Schmied kritisiert "Panikmache" der AHS-Lehrer

12. Oktober 2007, 10:14
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Unterrichtsministerin lässt sich Lehrer-Lob in Form von Inseraten 240.000 Euro kosten - Streit innerhalb der roten Lehrergewerkschaft

Wien - Unterrichtsministerin Claudia Schmied zeigt sich enttäuscht über die Protestaktionen der AHS-Lehrer zu ihrem Gesetzesentwurf über die Modellregionen zur "Neuen Mitelschule". "Ich bin verärgert, wenn man jetzt in der Phase der Begutachtung Panikmache betreibt", sagte sie am Freitag im Ö1-"Mittagsjournal" zu den Dienststellenversammlungen an den Schulen. Zur Haltung des Koalitionspartners ÖVP meinte sie, das seien Meinungen, die hier abgegeben würden.

Inserate

Offenbar als eine Art Beruhigungspille für die Lehrer hat Unterrichtsministerin Claudia Schmied in ganzflächigen Inseraten in mehreren Tageszeitungen (Freitag-Ausgaben) den Pädagogen Lob für ihre Arbeit ausgesprochen. Offiziell nimmt Schmied dafür den "Welttag der 'Lehrerinnen und Lehrer " zum "Anlass, um Ihnen für die großen Leistungen zu danken, die Sie für die Bildung und Ausbildung unserer Kinder und Jugendlichen erbringen". Ihren Appell an die Lehrerschaft via Zeitungsinserat verteidigt Schmied als Ausdruck ihrer Wertschätzung zum Welttag der Lehrerinnen und Lehrer. Die Kosten beziffert sie mit 240.000 Euro - "zwei Euro pro Lehrer und Lehrerin", rechnet Schmied vor.

Versammlungen

Die Versammlungen der Lehrer an den höheren Schulen am Donnerstag und Freitag stehen offiziell unter dem Motto der "Information über schulorganisatorische Änderungen" und der Thematisierung der Arbeitssituation der Pädagogen. Die Gewerkschaft mobilisiert aber vor allem gegen die geplanten Modellregionen in Richtung Gesamtschule.

Kritik auch von roten Gewerkschaftern

Kritik am Entwurf kommt auch aus den Reihen der roten AHS-Gewerkschafter, die den Beschluss zu den Dienststellenversammlungen mittragen. FSG-Vertreter Michael Zahradnik sagte, man befürchte weniger Mitbestimmung und Lohn, zumindest langfristig. Er forderte "eine ganze Menge Sicherheiten und Garantien für meine Leute".

"Modellregion eine Chance geben"

Auf Widerstand in der eigenen Fraktion stieß Zahradnik damit bei seinem FSG-Kollegen, Herbert Modritzky. "Das ist ein besonderes Problem, und mit unseren Kollegen müssen wir ernsthafte Gespräche führen." In der Sozialdemokratie gebe es seit langem den Beschluss, sich für eine gemeinsame Schule einzusetzen. Man müsse den Modellregionen eine Chance geben.

Den Vorwurf, er falle seiner Partei in den Rücken, wies Zahradnik zurück und erklärte die unterschiedliche Lage der beiden Lehrergruppen: Die Pflichtschullehrer könnten nur gewinnen - an Renommee, an Gehalt, und sie bekämen bessere Schüler. "Wir können - davor fürchten sich meine Leute - nur verlieren".(APA/red)

  • Das Inserat der Unterrichtsministerin.
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    Das Inserat der Unterrichtsministerin.

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