Sängerin France Gall feiert 60er

6. Oktober 2007, 10:00
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Als Teen durch Gainsbourg zur Lolita gemacht, reüssierte die französische Sängerin in späteren Jahren mit modernem Chanson

Paris - Mit erst sechzehn Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Album, mit dem sie bereits einen Erfolg landete. Worauf hin sie als Vögelchen Serge Gainsbourgs den Inbegriff der Lolita verstimmbildlichte. Das ist lange her. France Gall, französische Sängerin, anfangs dem Schlager verhaftet, feiert am 9. Oktober ihren 60. Geburtstag. Vor zwanzig Jahren sang sie sich mit "Ella elle l'a" in die internationalen Charts, da hatte sie sich schon zur Sängerin von Popchansons mit anspruchsvollen Texten entwickelt.

Die Wende

In den 60er Jahren war die blonde und zierliche Sängerin in Frankreich und Deutschland ein Teenageridol. Als sich Anfang der 70er Jahre der Musikstil änderte, ließ der Erfolg nach. Erst die Begegnung mit dem Texter und Sänger Michel Berger brachte eine Wende: Er mixte angelsächsische Folk- und Rockeinflüsse mit modernen Chansontexten und sorgte für einen ganz eigenen Stil, in dem stets neue musikalische Trends mitklangen.

Mit Berger, den sie am 22. Juni 1976 heiratete, feierte sie einige ihrer größten Erfolge wie "Aime-la", "Résiste", "Tout pour la musique" und das schon erwähnte "Ella elle l'a". 1988 wurde sie in Frankreich für dieses Lied als "Sängerin des Jahres" ausgezeichnet.

Schicksalsschläge

In ihrem Privatleben allerdings ereilte sie in den 90er Jahren ein Schicksalsschlag nach dem anderen. Am 2. August 1992 erlag ihr Ehemann mit 43 Jahren während des Urlaubs in St. Tropez einem Herzversagen. Nur wenige Monate später musste Gall wegen einer Brustkrebs-Diagnose ihre Tournee abbrechen. "Ich mag zerbrechlich erscheinen, doch steckt in mir auch eine energische und mutige Frau", erklärte Gall. Und so stand die ewig junge Französin drei Jahre später wieder erfolgreich auf der Bühne. Diesmal jedoch mit Hits, die durch Rap- und Hiphop-Elemente angereichert wurden. "France" zählte 1996 zu den meist verkauften Alben Frankreichs.

Rückzug

Als ein Jahr später ihre Tochter Pauline an der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose starb, beendet sie ihre musikalische Karriere. Seitdem pendelt sie zwischen Paris und dem Senegal hin und her, wo sie Frauen in Not hilft. Die Trauer um ihre Tochter hat sie auf ihre Weise überwunden: "Ich konnte es nicht fassen, dass ich das erleben musste, wovon jeder sagt, es sei unmöglich, so etwas zu überwinden. So beschloss ich, eine Mutter zu werden, der es gelingt mit dem Gedanken, ein Kind verloren zu haben, zu leben. Ich lebe mit dem Gedanken, dass ich dankbar dafür bin, neunzehn Jahre mit ihr verbracht zu haben." (APA/dpa)

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    bild: albumcover lounge legends
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