Sports Utility Vehicles erfreuen sich - noch - großer Beliebtheit
Während die Verbrauchsdiskussion von einem Höhepunkt dem nächsten zustrebt, stolpert das wahre Leben weit hinterher. Weil so genannte Sports Utility Vehicles (SUVs) sich ungebrochener Beliebtheit erfreuen, bringt die Autoindustrie ein neues Modell nach dem andern heraus.
Dabei sind gerade in diesem Segment die Voraussetzungen für ökologisch verträgliche Mobilität denkbar schlecht: Diese Fahrzeuge sind aufgrund ihres voluminösen Auftretens und der aufwändigen Technik schwerer als herkömmliche Pkw und haben einen höheren Luftwiderstand, benötigen darum für die gleichen Fahrleistungen stärkere Motoren und verbrauchen folglich grundsätzlich mehr Kraftstoff als herkömmliche Personenwagen.
Sicherheitsgewinn fraglich
Gleichzeitig ist der Gewinn an positivem Fahrgefühl und Sicherheit zweifelhaft. Denn all das, was ein SUV im Besonderen kann, wird ganz selten benötigt. Fahren abseits asphaltierter Straßen ist meist ohnehin verboten. Auch die Vorteile bei Schlechtwetter, Eis, Schnee halten sich in Grenzen. Außerdem sind sie unhandlich.
Besonders heikel ist die Frage nach dem Sicherheitsgewinn: Schwere Autos richten bei Unfällen höhere Schäden bei leichten Fahrzeugen an. Auch die Vorteile des Allrads punkto individueller Sicherheit werden in der Regel durch forschere Fahrweise kompensiert. SUVs sind auch deutlich teurer als vergleichbare Kombis mit gleichem oder größerem Ladevolumen.
Emotionelle Wahrnehmung
Hier hat sich also vorwiegend über die emotionelle Wahrnehmung eine Fahrzeugklasse entwickelt, die in Widerspruch zu den Anforderungen künftiger Mobilität steht. Anzunehmen, dass unter dem Druck weiter steigender Spritpreise und zunehmend schlechtem Umweltgewissen der Trendhöhepunkt bald überschritten sein wird. (rs, AUTOMOBIL, 12.10.2007)