Vize-Ministerpräsident kündigt Wahl-Überraschungen an

17. Oktober 2007, 13:51
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Dmitri Medwedew: Es gebe eine ausreichende Anzahl qualifizierter Bewerber für die Nachfolge Putins - Kasparow bewirbt sich auch

Moskau - Im Rennen um die Nachfolge des russischen Präsidenten Wladimir Putin hat Vize-Regierungschef Dmitri Medwedew Überraschungskandidaten angekündigt. Es gebe eine ausreichende Anzahl qualifizierter Bewerber, antwortete Medwedew am Sonntag auf die Frage, ob er für die Präsidentschaft im kommenden März kandidieren werde. "Mit manchen rechnet man, mit anderen eher nicht".

Ein Antreten bei den Parlamentswahlen im Dezember schloss Medwedew aus. "Es wird Sie wahrscheinlich enttäuschen, aber ich werde nicht auf der Partei-Liste stehen", sagte er. Es gebe andere wichtige Pflichten, denen er nachkommen müsse.

Nächste Chance für Putin erst 2012

Putin scheidet im März 2008 aus dem Amt aus und darf erst 2012 ein drittes Mal für die Präsidentschaft antreten. Die bisherigen Vize-Regierungschefs Medwedew und Sergej Iwanow galten bis vor kurzem als Favoriten für Putins Nachfolge. Nach der Regierungsumbildung wenige Monate vor der Wahl gibt es in Moskau allerdings heftige Spekulationen darüber, wem der populäre Staatschef den Weg zu seiner Nachfolge bereiten wird.

Auch der bis zu seiner Berufung zum Ministerpräsidenten weitgehend unbekannte Viktor Subkow hat mit Putins Unterstützung Interesse an der Präsidentschaft signalisiert. Putin teilte mit, der 66-Jährige sei einer von fünf möglichen Nachfolgern. Er nannte aber keine Namen.

Kasparow bewirbt sich auch

Einer der bekanntesten Bewerber ist der frühere Schachweltmeister Garri Kasparow; er tritt als Kandidat des Oppositionsbündnisses "Anderes Russland" an. Bei einem Parteitag stimmten am Sonntag 379 der 494 Delegierten für Kasparow. Das Schachgenie setzte sich damit deutlich gegen seine Mitbewerber durch, zu denen auch Ex-Regierungschef Michail Kassjanow und der frühere Zentralbankchef Viktor Geratschenko gehörten.

Kasparow war vor gut zwei Jahren in die Politik gegangen. Er wolle die "Diktatur Putins" herausfordern, kündigte Kasparow damals an. In kurzer Zeit wurde er einer der bekanntesten Führer der russischen Opposition. Viele Kritiker des amtierenden Präsidenten Wladimir Putin trauen ihm zu, die zersplitterte russische Opposition zu einen und zu einer ernstzunehmenden politischen Kraft aufzubauen. (Reuters/APA/Red)

  • Der frühere Schachweltmeister Garri Kasparow tritt als Präsidentschaftskandidat an.
    foto: der standard/regine hendrich

    Der frühere Schachweltmeister Garri Kasparow tritt als Präsidentschaftskandidat an.

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