Vom 20. bis 30. 10.

24. Oktober 2007, 20:22
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20. 10.

Staub
Materie am falschen Ort oder einfacher: Staub ist das Thema von Hartmut Bitomskys Dokumentarfilm. Staub wird in erster Linie bekämpft (hier scheinen der Fantasie keine Grenzen gesetzt), manchmal steht er im Zentrum wissenschaftlicher Forschung und bisweilen gibt er Anlass zu philosophischen Fragestellungen. Ein denkbar kleines Objekt also, dessen großer Einfluss auf das menschliche Leben unbestritten ist.
Künstlerhaus 16.00
(Wh.: 24. 10. Metro 18.30)

21. 10.

Hamilton
Ein Vorort von Baltimore an einem Wochenende im Sommer: Lena und Joe sind ein Paar, beide sind noch sehr jung und erst seit Kurzem Eltern. Sie kümmert sich um das Kind, während er versucht sich mit zwei Jobs über Wasser zu halten. Ohne viele Dialoge, dafür umso genauer was Details, Gesten und Bewegungen anlangt, skizziert Matthew Porterfield in seinem Debütfilm den Alltag zweier Menschen.
Stadtkino 18.00
(Wh.: 22. 10. Künstlerhaus 23.30)

22. 10.

Proletarisches Kino
In der Programmschiene zu einem Proletarischen Filmschaffen in Österreich präsentiert das Filmarchiv Austria Beispiele linker Filmkunst der ersten Republik. Das Programm Nummer 5 mit dem Titel "Auf/Umbau 1" thematisiert die Durchdringung privater Lebenswelt mit politischen Ideen: von den Errungenschaften des roten Wien in Sachen Wiederaufbau, Wohlfahrt, Fürsorge und Gesundheit bis zu visionären Wohnprojekten wie dem "Einküchenhaus" namens "Heimhof".
Metro 13.30)

23. 10.

Haebyuneui Yoein / Woman on the Beach
Um die Schreibblockade an seinem neuesten Drehbuch zu überwinden, fährt Joong-Rae mit einem Freund und dessen Freundin ans Meer. Eine Dreiecksgeschichte entwickelt sich, und schon wenig später taucht eine andere Frau auf, die Joong-Raes Aufmerksamkeit auf sich zieht. Der koreanische Regisseur Hong Sangsoo entwirft in Woman on the Beach ein Bild männlicher Malaise zwischen Selbstmitleid und Egoismus.
Urania 13.30
(Wh.: 24. 10. Metro 13.30)

24. 10.

I'm Not There
Was schon im Titel wie eine Verweigerung klingt, wird in Todd Haynes' Film konsequent weitergeführt: Sechs Schauspieler (darunter auch Cate Blanchett) verkörpern Bob Dylan in seinen unterschiedlichsten Lebens- und Schaffensphasen. Kein Biopic im klassischen Sinn, sondern eine anspielungsreiche freie Assoziation über eine vielseitige Persönlichkeit im ständigen Wandel.
Gartenbaukino 19.30
(Wh.: 25. 10. Urania 23.30)

25. 10.

Kurzfilme Nina Menkes
Frauen, die Grenzen überschreiten, stehen im Zentrum der beiden Kurzfilme aus den frühen 80er-Jahren von Nina Menkes, der die Viennale ein Special Program widmet: Die Reise von Israel nach Nordafrika wird in "The Great Sadness of Zohara" für die Titelheldin zu einem spirituellen Erlebnis, der Zustand zwischen Gesundheit und Krankheit in "A Soft Warrior" zu einer körperlichen Grenzerfahrung.
Stadtkino 15.30

Phantom Love
Die amerikanische Independent-Filmemacherin Nina Menkes, der die diesjährige Viennale auch ein umfassendes Special Program widmet, entwickelt in ihrem neuesten Spielfilm ein surreales Drama in einer dichten, traumähnlichen Atmosphäre: Eine Frau muss sich von emotionalen und familiären Zwängen lösen, um endlich ihre persönliche Freiheit zu finden.
Künstlerhaus 21.00
(Wh.: 26. 10. Urania 13.30)

26. 10.

State Legislature
Institutionen haben es dem Dokumentaristen Frederick Wiseman seit jeher angetan, in State Legislature widmet er sich dem Apparat, der hinter demokratischen Entscheidungsfindungen steht. Ganz ohne Off-Kommentare und Interviews beobachtet er Abgeordnete und Senatoren des US-Bundesstaats Idaho bei ihrer täglichen Arbeit.
Stadtkino 18.00
(Wh.: 31. 10. Künstlerhaus 11.00)

The Student Nurses
Vier hübsche Schwesternschülerinnen kämpfen im kommerziell erfolgreichsten Film der B-Movie Regisseurin Stephanie Rothman um ihr Recht auf Selbstbestimmung, auf beruflicher, privater und sexueller Ebene. Sie treffen damit die gesellschaftspolitisch aufgeheizte Stimmung zu Beginn der 70er-Jahre und sind dabei - wie es die Regisseurin selbst so treffend formulierte - so nackt wie möglich.
Urania 21.00;
(Wh.: 29. 10. Stadtkino 23.00)

27. 10.

Casting a Glance
Die "Spiral Jetty" ist eine mächtige Skulptur, aus Erde geformt, realisiert im großen Salzsee von Utah. Viele Male hat der Avantgardefilmer James Benning dieses beeindruckende Werk der Land Art besucht und das Zusammenspiel von Zivilisation und Natur, die Einschreibung von Geschichte in Landschaft dokumentiert. Davor: Astrid Ofners Kurzfilm Sag es mir Dienstag.
Metro 21.00
(Wh.: 29. 10. Stadtkino 18.00)

28.10.

Persepolis
Marjane Satrapi ist noch ein Kind, als sich durch die islamische Revolution das Leben in ihrer Heimat schlagartig ändert. Sie wird von ihren Eltern nach Wien geschickt, kehrt nach Teheran zurück, um das Land nach missglückten Integrationsversuchen wieder Richtung Paris zu verlassen. Ihre Erlebnisse hat Satrapi in Comics verarbeitet, die als Vorlage für ihren Animationsfilm dienen.
Gartenbaukino 18.00
(Wh.: 20. 10. Künstlerhaus 23.30)

29.10.

Tout est pardonné
Als die Ehe von Pamelas Eltern zerbricht, versinkt der Vater in Drogensucht und tritt erst wieder in ihr Leben, als diese schon nicht mehr mit ihm rechnet. In ihrem Spielfilmdebüt erzählt die Schauspielerin und Filmkritikerin Mia Hansen-Løve sehr einfühlsam eine Familiengeschichte zwischen Wien und Paris.
Urania 21.00
(Wh.: 30. 10. Gartenbau 13.00)

30.10.

Balaou
Der junge portugiesische Regisseur Gonçalo Tocha reist nach São Miguel, den Ort, an dem seine Mutter gestorben ist. Die Konfrontation mit seiner Vergangenheit, seine Begegnungen mit Menschen und die Erfahrung mit der Natur der wilden Azoren-Insel verarbeitet er in einem filmischen Tagebuch.
Stadtkino 20.30
(Wh.: 28. 10. Urania 13.30)
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.10.2007)

  • "Staub"
    foto: viennale

    "Staub"

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