Investitionsbedarf reißt nicht ab

30. September 2007, 18:45
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Die S-Immo hat mit dem Bau eines Mega-Shoppingcenters in Sofia begonnen, die Warimpex startet ihr größtes Einzelinvestment: den Bau der Airportcity in St. Petersburg

Sofia/Wien - Die S-Immobilien AG baut gemeinsam mit dem deutschen Projektentwickler ECE (erstellt auch den Branchenmix für das Shoppingcenter am Wiener Westbahnhof) in Sofia ein Shoppingcenter. Die Investitionskosten für das 35.000 m2 große Serdika Center Sofia bezifferte S-Immo-Vorstand Holger Schmidmayr mit 220 Mio. Euro.

Obwohl erst 2009 in Betrieb, seien bereits 50 Prozent der Flächen vermietet. Aus Österreich meldeten etwa Interspar, Leder & Schuh (Humanic), Coffeeshop (Schärf) oder Swarovski Interesse an. Das Center wird täglich von 10 bis 22 Uhr geöffnet sein. Für die S-Immo ist es bereits das zweite Shoppingcenter nach Bukarest, das derzeit ebenfalls in Bau ist. Über ein drittes in Kiew wird derzeit verhandelt.

Nach den Problemen der Meinl European Land, die sich ausschließlich auf die Errichtung von Shoppingcentern in Osteuropa konzentriert, ortet Schmidmayr bei den internationalen Investoren "Zurückhaltung gegenüber österreichischen Immobiliengesellschaften".

Die Strategie der S-Immo (sie gehört zu 19 Prozent der Erste Bank, der Rest ist im Streubesitz) ziele jedenfalls auf eine Risikostreuung. Der Immobilienmarkt sei in allen Ländern zyklisch. "Wer breiter aufgestellt ist, also in diversen Sparten veranlagt, ist weniger empfindlich bei Marktschwankungen", so Schmidmayr. 43 Prozent des 1,3 Milliarden Euro schweren Immobilienvermögens hat die S-Immo derzeit in den CEE-Ländern veranlagt, den Rest in Österreich und Deutschland.

Die Ausschüttung einer Dividende ist derzeit nicht geplant (die Erträge werden thesauriert). Schmidmayr zum Standard: "Wir haben 1,4 Milliarden Euro in der Entwicklungsphase und wir brauchen den Cashflow vom Vermögen derzeit noch, um die Projekte mitfinanzieren zu können."

Anders die Immofinanz. Sie wird ab heuer erstmals eine Dividende von 33 Cent je Aktie (insgesamt 150 Mio. Euro) ausschütten. Damit komme man den Wünschen von Anlegervertretern und institutionellen Investoren nach, begründete Immofinanz-Chef Karl Petrikovics den Schritt.

Nach zwei Jahren Entwicklungsarbeit hat die börsennotierte Warimpex nun die Baugenehmigung für die Errichtung des Businessparks Airportcity in St. Petersburg bekommen. Am internationalen Flughafen Pulkovo 2 entstehen in der ersten Bauphase ein Viersternehotel (Crowne Plaza/Intercont) und drei Bürogebäude. Warimpex-Chef Franz Jurkowitsch bezifferte die Investitionen mit 120 Mio. Euro. An dem Jointventure hält die Warimpex 85 Prozent, der Rest gehört dem Flughafen. Die Airportcity ist das bisher größte Einzelprojekt der Warimpex. St. Petersburg sei deshalb interessant, weil dort das Zentrum der russischen Autoindustrie entsteht. General Motors ist bereits dort, Magna folgt nächstes Jahr. Moderne Büroflächen seien knapp, der Konferenz- und Businesstourismus gerade im Entstehen. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 01.10.2007)

  • Ende 2008 soll das Serdika Center Sofia voll vermietet sein. Das Interesse aus Österreich, aber auch von deutschen Firmen, die ihre Ostexpansion über Wien machen (Hervis, Deichmann, DM), ist groß.
    foto: standard

    Ende 2008 soll das Serdika Center Sofia voll vermietet sein. Das Interesse aus Österreich, aber auch von deutschen Firmen, die ihre Ostexpansion über Wien machen (Hervis, Deichmann, DM), ist groß.

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