Elektronische Pfadfinder

5. Oktober 2007, 10:11
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Solange Navigationssysteme nicht zur automobilen Serienausstattung gehören, stellen Routenplaner im Internet eine praktische Alternative dar

Vorweg: Da praktisch alle Routenplaner die Verkehrswege in Städten gut abdecken, habe ich zu Testzwecken die Fahrtstrecke zwischen zwei kleinen, ländlichen Orten gewählt - vom steirischen Thannhausen bei Weiz nach Kukmirn im Südburgenland. Mit dem Ergebnis, dass der Routenplaner von Yahoo weder Start noch Ziel der Reise erkannte - und damit aus dem Test ausschied.

www.maps.google.com
Wer die Landkarten von Google zum ersten Mal nutzt, sucht vergeblich nach einem Start- und Zielfeld. Ausgangspunkt wie Endstation der Reise müssen, ergänzt mit den Worten "von" und "nach", in ein einziges Feld eingegeben werden. Mein Suchbefehl bringt mir für Thannhausen sechs Treffer zur Auswahl, beim Anklicken des richtigen erscheint eine sehr übersichtliche Landkarte, die sich allerdings nur in relativ großen Zoomschritten vergrößern bzw. verkleinern lässt. Die stichwortartige Wegbeschreibung gliedert die Route in 27 Schritte und passt, wenn man alle Karten (Start, Etappenausschnitte und Ziel) wegklickt, auf eine DIN-A4-Seite. Ob es sinnvoll ist, 13 Meter kurze Teilstücke eigens auszuweisen, sei dahingestellt - umso mehr, als Straßennamensschilder auf dem Land ohnehin eher selten sind. Im Gegensatz zu allen anderen Testkandidaten listet Google die Fahrzeit nicht kumuliert, sondern etappenweise auf; die gesamte Distanz und Fahrtdauer ist wie bei den Mitbewerbern am Seitenkopf ausgewiesen. Gemeinsam ist allen auch die optionale Darstellung der Route per Landkarte, Satellitenaufnahme oder Hybrid (Satellitenfoto plus Städtenamen und Straßen). Positiv fallen in der Google-Wegbeschreibung die simplen Pfeile nach rechts oder links sowie die fett gedruckten wichtigen Informationen (Richtungsangaben und Namen) auf - und natürlich das Fehlen von Werbebannern. 9 Punkte

www.falk.de
Auf der Falk-Website sind Start- und Zielort in entsprechende Felder einzutippen. Die relativ lange Wartezeit auf ein Suchergebnis wird mit "Werbeinformation unseres Partners" begleitet. Überhaupt nimmt Werbung auf dieser Seite so viel Platz in Anspruch, dass relevante Informationen gestaucht wirken. Versehentliches Anklicken von Links ist fast unvermeidlich, besonders bei der Taskleiste für Sonderziele, die sich schon bei Cursorberührung öffnet. Die Übersichtskarte halte ich für die beste im Test; bei den Detailkarten lassen sich die Pfeile, die jeden Schritt markieren, nur schwer den Nummern in der Wegbeschreibung zuordnen. Selbige ist zwar in Stichworten gehalten, gliedert die Strecke aber in 37 Abschnitte, die ausgedruckt knappe drei A4-Seiten füllen. Links zu Expedia.de für allfällige Hotelbuchung am Zielort (allerdings muss man auf der Expedia-Seite den Ort selbst eingeben) oder zur Deutschen Bahn mögen nützlich sein, jene zu diversen Banken aus Usersicht Platzverschwendung. Der Link zu aktuellen Verkehrsinfos beschränkt sich leider auf Deutschland. 7 Punkte

www.herold.at
Relativ neu ist der Service "Karte & Route" bei Herold. Auch hier bewegt sich viel (Werbung) auf der Seite, was ich ablenkend und lästig finde. Nach Eingabe von Start und Ziel (inklusive Definition, welches Thannhausen ich will) erscheint eine Übersichtskarte mit gezählten acht Ortsnamen, zoomt man einen Schritt näher, passt die ganze Strecke schon nicht mehr auf die Karte, aber Namen scheinen immer noch nicht auf. Für die in 22 Abschnitte aufgeteilte Wegbeschreibung mit pittoresken, aber auf einen Blick nicht so gut erkennbaren Richtungssymbolen sind eineinhalb A4-Seiten nötig, was sich vor dem Ausdruck weder erkennen noch ändern lässt, und die Fahrtzeit wird nur gesamt ausgewiesen. 6 Punkte

www.map24.at
Die auf- und abhüpfenden Frösche, die zur Hotelsuche führen sollen, nerven ebenso wie die Pop-up-Fenster für Auto- und sonstige Werbung. Damit könnte ich noch leben, wenn dafür die Landkarte gut wäre. Ist sie aber nicht: Nach Eingabe von Start und Ziel erscheint eine Überblickskarte mit Fähnchen für Ausgangs- und Endpunkt (was was ist, muss man erahnen), aber ohne irgendwelche Ortsnamen. Wo man sich befindet, erfährt man erst, wenn der Cursor sekundenlang an einer Stelle der Karte verweilt. Im nächsten Zoomschritt erscheinen auch nur Bundesland und Hauptstadt. Teilweise zoomt die Karte ungewollt und ganz von allein ein und aus. Die Wegbeschreibung ist unnötig in ganzen Sätzen ausformuliert, und Informationen wie "Sie verlassen jetzt Rudersdorf" tragen dazu bei, dass 35 Abschnitte und drei A4-Seiten Ausdruck zustande kommen. Immerhin: Die Piktogramme sind deutlich. 4 Punkte (Marie-Thérèse Gudenus, Der Standard, Printausgabe 5.10.2007)

Jeder Test spiegelt die persönliche Erfahrung der Autorin wider. Punkte: 10=Top, 0=Flop
  • Routenplaner, eine praktische Alternative.
    www.herold.at

    Routenplaner, eine praktische Alternative.

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