Der neue Klang des Buster Keaton

7. Oktober 2007, 19:39
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Es gelte, erklärte Bernhard Fleischmann, Grundlegendes klarzustellen: Zum einen säße er im Kino nicht vorne unter der Leinwand ...

Es gelte, erklärte Bernhard Fleischmann, Grundlegendes klarzustellen: Zum einen säße er im Kino nicht vorne unter der Leinwand. Zum anderen spiele er nicht Klavier. Und nur weil Herbert Prikopa einst im Kinderfernsehen behauptet hatte, dass alles, wo Buster Keaton draufstehe, ulkig sei, müsse das auch nicht stimmen: "Der General" (aus dem Jahr 1927) etwa sei einfach ein guter Spielfilm - und keine Slapstick-Komödie. Erst recht nicht, wenn man ihn im richtigen Tempo abspielt.

Den Film mit seinen Eisenbahn-Verfolgungsjagden hat der Wiener Elektronikmusiker Fleischmann "mittlerweile sicher 30-mal" gesehen. Schließlich war er von Christian Schädel (dem Betreiber des Szene-Cafés "Phil" und der Gartenbaukino-Kantine "Philiale") gebeten worden, den "General" anlässlich der zehnten Geburtstagsparty von Norman Shetlers Cineasten-Videothek "Alphaville" neu zu vertonen. Das ist nun schon länger her. Außerdem spielte Fleischmann da eher im kleinen Rahmen.

Die Idee, tolle alte Filme zeitgenössisch und im großen Saal zu bemusizieren, ließ die drei aber nicht mehr los: Vergangene Woche "rockte" man mit "Buster Fleischmann" das Gartenbaukino. Fleischmann bekam Standing Ovations - und niemand hatte das Gefühl, ein schenkelklopfendes "Väter der Klamotte"-Revival erlebt zu haben. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD; Printausgabe, 8.10.2007)

  • Brachten den "General" ins Gartenbau: Fleischmann, Shetler, Schädel (von oben nach unten).
    foto: rottenberg

    Brachten den "General" ins Gartenbau: Fleischmann, Shetler, Schädel (von oben nach unten).

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