Aber Halo

30. September 2007, 20:27
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Irgendwann wird ganz sicher eine Religion aus der Halo-Serie - Heilige Datenträger werden die gesammelten Werke der Programmierer aufnehmen

"Und es hob an ein mächtiges Geballer in den Spielzimmern der Erde. Und erst als der letzte Covenant besiegt und die Welt gerettet war, betrachteten sie ihr Werk und sprachen ..." - Irgendwann wird ganz sicher eine Religion aus der Halo-Serie. Und irgendwelche heiligen Datenträger werden die gesammelten Werke der Programmierer aufnehmen, um von der Gemeinschaft der Gläubigen angebetet zu werden.

 

Man läuft, hüpft und vorallem schießt

Das heißt - es ist schon so weit. Zu Recht. Denn natürlich haben die Bungie-Studios mit Halo 3, dem diese Woche auf den Markt gekommenen Ende der Trilogie, einen Shooter abgeliefert, der den Standard für Microsofts XBox 360 festlegt. Läuft, hüpft und vor allem schießt man sich als Master Chief seinen Weg durch die Horden bösartiger Außerirdischer namens Covenant, kann man nachvollziehen, warum das Videospiel allein in den USA 1,7 Millionen Mal vorbestellt worden ist.

Wasser und Tote

Die Grafik ist ein echter Heuler. Computergeneriertes Wasser beispielsweise hat in Konsolenspielen kaum je realistischer ausgesehen. Egal, ob im Multiplayermode Tote in einem Bach vorbeitreiben oder in der Einzelspielervariante in der Kaserne Tropfen von einer undichten Leitung in eine Pfütze platschen.

Für Einsteiger ist vielleicht die Steuerung und vor allem das Anvisieren der Gegner gewöhnungsbedürftig. Nur: Bei dem Spiel wird es kaum mehr Einsteiger geben. Von wegen gläubige Gemeinde und so.

Andere Möglichkeiten

Doch eine Häresie lässt sich nicht vermeiden: Die Hintergrundstory ist jetzt nicht das, was man unbedingt in ein heiliges Buch druckt. Dass es auch anders geht, zeigt das Rollenspiel Rouge Galaxy für Sonys Playstation 2. In dem trickfilmartigen Setting geht es natürlich auch um die Rettung von Planeten. Aber warum die Charaktere mitmachen und auch warum sie bestimmte Dinge tun oder lassen, wird glaubhaft in Cutscenes erklärt.

Übrigens: Wer völliger Atheist ist und statt in der Zukunft lieber in der Vergangenheit spielt, dem bleibt immer noch: Medal of Honor: Airborne.(Michael Möseneder/DER STANDARD, Printausgabe vom 29.9.2007)

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