Mit Vollgas ins Sperrfeuer

4. Oktober 2007, 18:00
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Spaß haben, wenig arbeiten & reich sein! - 6. Folge des Produktions-Tagebuchs von Martin Puntigam und Leopold Lummerstorfer

Was tun, wenn die Solidargemeinschaft zur Neige geht und in multimedialen Leitbildseminaren im öffentlichen Raum und privaten Liegenschaften aka Rundfunk und Fernsehen und Printmedien permanent und ohne Scham "Der - ins - Trockene – Schwimmer" vergoldet wird? Wenn die Befreiung des Einzelnen durch die Befreiung aller schon länger nicht mehr auf der Tageskarte von Wertegemeinschaften steht? Mit anderen Worten: Was tun, wenn man keine Lust hat, sich beispielsweise ins Kinderzuchtprogramm eines österreichischen Ex – Kanzlers (Name den Autoren bekannt) nehmen zu lassen?

Einfach rechtzeitig so reich werden, dass einem so einer nichts vorschreiben kann!

Dass rechtzeitig reich werden ein ziemlich ein nützliches Ziel ist, für das es sich zu trainieren lohnt, neben Spaß haben und wenig arbeiten natürlich, das haben die Jungen in unserem Film "Solange der Vorrat reicht" sprichwörtlich mit der Muttermilch aufgesogen. Viel Geld erben oder reich heiraten stünden in Neustadt zwar auch zur Verfügung, aber das muss man dort schon wollen, um es zu mögen.

Spaß haben, wenig arbeiten und reich sein –die Gumball-Rallye verheißt alle drei Topparameter auf einmal, man muss nur dort hinkommen, wo sie gerade stattfindet. Gumballrallye, kennen Sie nicht? – Wo sind Sie noch einmal her?

Ich explizier's Ihnen: Die Gumball Rallye ist ein Autorennen. Klingt fad erst einmal, aber es ist ein illegales Autorennen, auf öffentlichen Straßen, mit extremer Geschwindigkeit. Die Lenker sind allesamt Multimillionäre, und Sieger ist irgendwie schon der, der als erster wo ankommt, aber eigentlich der mit den meisten Strafmandaten. Ja und selbstverständlich "partying every night with the who’s who of international society and pop culture", wie die New York Times berichten. Dieses Tagwerk reicher Leute hat auch in Österreich letztes Jahr für einiges Hallo gesorgt, heuer wurde die Rallye aber dann en tour und noch vor Österreich beendet, nachdem ein unbeteiligtes älteres Ehepaar zur falschen Zeit am falschen Ort war und so zu Tode kam.

Zu Tode kommen geht natürlich auch so: Vor ein paar Jahren hat in Deutschland ein Mann seiner Frau zu Liebe das Leben beendet wegen vorgeblicher Unwürdigkeit, und zwar mit einer Kalaschnikow und zwar eingestellt auf den Modus Einzelfeuer. Eine AK – 74 kann man aber auch ganz leicht auf Dauerfeuer umstellen und damit andere Sachen machen. Noch besser für diesen anderen Zweck, im Film im Auftrag der Solidargemeinschaft ausgeführt, eignet sich z.B. eine Gatling.

So ähnlich muss man sich das dann vorstellen, wenn einer in Neustadt eine Reise tun will, aber nicht das richtige -

Moment, wie bitte?

Ich bekomme gerade von der Regie mitgeteilt, dass wir ja jetzt dringend beim Filminstitut die Sachen vorbeibringen müssen. Das geht so: zu einem bestimmten Termin (es gibt mehrere pro Jahr, aber Achtung – Profitipp Nr.3: es ist auch nicht immer ganz egal, welchen man erwischt) müssen dort alle Unterlagen vorbei gebracht werden, damit sie dann ein paar Wochen später bei der Sitzung der zuständigen Kommission behandelt und besprochen werden können. Da wird es in den nächsten Wochen einigermaßen spannend.

Apropos spannend: die Gewinnerinnen und Gewinner des letztwöchigen Preisrätsels stehen fest und können sich jeweils auf einen schönen Hauptgewinn freuen. (Martin Puntigam/Leopold Lummerstorfer, 4.10.2007)

Lesen Sie kommenden Donnerstagabend
(11.10.2007):


Wiener Filmbrancheneffekte - ganz intim.
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