Ein Wein "wie früher"

Redaktion, 2. November 2007, 11:23
  • Artikelbild
    foto: schrampf

    Blaufränkisch Horitschon 2006, ab Hof 6, 90 €
    Weingut Weninger, Florianigasse 11, A-7312 Horitschon, Tel. 02610/ 42 165 -0

Blaufränkisch Horitschon 2006 von Franz Weninger

„Er erinnert an früher“, freute sich Franz Weninger über die positiven Reaktionen, als er den Blaufränkisch Horitschon 2006 Mitte Juli erstmals verkosten. Und der Wein beeindruckte sowohl damals als Fassprobe bei 35 ° C im pannonischen Schatten als auch bei der Wieder-Verkostung jetzt Ende September im fertig gefüllten Zustand: und zwar nicht durch Power und übermächtige Schoko-Aromen, sondern durch Ausgewogenheit und angenehmste Süffigkeit, erdig-mineralische Noten und dazu eine alles überstrahlende Fruchtigkeit von dunklen Kirschen, Preiselbeeren und Weichseln, die dem Wein durch die feine Säuerlichkeit sehr frisch machen.

Blaufränkisch Horitschon zählt zu den mittelkräftigen „Davon kann man auch ein zweites Glas trinken“-Weinen und somit eigentlich zu den Vertretern der neuen Blaufränkisch-Generation. Er ist das genaue Gegenteil von den leider oft viel zu „zugeholzten“ Blaufränkischen des Mittelburgenlandes, bei denen die Delikatesse dieser Sorte zu unreflektiert durch heftigen Holzeinsatz und Überextraktion verloren geht. Immerhin gehört das Burgenland global gesehen zu den kühleren Weinbaugebieten, was fruchtbetontere Weine mit eindrücklicherer Säure bedeutet, auch wenn es innerhalb der kühlen Regionen wieder zu einer der wärmeren zählt.

Der Wein ist eine Best-of-Horitschoner-Lagen-Selektion, zählt zu den ersten rein „biodynamischen“ Werken Franz Weningers und wurde sehr traditionell behandelt: Ausbau in Edelstahltank und in großen Holzfässern von 4000 Liter Fassungsvermögen (im Vergleich dazu: Bei 225 Liter Wein im Barriquefass ist das Verhältnis Holz-Wein schon ein weit engeres, ergo auch der Geschmackseintrag des Holzes intensiver, vor allem wenn die Barriquefässer neu sind). Der Wein wurde eher kühler (bei ca 25 ° C) vergoren, wodurch die Fruchtigkeit besonders hervorgehoben wird, nur sparsam gepumpt und umgezogen und nach nicht allzu langer Maischestandzeit abgepresst, was durch die wenig rabiate Auslaugung eine etwas heller Farbe, aber nicht weniger Geschmack mit sich bringt. Er wurde weder mit Enzymen noch mit anderen Hilfsmitteln behandelt, lediglich „ein bissl geschwefelt, was halt notwendig war“, so Franz Weninger. Fazit: Viel und höchst erfreulicher Blaufränkisch um einen guten Preis. (Luzia Schrampf)

  • Glückliche Fügung [12]

    TitelbildSt. Laurent 2006 von Gernot und Heike Heinrich aus Gols

  • Veni, vidi, Winzer

    Titelbild"Carnuntum Experience": Mit Speck fängt man Mäuse - Und mit Essen und Trinken lockt man Besucher in eine Region, die ansonsten vielleicht links der Autobahn liegen gelassen würde...

  • Hauptstadt für den Blaufränkischen [21]

    Titelbild"A kékfrankos fövárosa", Hauptstadt des Blaufränkischen, nennt sich Sopron keck. Denn, so argumentiert man in der Stadt, jedes Land brauche eine Hauptstadt

  • Weine aus dem "Härtetest“

    TitelbildEmpfehlungen aus den österreichischen Salon-Weinen 2008

  • Die Wachau prickelt [8]

    TitelbildSummerwine 1: Riesling-Sekt brut Terrassen 2006 von der Domäne Wachau

  • "Klassische" Österreicher [8]

    Titelbild... mit internationalem Gast - Die erweiterte "Classique"-Serie aus den Hause Pöckl in Mönchhof

  • Renommiertes aus dem Burgenland [7]

    TitelbildDie RWB-Weingüter stellen Mitte Mai in Eisenstadt ihren aktuellen Jahrgang vor

  • Jugend in der Flasche [3]

    TitelbildEs entgeht einem einiges, wenn man Pannobile weiß 2002 von Matthias Leitner aus Gols nicht probiert

  • Vom Feinsten [4]

    TitelbildJohann Donabaum hat eine fulminante Riesling-Serie 2007, die beim Wachauer Weinfrühling am 3. und 4. Mai vorgestellt werden

  • Riberach oder Das doppelte Weinleben [8]

    TitelbildMoritz H., der auszog, um im südfranzösischen Roussillon Urlaub zu machen und als Viertelbesitzer eines Weingartens nach Hause kam

  • "Lauter so Buaschn wia mia ... " [30]

    Titelbild... könnte man im besten Wienerisch über die "Wien Wein"-Winzer sagen, die ihre 2007-er diese Woche der Öffentlichkeit präsentierten

  • Interpretationen von Weinviertel DAC [3]

    TitelbildDer Grüne Veltliner steht bei Petra und Franz Prechtl aus Zellerndorf im Weinviertel im Zentrum

  • Einstieg in die Subtilität [18]

    TitelbildPinot Noir 2004 von Günther Dopler, Thermenregion

  • Der Exote aus dem Weinviertel [2]

    TitelbildGrüner Sylvaner 2007 von Hofbauer Schmidt, Weinviertel

  • Wein-Kunst kommt von Können [6]

    TitelbildKollwentz-Weine generell und der Eichkogel 2004 im Besonderen

  • Edler Stammbaum [16]

    TitelbildDie Weine von Gut Oggau sind echte Typen, die sich aus der Charakteristik der Rebsorten und der Weinbereitung ergeben und deren gemeinsamer Nenner das „Burgenländische“ ist

  • Zwischen Trentino und der Maremma [40]

    TitelbildElisabetta Foradori macht in beiden Gebieten unterschiedliche Weine, deren gemeinsamer Nenner die Eigenständigkeit der jeweiligen Stile ist

  • Burgenland Youngsters von Norden nach Süden... [6]

    TitelbildDrei Highlights aus der Präsentation "Burgenland Jahrgang 2007" am Montag im Museumsquartier zu Wien

  • Inszenierungen der Weinseligkeit [9]

    TitelbildDer Rebensaft spielt in der niederösterreichischen Landespolitik eine tragende Rolle

  • Diven aus dem Süden [25]

    TitelbildPinot Noir und Sankt Laurent Reserve, beide 2005, vom Weingut Auer in Tattendorf

  • Plädoyer für Weißburgunder [67]

    TitelbildWeißburgunder ist eine internationale Sorte und wurde als Underdog-Rebsorte an vielen Plätzen von Chardonnay in den Hintergrund gedrängt. Völlig zu Unrecht

  • Triebaumer, die Zweite ... [30]

    TitelbildDass frische Jungweine nicht unbedingt ein Ablaufdatum innerhalb einer Drei-Monats-Frist haben müssen, zeigt Günter Triebaumers „Weiße Trie“ 2007

  • Frühling vorgezogen [5]

    TitelbildGelber Muskateller 2007 von Günter Triebaumer aus Rust als Sonderabfüllung für die spezerei am Wiener Karmelitermarkt

  • Lieben Sie "klassik"? [3]

    TitelbildZweigelt classic von Philipp Grassl ist typisch für Klassik-Rotweine

  • Ein würdiger Solist [78]

    TitelbildVeltliner-Leben außerhalb von Weinviertel DAC - Grüner Veltliner Goldjoch 2006 von Roman Pfaffl

poldi schoenus
00
17.2.2008, 18:41
Davon kann man auch ein zweites Glas

wohl eher 2. Flasche

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.