Deutsche Elf wieder Weltmeister

1. Oktober 2007, 09:42
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2:0 im Finale gegen Brasilien - DFB-Auswahl ohne Gegentor im gesamten Turnier - USA holt sich mit Sieg gegen Norwegen Platz drei

Shanghai - Die deutsche Frauen-Fußball-Nationalmannschaft hat am Sonntagnachmittag dank Toren von Kapitänin Birgit Prinz (52.) und Simone Laudehr (86.) das WM-Finale gegen Brasilien mit 2:0 gewonnen und damit als erstes Team der Geschichte ihren Titel mit Erfolg verteidigt. Einen besonders großen Anteil am neuerlichen Triumph hatte DFB-Torfrau Nadine Angerer, die im gesamten Turnierverlauf ohne Gegentreffer blieb.

 

Die Deutschen hatten nach dem 11:0-Kantersieg zum Auftakt gegen Argentinien nur gegen England (0:0) nicht als Sieger den Platz verlassen. Nach dem 2:0-Sieg gegen Japan im abschließenden Gruppenspiel hatten sich Prinz und Co. ohne Probleme für das Viertelfinale und schließlich nach klaren 3:0-Erfolgen gegen Nordkorea und Norwegen für das Endspiel qualifiziert.

Seit zwölf WM-Spielen ungeschlagen

Durch den Finalsieg ist die DFB-Auswahl jetzt auch schon seit zwölf WM-Spielen ungeschlagen und stellte auch damit einen neuen Rekord auf. Die bisherige Bestmarke hatte die USA von 1995 bis 2003 mit elf Spielen ohne Niederlage hintereinander aufgestellt. Die bisher letzte Niederlage hatte es für Deutschlands Frauen am 1. Juli 1999 im WM-Viertelfinale gegen die USA gesetzt.

Angerer wurde durch ihre starken Reflexe ebenfalls eine besondere Ehre zuteil. Die 28-Jährige blieb insgesamt 540 Minuten ohne Gegentreffer und verbesserte damit den bisher vom italienischen Keeper Walter Zenga gehaltenen WM-Rekord von 1990 (517 Minuten in Serie ohne Gegentor) um 23 Minuten.

Pech für Brasilianerinnen

Im ausverkauften Hongkou-Stadion in Shanghai entwickelte sich von Beginn an eine temporeiche Partie, in der den Deutschen bei einem Stangenschuss von Daniela (24.) auch das nötige Glück zur Seite stand. Die ball- und kombinationssicheren Brasilianerinnen, bei denen Neulengbach-Legionärin Rosana ab der 63. Minute spielte, waren zwar technisch besser, die DFB-Auswahl hielt aber mit Kampfgeist und Einsatz dagegen und war damit erfolgreich.

Smisek legte ideal auf Prinz auf, die ihre Mannschaft mit ihrem 115. Länderspieltor in Führung brachte (52.). Die Brasilianer verstärkten darauf die Offensivbemühungen und bekamen auch zurecht nach einem Foul von Bresonik an Cristiane einen Elfmeter zugesprochen: Der Weltfußballerin Marta schienen aber die Nerven einen Strich durch die Rechnung gemacht zu haben, scheiterte sie doch mit einem schwachen Schuss an Angerer (64.).

In der Schlussphase gab es zwar kaum noch Entlastungsangriffe, aber mit Glück und Geschick brachte die Neid-Elf den Vorsprung über die Zeit, dazu sorgte Simone Laudehr in der 86. Minute für die endgültige Entscheidung zugunsten der Deutschen.

Deutschland hat damit gegen die Brasilianerinnen, bei denen sich Marta zumindest über die Torschützenkrone (sieben Tore) freuen durfte, weiterhin eine weiße Weste, hat in fünf Spielen noch nie verloren. Für den WM-Titel kassierte jede deutsche Spielerin eine Prämie von 50.000 Euro, dazu kommen noch 5.000 Euro für die geschaffte Olympia-Qualifikation.

USA bezwingt Norwegen

Der zweimalige Titelträger USA hat sich den dritten Platz gesichert. Das US-Team setzte sich im Spiel um Platz drei vor rund 24.000 Zuschauern im Hongkou-Stadion in Shanghai in einem temporeichen Spiel durch Tore von Abby Wambach (30., 46.), Lory Chalupny (57.) und Heather O'Reilly (59.) in einer Neuauflage des ersten WM-Finales von 1991 gegen Norwegen klar mit 4:1 (1:0) durch.

Für den Weltmeister von 1995 erzielte Ragnhild Gulbrandsen in der 63. Minute den Ehrentreffer. Die Elf von US-Trainer Greg Ryan schoss sich damit den Frust nach der 0:4-Niederlage gegen Brasilien im Halbfinale mit Erfolg von der Seele. (APA/dpa)

Finale (in Shanghai):

  • Deutschland - Brasilien 2:0 (0:0). 34.000. Tor: Prinz (52.), Laudehr (86.). Neulengbach-Legionärin Rosana spielte bei Brasilien ab der 63. Minute. Anmerkung: Brasiliens Marta scheiterte in der 64. Minute mit einem Elfmeter an Deutschlands Torfrau Angerer

     

    Spiel um Platz 3 (in Shanghai):

  • Norwegen - USA 1:4 (0:1)
    24.000 Zuschauer. Tore: Gulbrandsen (63.) bzw. Wambach (30., 46.), Chalupny (57.), O'Reilly (59.)
    • Bild nicht mehr verfügbar

      Birgit Prinz (re) führte Deutschlands Damen auf die Siegerstraße.

    • Simone Laudehr herzte Martina Müller nach der Entscheidung.
      foto: bongarts/ koepsel

      Simone Laudehr herzte Martina Müller nach der Entscheidung.

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