Sony Ericsson setzt ganz auf die Karte Design

18. Februar 2008, 13:09
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Warum Produkte sinnlicher werden müssen, erklärt Matthew Jeatt, Direktor der Trendforschungsagentur Promostyl

der Standard: Ihre Agentur Promostyl analysiert seit mehr als 40 Jahren Entwicklungen innerhalb der Konsumwelt - wie Trends entstehen, warum Produkte floppen. Das neue Sony Ericsson T650i nun überzeugte Sie so sehr, dass Ihre Agentur die Lancierung unterstützt. Worin sehen Sie das Potential des Geräts?

Matthew Jeatt: Im Gegensatz zu Ihnen und Ihren Journalistenkollegen, für die Trends meist bloß einen Monat lang bestehen, suchen wir nach langfristigen Trends: Produkte, die sich durchsetzen, sich bewähren und im besten Fall ein Klassiker werden. Sony Ericsson hat mit dem T610i vor einigen Jahren so etwas geschaffen. Die Kraft eines Trends resultiert nicht aus dem Trend selbst, sondern aus seiner Entwicklung. Das neue Gerät sollte nicht bloß eine Hommage an das T610i sein, sondern auch an dessen Geist anknüpfen. Es sollte ein Produkt mit dem Potenzial einer Design- und Konsum-Ikone werden. Dieses Konzept befriedigt durchaus die aktuellen Bedürfnisse des Verbrauchers, die wir bei der Analyse von Markt- und Konsumentenverhalten ermittelt haben.

Und zu welchen Erkenntnissen sind Sie gekommen?

Jeatt: Konsum ist ein bestimmender Faktor unseres Lebens geworden: Deshalb lassen sich die Konsumenten nicht länger mit irgendetwas abspeisen. Es reicht nicht, die Bedürfnisse lediglich auf funktionaler Ebene zu befriedigen. Denn wir wissen alle: Die technischen Möglichkeiten sind vorerst ausgereizt. Die Verbraucher wollen deshalb personalisierte Produkte, die sich abheben und Ausdruck ihrer Persönlichkeit sind. Um also den Konsumenten zu beeindrucken, muss das Produkt eine tiefere Ebene ansprechen. Ich nenne das den sechsten Sinn des Konsumenten. Die Verbraucher haben die kalte ernste Welt endgültig satt. Sie wollen stattdessen Spaß haben und Neues entdecken.

Ihrer Meinung nach befriedigt das Sony Ericsson T650 dieses Bedürfnis?

Jeatt: Ja, denn das Sony Ericsson bietet zum einen die vollständige technische Ausstattung eines modernen Mobiltelefons. Zum anderen aber spricht es verschiedene Sinne des Benutzers an.

Bitte ein Beispiel!

<><> Die hochwertigen Materialien. Eine haptische, griffige Gestaltung mit klaren Linien. Und ein dynamisches Lichtkonzept mit LED-Leuchten.

Aber überfordert es den Verbraucher nicht vielmehr? Jemand, der einfach nur telefonieren möchte, wird das nicht verstehen.

Jeatt: Es geht hier gar nicht so sehr um rationale Kategorien. Denn die Reaktionen auf dieses Produkt spielen sich im Bereich der Sinne ab. Und wir glauben: Mit dem Gerät stürzen die Sinneseindrücke nicht auf den Benutzer ein, denn das Konzept ist ein klares, geradliniges, das dennoch optisch stimulierend ist. Der in Wien sehr bekannte Adolf Loos hat einmal geschrieben: "Ornamentlosigkeit ist ein zeichen geistiger kraft." Dieser kluge Satz beschreibt äußerst präzise unser modernes Designverständnis: Wir lassen uns nicht beeindrucken von einzelnen Verzierungen und Spielereien, sondern vom Gesamteindruck. (Johannes Lau, Der Standard Printausgabe, 28.09. 2007)

  • Sony Ericsson T650i

    Sony Ericsson T650i

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