Südpol-Ozonloch 30 Prozent kleiner als 2006

15. Oktober 2007, 12:14
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Experten sehen natürliche Schwankungen als Ursache und geben keine Entwarnung: Derzeit hat das Loch etwa die Größe Nordamerikas

Paris - Auch wenn das Ozonloch weitgehend aus der medialen Berichterstattung verschwunden ist, eine Gefahr stellt der Verlust an Ozon in den kalten Atmosphärenschichten über den Polen dennoch weiterhin dar. Immerhin gibt es für das heurige Jahr zu diesem Thema etwas Positives zu berichten: Das Ozonloch über dem Südpol ist 2007 um 30 Prozent kleiner als 2006. Der Ozonverlust habe in der Spitze 27,7 Millionen Tonnen betragen, berichtet die Europäische Raumfahrtagentur ESA auf ihrer Internetseite. Im vergangenen Jahr sei ein Rekordverlust von 40 Millionen Tonnen gemessen worden.

Das betroffene Gebiet hat der ESA zufolge mit 24,7 Millionen Quadratkilometern etwa die Größe Nordamerikas. Entscheidend ist neben der Ausdehnung in der Fläche auch die Höhe der Zone mit Ozonverlust. Experten führen die Verbesserung auf natürliche Schwankungen zurück und geben daher keine Entwarnung.

0,3 Prozent Verlust pro Jahr

Weil das Ozonloch weniger um den Südpol herum zentriert gewesen sei, habe sich die darin befindliche Luft mit wärmerer Luft vermischt, was den Prozess des Ozonverlustes gebremst habe. Ozon wird nur bei besonders kalten Temperaturen abgebaut. Im vergangenen Jahrzehnt hat sich die Ozonschicht in der Stratosphäre jährlich global um etwa 0,3 Prozent vermindert.

Damit gelangt mehr krebserregende ultraviolette Strahlung auf der Erdoberfläche. Die Schäden an der Ozonschicht werden auf den industriellen Einsatz von Chemikalien wie Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) zurückgeführt, die sich jahrzehntelang in der Atmosphäre halten können.

Das Montrealer Protokoll hatte vor 20 Jahren den Grundstein für ein Verbot von ozonschädigenden Stoffen gelegt. Als Ozonloch sieht die ESA Gebiete an, in denen die Stärke der Ozonschicht besonders gering ist - unter 220 Dobson Einheiten. Mit der Einheit Dobson wird der Ozon-Anteil in der Atmosphäre angegeben. Eine Dobson-Einheit entspricht 2,69 x 10 hoch 16 Ozon-Moleküle pro Quadratzentimeter in einer 0,001 cm dicken Schicht bei 0 Grad Celsius und einem Druck von 1013,25 Millibar. (APA/Red)

  • Das Ozonloch über dem Südpol im Jahr 2006...
    foto: knmi - esa

    Das Ozonloch über dem Südpol im Jahr 2006...

  • ... und heuer.
    foto: knmi - esa

    ... und heuer.

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