Finanzierungsmodell Bacon

16. Oktober 2007, 13:33
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Londoner Auktionen im Umfeld der "Frieze Art Fair"-Eröffnung

London – Effizienz kann man den Briten wahrhaftig nicht in Abrede stellen, schon gar nicht in der Kunstbranche. Die Frieze Art Fair kommt längst in Begleitung zahlreicher Events daher. Das Debüt fand 2003 statt und zog innerhalb kürzester Zeit Satellitenevents nach sich.

Die diesen Donnerstag startende fünfte Auflage, sie versammelt bis inklusive 14. Oktober im Londoner Regent’s Park 151 Galerien aus 25 Ländern, wird von drei weiteren Parallelmessen flankiert: Die "Bridge Art Fair" hat im Trafalgar Hotel ihre Premiere und nimmt sämtliche 120 Luxuszimmer in Beschlag. Die "Zoo Art Fair (12.–15.10.) ist vom namensgebenden Zoo in die Royal Academy of Arts beim Piccadilly Circus übersiedelt.

Und unter den Teilnehmern der Pulse London (bis 14. 10.) finden sich mit Lukas Feichtner, Ernst Hilger, Hans Knoll und der Galerie Brunnhofer vier Teilnehmer aus Österreich. Schon als Stammfraktion können jene bezeichnet werden, die ihr artifizielles Gut im Regent’s Park ausbreiten: Georg Kargl, Martin Janda und Gabriele Senn, dazu die Galerien Krinzinger, Meyer Kainer, Thaddaeus Ropac und Krobath Wimmer.

Zeitgleich locken die Auktionshäuser mit einem nicht weniger als elf Sales umfassenden Angebot. Phillips de Pury verteilt ab 13. Oktober in vier Teilen, darunter einer Sammlung russischer Zeitgenossen sowie einer Sammlung chinesischer Avantgarde. Zum Auftakt schwingt Sotheby’s den Hammer, ab dem 12. Oktober verteilt man eine wertmäßig rekordverdächtige Auswahl.

Campuserweiterung

Zwischen 70 und 98 Millionen Euro beziffern die Experten ihre Erwartungen. Neben Etabliertem gibt man auch Cutting Edge eine Chance, etwa den mit Erwartungen von 870.000 Euro ins Rennen geschickten Raqib Shaw (The Garden of Earthly Delights III). Der Star des Abends wird einmal mehr Francis Bacon sein. Das aus dem Besitz seines Hausarztes stammende Diptychon (Studies of Isabel Rawsthorne) soll zwischen 1,5 und 2 Millionen Pfund bringen.

Dem hält Christie’s (ab 14. 10.) ein Werk mit renommierter Provenienz entgegen. Zur Finanzierung der Campuserweiterung schmeißt das Royal College of Art sein Study from the Human Body, Man Turning on the Light auf den Markt (7–9 Mio. Pfund). Christie’s erwartet aus seinen vier Sitzungen ein Einspielergebnis um die 72 Millionen Euro. (kron/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.10.2007)

  • Christie’s mit Bacon: "Study from the Human Body".
    foto: christie’s

    Christie’s mit Bacon: "Study from the Human Body".

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