YouTube-Video könnte Formel-1 WM-Titelvergabe mitentschieden

5. Oktober 2007, 11:28
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Lewis Hamiltons Manöver im chaotischen Regenrennen von Fuji war nicht im TV zu sehen, dafür aber im Internet - YouTube sperrte Video, aber Alternativen finden sich im WWW genug

Lewis Hamilton kann am Sonntag beim Grand Prix von China in Shanghai mit 22 Jahren und 9 Monaten vorzeitig zum jüngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte werden. Dazu reicht dem Engländer, im 16. von 17 Saisonrennen vor seinem McLaren-Teamkollegen Fernando Alonso (+12 Punkte) sowie vor Kimi Räikkönen (Ferrari/+17) ins Ziel zu kommen. Wenige Tage vor dem Rennen gab es für den englischen Shooting-Star viel Lob, aber auch herbe Kritik. Zudem droht jetzt auch Hamilton eine Rückversetzung in der Startaufstellung - der Grund dafür findet sich in einem YouTube-Video.

YouTube mitentscheidend

Das Video eines Users mit dem Namen "Smoker893" zeigt das Manöver von Hamilton beim chaotischen Regen-Rennen vergangenen Sonntag in Fuji. Das Video ist mittlerweile bei YouTube nicht mehr abrufbar ("This video is no longer available due to a copyright claim by Formula One Management") - Alternativ findet sich aber das Video bei Dailymotion oder auch bei F1-Fanatic. Hamilton hatte in Japan während der zweiten Safety-Car-Phase als Führender unvermutet abgebremst und war nach rechts gezogen. Dieses Manöver hatte letztlich dazu geführt, dass der junge Deutsche Sebastian Vettel (Toro Rosso) in den zweitplatzierten Red Bull von Webber gekracht war und den Australier so womöglich um den ersten GP-Sieg überhaupt gebracht hatte. Vettel war danach sofort mit der Plus-10-Strafe für China belegt worden. Das Manöver war nicht im TV zu sehen gewesen, ein privat von der Tribüne gefilmtes Video soll auf dem Internet-Portal Youtube aber deutlich zeigen, dass WM-Leader Hamilton sein Tempo dramatisch verringert und so Webber ebenfalls zum heftigen bremsen gezwungen haben soll.

Ermittlungen eingeleitet

Die Kollision führte zu einer Vorladung des späteren Siegers bei der Rennleitung. War Hamilton damals ungeschoren davon gekommen, hat die Motorsportbehörde FIA laut der website autosport.com vier Tage vor dem möglicherweise WM-entscheidenden Rennen wegen "neuer Fakten" doch eine - wenn auch inoffizielle - Untersuchung eingeleitet. Damit droht Hamilton am Sonntag eine Rückversetzung in der Startaufstellung um zehn Plätze.

"Man hat nichts gesehen"

"Es war ein Tiefpunkt in meiner Karriere und niemand gibt mir diese Chance jemals zurück", ärgerte sich Webber auch noch in China und fuhr schwere Geschütze gegen Hamilton auf. "Sein Verhalten hat zweifelsfrei dazu beigetragen, dass Sebastian mich abgeschossen hat. Dabei hat Lewis beim Fahrermeeting vor dem Rennen noch gesagt, dass er einen sauberen Job abliefern wird. Dann hat er genau das Gegenteil gemacht. Das werden wir uns für die Zukunft merken", sagte Webber.

"So wie Lewis nach rechts gefahren ist, musste ich annehmen, er fährt an die Box", bestätigte Vettel, gab aber auch zu: "Man hat im Regen absolut nichts gesehen, ich habe mir in die Hosen geschissen."(APA/Reuters/red)

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