Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen haben begonnen

7. Oktober 2007, 18:00
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170 doppelte Wahlgänge - 251.339 Wahlberechtigte - Erste Wahllokale seit 6.30 Uhr geöffnet

Eisenstadt - Im Burgenland haben die am Sonntag stattfindenden Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen begonnen. Als erste Gemeinden öffneten im Nordburgenland Bruckneudorf, Hirm sowie Neudörfl und Wiesen um 6.30 Uhr ihre Wahllokale. Bereits um 11.00 Uhr werden die ersten Wahllokale in den südburgenländischen Orten Bildein, Badersdorf, Kleinmürbisch und Tschanigraben wieder geschlossen.

170 von 171 Gemeinden – das mittelburgenländische Steinberg-Dörfl wählte außertourlich – bestimmen in den parallelen Wahlen nicht nur über die Zusammensetzung ihres jeweiligen Rates, sondern auch über die Person des Bürgermeisters. Der diesbezügliche Stichwahltermin ist zwei Wochen später, am 21. Oktober.

Die Wahlen zum Gemeinderat und zum Bürgermeister sind aber nicht nur parallel. Sie sind auch unabhängig von einander. In immerhin 25 Gemeinden verfügt deshalb der Bürgermeister über keine farbgerechte Mehrheit im Ortsparlament.

Differenz zwischen Partei und Bürgermeister

In fünf Gemeinden davon – Tadten, Jabing, Markt Neuhodis, Müllendorf und Unterfrauenhai – standen einander 2002 nur SPÖ und ÖVP gegenüber. Und doch hat da der Bürgermeister eine andere Couleur als der Gemeinderat.

Am deutlichsten ist die Differenz zwischen Partei und Bürgermeister im nordburgenländischen Zurndorf. Den Ortschef, Werner Falb-Meixner, wählten 2002 55,3 Prozent der Zurndorfer, seine ÖVP dagegen nur 34,1. Die SPÖ verfügt mit 11 Gemeinderatsmandaten (ÖVP 7, FPÖ 3) über eine absolute Mehrheit.

Natürlich sei diese Situation, meint Falb-Meixner, nicht immer einfach. „Andererseits ist man gezwungen, alles sehr penibel vorzubereiten. Und das finde ich gut.“ In der vergangenen fünf Jahren habe es eigentlich nur bei der geplanten Errichtung eines Golfplatzes einschlägige Probleme gegeben, „da könnten wir schon weiter sein, das ist verzögert worden“.

Parteipolitik sei in der Gemeinde zweitrangig. „Da geht es eigentlich immer um die Sache.“ Auch die anderen Parteien könnten es sich nicht erlauben, bloß aus Bestemm zu blockieren. Resümee: „Bei uns hat das eigentlich ganz gut funktioniert.“ Nachsatz: „Drei Jahre lang.“

Um 16.00 Uhr ist die Kommunalwahl in einem Großteil der 170 Gemeinden beendet. Auch in der Landeshauptstadt ist die Stimmabgabe bis zu diesem Zeitpunkt möglich. Am längsten - bis zum allgemeinen Wahlschluss um 17.00 - können die Bürger in der Freistadt Rust und in Wiesen wählen. Landesweit gibt es insgesamt 360 Wahlsprengel.

Bei der Gemeinderatswahl im Jahr 2002 (wahlberechtigt: 241.482) lag die Wahlbeteiligung landesweit bei 85,74 Prozent. Regional verhältnismäßig am höchsten war sie mit 87,61 Prozent im Bezirk Güssing. Diesmal können insgesamt 251.339 Personen ihre Stimme abgeben. Nach Bezirken betrachtet, gibt es in Neusiedl mit 48.664 (2002: 45.135) die meisten Wahlberechtigten, knapp gefolgt vom Bezirk Oberwart mit 47.793 (2002: 46.335). (wei/DER STANDARD, Printausgabe, 6.10.2007A/APA)

  •    170 doppelte Wahlgänge und 360 Wahlsprengel für 251.339 Wahlberechtigte: Das Burgendland wählt am Sonntag Bürgermeister und Gemeinderäte.
    foto: cremer

    170 doppelte Wahlgänge und 360 Wahlsprengel für 251.339 Wahlberechtigte: Das Burgendland wählt am Sonntag Bürgermeister und Gemeinderäte.

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