Apfel muss schmecken

28. September 2007, 11:12
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Apfelmus: Wie unterschiedlich Äpfel schmecken können, lässt sich vor allem jetzt wunderbar verkosten

Die aromatische Vielfalt beschränkt sich aber nicht auf frische Früchte, sondern trifft ebenso auf Apfelmus zu - auch auf fertig gekauftes.

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d'arbo Naturrein Fruchtdessert Apfelmus
380 g im Glas um € 1,59 (Merkur)
Okay, es ist das mit Abstand teuerste Apfelmus im Test. Aber das ist auch schon alles, was ich am Testsieger zu beanstanden habe. Mit 96 Prozent steirischen Äpfeln hat das in Stans/Tirol produzierte Apfelmus den höchsten Fruchtanteil, und die Sortenauswahl - Jonagold und Topaz - ist für meinen Geschmack perfekt: eher säuerlich (wozu auch das zugesetzte Zitronensaftkonzentrat beitragen dürfte) und intensiv apfelig. Die leicht bräunliche Farbe akzeptiert die Feinschmeckerin als typische Folge des Oxidationsprozesses. Auch nach einer Viertelstunde auf dem Teller hält die vergleichsweise grob passierte Masse Fruchtfleisch und Apfelsaft noch perfekt zusammen. Lieber Klaus Darbo, wie wär's mit einer preisgünstigeren Familienpackung? 9,5 Punkte

Rauch Die Feine Küche Apfelmus
500 g im Tetrapack um € 0,99 (Merkur)
Wer keine Gläser für die nächste Einkochorgie sammelt, kann dem Apfelmus im Karton sicher einiges abgewinnen, vor allem das geringere Gewicht beim Nach-Hause-Tragen. Außerdem lässt sich der Tetrapack - im Gegensatz zu vielen und insbesondere großen Gläsern mit Schraubdeckel - anhand der aufgedruckten Gebrauchsanweisung (diagonal aufziehen ist der Trick!) wirklich leicht öffnen, ohne einzureißen. Das in Rankweil/Vorarlberg hergestellte Apfelmus mit 95 Prozent Fruchtanteil ist das am feinsten passierte und flüssigste im Test, es bildet auf dem Teller einen kleinen See. Die Farbe - Braun mit einem zarten Grünstich - mag natürlich sein, wirkt aber nicht besonders verlockend. Der Geschmack kommt meiner Vorliebe für Pikantes entgegen, Zuckermäulchen dürften ihn allerdings zu säuerlich finden. Kühle Lagerung wird auf der Packung empfohlen, die Haltbarkeit liegt mit zehn Monaten deutlich unter dem Durchschnitt (zwei Jahre). 8 Punkte

Clever Apfelmus
700 g im Glas um € 0,59 (Billa)
Am auffälligsten an diesem Testkandidaten ist seine Unauffälligkeit: Er rangiert überall im Mittelfeld. Farblich mittig zwischen Gelb und Braun, in der Konsistenz mittelfest und mittelfein passiert, im Geschmack ganz in Ordnung, aber nicht berauschend. Vielleicht sogar ein bisschen bitter im Abgang. Und der Saft trennt sich gar zu leicht von der Fruchtmasse. Da besticht eigentlich höchstens der Preis. 6,5 Punkte

efko Feine Ernte Apfel Mus
700 g im Glas um € 1,49 (Zielpunkt)
Das wichtigste Kriterium, das ein Apfelmus meines Erachtens erfüllen muss, ist der Geschmack nach Apfel. Und genau der fehlt mir bei efko. Vielmehr entdecke ich süße Birnenaromen, für die sich in der Inhaltsliste allerdings keine Grundlage findet. Der Apfelanteil ist mit 92 Prozent aber der niedrigste im Test. Optisch rangiert dieses Mus vor allen Mitbewerbern: appetitliches, helles Gelb in feiner Konsistenz. Intelligent finde ich auch die Papierbanderole, die ein einmal geöffnetes Glas auf den ersten Blick durch das zerrissene "Siegel" erkennbar macht. Fazit: Stünde auf dem Glas "Fruchtmus", bekäme das Eferdinger Produkt nicht nur von Süßschnäbeln deutlich mehr Punkte. 5 Punkte
(Marie-Thérèse Gudenus/Der Standard, Printausgabe 28.09.2007)

  • Jeder Test spiegelt die persönliche Erfahrung der Autorin wider. Punkte: 10=Top, 0=Flop
    foto: der standard

    Jeder Test spiegelt die persönliche Erfahrung der Autorin wider. Punkte: 10=Top, 0=Flop

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