Betrieb floriert. Doch allzu viele in Grinzing verharrten in der touristischen Vermarktung ihrer Tradition – und vergaßen auf das Erneuern, das Beleben ihrer Geschichte. Und es waren schon die Grinzinger selbst, die die Weingärten vom Nussberg herunterwirtschafteten und teils mit Hypotheken hoffnungslos überschuldeten. Die Grinzinger waren es nicht, die den Nussberg schließlich retteten – sondern die Winzer aus Mauer und Stammersdorf. Und jetzt auch die Quereinsteiger Hajszan und Schmid.
Letztere seien ja gar keine Winzer, heißt es prompt in Grinzing – wo gleichzeitig gejammert wird, dass es für viele Traditionsbetriebe keine Nachfolger gibt. Na und? Man kann sich auch abseits der Verwandten umschauen – wie es nun Franz Mayer am Pfarrplatz bewiesen hat. Und: Man kann die Sache auch selbst in die Hand nehmen – wie es jetzt die neue Winzergruppe von Grinzing beweisen will. (Roman David-Freihsl/DER STANDARD – Printausgabe, 13./14.10.2007)
ist einfach zum Speiben! Es ist erschütternd, wie Heuriger mit genialer Lage, wunderschönen Gärten und teilweise auch gemütlicher Ausstattung dann beim zentralen Thema so runterleeren.
Z. B. der Prielinger in der Rudolfinergasse (gibst schon länger nicht mehr) : Urgemütlich, total schöner Garten,nette Wirtleut und der Wein der reine Essig.
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