SUVs in der Sackgasse

Redaktion, 12. Oktober 2007, 09:33

Sports Utility Vehicles erfreuen sich - noch - großer Beliebtheit

Während die Verbrauchsdiskussion von einem Höhepunkt dem nächsten zustrebt, stolpert das wahre Leben weit hinterher. Weil so genannte Sports Utility Vehicles (SUVs) sich ungebrochener Beliebtheit erfreuen, bringt die Autoindustrie ein neues Modell nach dem andern heraus.

Dabei sind gerade in diesem Segment die Voraussetzungen für ökologisch verträgliche Mobilität denkbar schlecht: Diese Fahrzeuge sind aufgrund ihres voluminösen Auftretens und der aufwändigen Technik schwerer als herkömmliche Pkw und haben einen höheren Luftwiderstand, benötigen darum für die gleichen Fahrleistungen stärkere Motoren und verbrauchen folglich grundsätzlich mehr Kraftstoff als herkömmliche Personenwagen.

Sicherheitsgewinn fraglich

Gleichzeitig ist der Gewinn an positivem Fahrgefühl und Sicherheit zweifelhaft. Denn all das, was ein SUV im Besonderen kann, wird ganz selten benötigt. Fahren abseits asphaltierter Straßen ist meist ohnehin verboten. Auch die Vorteile bei Schlechtwetter, Eis, Schnee halten sich in Grenzen. Außerdem sind sie unhandlich.

Besonders heikel ist die Frage nach dem Sicherheitsgewinn: Schwere Autos richten bei Unfällen höhere Schäden bei leichten Fahrzeugen an. Auch die Vorteile des Allrads punkto individueller Sicherheit werden in der Regel durch forschere Fahrweise kompensiert. SUVs sind auch deutlich teurer als vergleichbare Kombis mit gleichem oder größerem Ladevolumen.

Emotionelle Wahrnehmung

Hier hat sich also vorwiegend über die emotionelle Wahrnehmung eine Fahrzeugklasse entwickelt, die in Widerspruch zu den Anforderungen künftiger Mobilität steht. Anzunehmen, dass unter dem Druck weiter steigender Spritpreise und zunehmend schlechtem Umweltgewissen der Trendhöhepunkt bald überschritten sein wird. (rs, AUTOMOBIL, 12.10.2007)

Leserfragen an:

Rudolf Skarics

  • Gefährliche Elektroautos [136]

    Elektrische Spannungen und Ströme, aber auch die Elektromotoren selber bergen hohe Risiken

  • Konflikt Fahrrad versus Auto [268]

    Die Trennung von Rad- und Autoverkehr funktioniert nicht wirklich. Radwege mögen das richtige Symbol sein, aber nicht immer die richtige Lösung

  • Vom autonomen Autofahren [42]

    Autofahren ist vor allem in Ballungsräumen nicht mehr lustig und um das erste verdiente Geld auszugeben gibt es genügend Alternativen zum Auto

  • Start-Stopp: Es gibt längst Besseres [86]

    Die Zukunft gehört Systemen mit Starter-Generator, der unauffällig zwischen Stillstand, Elektro- und Verbrennungsmotorbetrieb wechselt

  • Verkehr in Megacitys [3]

    Die Autoindustrie liefert Konzepte für den Autoverkehr in künftigen Megacitys und denkt über besonders kleine und smarte Fahrzeuge nach

  • Zugfahren als Schnäppchenjagd [185]

    Die Bahn hält Neukunden konsequent fern. Alternativen sind die neue Westbahn - oder der private PKW

  • Radfahren: Fit, aber tot? [256]

    Je mehr Radfahrer sich auf den Straßen tummeln, umso mehr Unfälle gibt es auch

  • Autosalon als Spiegelbild [3]

    Die heurige Automobilausstellung in Frankfurt kehrt auf den ersten Blick wieder ziemlich auf den Boden der Tatsachen zurück

  • Das Auto braucht Straßen [86]

    Das Auto braucht eine Infrastruktur, nämlich Straßen, und die schenken uns die Autohersteller nicht dazu

  • Autofahren mit Biogas [39]

    Biogas wird im Wesentlichen aus landwirtschaftlichen "Abfällen" hergestellt, tritt also nicht in unmittelbare Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion

  • Pendlerpauschale ade? [379]

    Eine hohe Mobilität von Arbeitskräften ist eine Grundlage unseres Wirtschaftslebens. Die CO2-Diskussion betrifft vor allem auch die Pendler

  • Mit den Waffen der Gegner [99]

    Gijs Mom macht sich schon lange Gedanken, warum der Elektromotor vor 100 Jahren den Wettlauf mit dem Verbrennungsmotor verlor

  • Abgas-Erregungsakrobatik [19]

    Bis heute spielen die kompromisslosen Autoverteidiger eine lautstark polternde, aber ziemlich nutzlose Rolle

  • Feinstaubalarm beim Ottomotor [81]

    Die Regelung Euro 5 sieht eine Begrenzung der Partikelmasse vor. Aber nur mit der Partikelmenge lässt sich der Feinstaubanteil erfassen

  • Feindbild Automobil (III) [20]

    Die Existenz zu vieler Autos wird zwar beklagt, als Jobmoter sind Autofabriken aber nach wie vor gerne gesehen

  • Feindbild Automobil (II) [103]

    Fahrrad- und Automobilfahrer waren einst Freunde. Die Freundschaft hatte ein Ende, als das Auto dem Rad davonfuhr

  • Feindbild Automobil (I) [71]

    Das Auto hatte es Anfangs ganz und gar nicht leicht, sich durchzusetzen

  • Porsche-Preis fürs Lichtsparen [21]

    Der Prof.-Ferdinand-Porsche-Preis der TU Wien geht dieses Jahr an Wolfgang Huhn (Audi) und Kamislav Fadel (Automotive Lightning)

  • Gasgeben wörtlich genommen [12]

    Mit steigenden Kraftstoffpreisen werden Alternativen zu Benzin und Diesel zusehends interessanter, insbesondere Erdgas

  • Gummi braucht Straße

    Die Hoffnung der Autobranche lautet, in den derzeit noch weniger entwickelten Ländern im Laufe der Zeit auf über 500 wie bei uns aufschließen wird

  • Elektromotor rettet Verbrennungsmotor [41]

    Das diesjährige Wiener Motorensymposium prophezeite revolutionäre Zeiten im Automobilbau

  • Flexibler Motorenpapst [43]

    Es werden nur jene technischen Lösungen kommen, für deren Erforschung und Umsetzung in die Praxis sehr viel Geld ausgegeben wird

  • Auf ins Energiesparadies [8]

    Wahrscheinlich befinden wir uns jetzt im letzten Drittel des Erdölzeitalters - und auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger

  • Mit dem Rotstift durch die Verbrauchstabelle [60]

    Mercedes senkt mit Akribie den CO2-Ausstoß seiner E-Klasse, jedenfalls auf dem Papier

  • Automatik ohne Mehrverbrauch [197]

    Mit manuellem Schaltgetriebe, automatischem Doppelkupplungsgetriebe und Wandlerautomatik werden heute in etwa die gleichen Verbrauchswerte erzielt

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