Aufbruch mit Hindernissen: "Madeinusa"

Redaktion
6. November 2007, 20:19
  • 
Ein improvisiertes Ständchen für den Fremden: "Madeinusa - Das Mädchen aus den Anden"
    foto: cinematograph

    Ein improvisiertes Ständchen für den Fremden: "Madeinusa - Das Mädchen aus den Anden"

Regiedebüt der jungen peruanischen Filmemacherin Claudia Llosa

"Madé" wird die junge Frau von ihren Freundinnen gerufen - "Madé", das ist die Abkürzung für "Madeinusa" (sprich: Ma-dé-nusa), und so wie seine Heldin heißt auch der Film: "Madeinusa - Das Mädchen aus den Anden", das Regiedebüt der jungen peruanischen Filmemacherin Claudia Llosa.

Der Alltag in dem Andendorf Manayaycuna, in dem Madeinusa (Magaly Solier) mit ihrer Familie lebt, scheint allerdings weniger von US-amerikanischen, als von katholischen und - sehr weltlichen - traditionellen Einflüssen geprägt (und zusammen ergibt das einen gefestigten Überbau, der den Männern bedeutend mehr Möglichkeiten einräumt als den Frauen). Aktuell bereitet man sich auf das Osterwochenende und die entsprechenden Feierlichkeiten inklusive Kür der "Heiligen Jungfrau" vor. Und just zu dieser Zeit verschlägt es auch eher zufällig einen jungen Mann (Carlo Juan de la Torre) aus Lima nach Manayaycuna. Madeinusa interessiert sich bald mehr für den Fremden als für ihre Wahl zur Dorfschönen, von welcher vor allem ihr eigener Vater zu profitieren gedenkt.

Llosa entwickelt diese Geschichte ganz langsam, immer wieder entlang von Handgriffen, Tätigkeiten, Prozeduren. Dabei umgeht sie - obwohl diese Beobachtungen fast dokumentarischen Charakter haben und nicht zuletzt die Trachten, Farben, Bilderwelt in den Blick rücken - die Fallen des Pittoresken und eröffnet ihrer Protagonistin schließlich eine neue Perspektive. (irr / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.10.2007)

Kochratten im Haubenlokal Überblick über die weiteren Wochenstarts

Die Ratte Remy ist - nicht ganz artgerecht - für die Haute Cuisine entbrannt. Aber Ratten sind in Küchen nicht wirklich willkommen, und so ermöglicht erst das Zweckbündnis mit einem unbegabten Küchenjungen das Ausleben dieser ungewöhnlichen Passion. "Ratatouille" heißt das jüngste Pixar-Kinoabenteuer von Brad Bird - ziemlich rasant, detailreich und technisch beeindruckend an der Grenze zur Überforderung.
Außerdem starten: Roberto Rodriguez' Grindhouse-Reminiszenz "Planet Terror", Fatih Akins deutsch-türkisches Melodram "Auf der anderen Seite" und Anja Salomonowitz' Dokumentarfilm "Kurz davor ist es passiert" sowie die US-Komödie "Superbad" (Regie: Greg Mottola) um die Abenteuer dreier adoleszenter Oberschüler. (irr)

Share if you care
Posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.