Keine Angst vor Rot, Gelb und Blau

9. Oktober 2007, 17:20
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Stefan Sandner zeigt in der Galerie Grita Insam augenzwinkernd seine "Handschriftensammlung"

In einer Schaffenskrise hat Stefan Sandner dem amerikanischen Maler Brice Marden eine Postkarte geschickt. In seine Ausstellung in der Galerie Insam fließt nun neben eigenen Befragungen der minimalistischen Malerei auch die Antwort von Marden mit ein.

Ein paar aufmunternde Worte und ein kollegiales "Fuck off the no-sayers" steht auf der Postkarte, die Brice Marden dem Maler zurückgeschickt hat. In einer Art künstlerischem Kopiervorgang hat Stefan Sandner die Postkarte reproduziert und sie in dieser aufgewerteten Form bereits einem neuen Besitzer übergeben. Während eines Gesprächs mit dem Künstler hat sich dieser ein paar Notizen gemacht, die vom Maler erneut in sein künstlerisches System eingespeist wurden.

Stefan Sandner, der sich seit Langem mit der minimalistischen Malerei amerikanischer Herkunft befasst, nimmt mit seiner "Handschriftensammlung" augenzwinkernd auf einige der wichtigsten Postulate von Malern wie Ellsworth Kelly, Kenneth Noland oder Frank Stella Bezug. In Anerkennung ihrer Arbeiten verzichtet Stefan Sandner zwar ebenfalls auf seinen individuellen malerischen Ausdruck, er bringt dafür aber das Handschriftliche über Umwege wieder auf die Leinwand zurück: "Eigentum Stefan Waldner" steht beispielsweise in krakeliger Schrift auf einem seiner Bilder, das so den Warencharakter des Kunstwerks betont. Wer der Urheber dieses bildhaften Ausdrucks ist, bleibt dem Betrachter des Bildes verborgen; doch die Form und Rahmung des Bildes führen wieder zu Kelly, Noland und Stella zurück. (cb / DER STANDARD, Printausgabe, 4.10.2007)

Galerie Grita Insam
Bis 10. 11.
An der Hülben 2, 1010 Wien
  • Stefan Sandner, Ausstellungsansicht mit "Handschrift" Galerie Grita Insam.
    foto: galerie grita insam

    Stefan Sandner, Ausstellungsansicht mit "Handschrift" Galerie Grita Insam.

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