Die EU bastelt an einem neuen Umwelt-Kennzeichen
In den Amtsräumen der EU wird derzeit über eine Umwelt-Kennzeichnung von Autoreifen nachgedacht. Das soll dann ähnlich aussehen wie bei Kühlschränken. Noch nicht sicher ist allerdings, welche Kriterien dafür herangezogen werden. Derzeit testen die Konsumentenschützer und Autofahrerklubs unter anderem den Einfluss der Reifen auf den Verbrauch des Fahrzeugs.
Schlechterer Nassgriff
Die Reifenhersteller warnen aber davor, das Umweltsiegel nur vom Verbrauch abhängen zu lassen. Dies könne zu einer deutlichen Verschlechterung des Nassgriffs führen, weil Rollwiderstand und Nassgriff in direktem diametralem Zusammenhang stünden. Verbessert man den Rollwiderstand, verschlechtert sich der Nassgriff. Die Reifenhersteller schlagen deshalb vor, unbedingt auch den Nassgriff in die Bewertung reinzunehmen, damit es zu keiner Verschlechterung in Sachen Sicherheit kommt.
Reifen mit niedrigem Rollwiderstand können durchaus dazu beitragen, mehrere Zehntel Liter beim Spritverbrauch einzusparen. Alle Bemühungen helfen aber wenig, wenn am Ende mit zu wenig Luftdruck gefahren wird, was in vielen Fällen so ist. Dabei kann sich der Verbrauch bis um zwei Liter auf 100 km erhöhen.
Größerer Durchmesser
Längerfristig wird die Tendenz wieder weggehen von sehr breiten Reifen, denn diese haben nicht nur mehr Rollwiderstand, sie erhöhen auch den Luftwiderstand mitunter beträchtlich. So präsentierte Mercedes kürzlich ein Forschungsfahrzeug mit dem Komfort und der Leistung einer S-Klasse und trotzdem sehr geringem Verbrauch, nämlich unter sechs Liter je 100 km. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten die Reifen: Man kommt mit einer Breite von 195 mm aus - das ist eine Kompaktwagen-Dimension, allerdings bei sehr großem Durchmesser, nämlich 20 Zoll. (rs, AUTOMOBIL, 5.10.2007)