Burma vom Internet abgeschnitten

Redaktion, 8. Oktober 2007, 13:01

Trennung ohne großen technischen Aufwand möglich - Regime macht technische Probleme geltend

Die burmesische Militärjunta hat offenbar den Zugang zum Internet abgeschnitten und verhindert damit die Übermittlung von Berichten, Fotos und Videos an die Außenwelt. Internet-Cafes in Rangun blieben am Freitag geschlossen. Der Auskunftsdienst des größten Internet-Anbieters war telefonisch nicht mehr zu erreichen.

Regime macht technische Probleme geltend

Die Abschaltung der Internetverbindungen mit dem Ausland wurde von der staatlichen Telekomgesellschaft mit dem Bruch eines unterseeischen Kabels begründet. Mails und Blogger-Berichte sowie über das Internet verschickte Videofilme von Privatpersonen waren in den vergangenen Tagen wichtige Informationsquellen zu den Protestaktionen gegen die Junta.

"Momentan sind alle Verbindungen ins Ausland gekappt", bestätigte Christian Müller, Technikvorstand der Strato AG der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Freitag. Wie eine Prüfung des Internet-Providers ergeben habe, seien derzeit die Leitungen beider Telekom-Unternehmen im Land gesperrt.

Nicht besonders aufwendig

Ein Land teilweise oder komplett vom Internet zu trennen, ist technisch nicht besonders aufwendig. Sollen nur bestimmte Seiten im Netz nicht angesteuert werden können, erledigt das spezielle Filtersoftware, die automatisch das Netz nach bestimmten Begriffen wie "Demokratie", "amnesty international" oder "Protest" durchforsten und die entsprechenden Seiten sperren. "Die Militärregierung hat im Mai 2004 dafür eine leistungsfähige Software gekauft", sagte Müller. Die gleiche Software ("Fortinet Firewall") werde zum Beispiel auch in Nordrhein-Westfahlen zur Sperrung von Nazi-Seiten genutzt.

Automatisch verhindert

Vor der Zuspitzung des Konflikts habe das Regime in Burma den Zugang zum weltweiten Datennetz ohnehin zu rund 11 Prozent der Seiten automatisch verhindert. Seiten, die sich mit Burma und den Protesten beschäftigt haben, seien sogar zu 85 Prozent nicht erreichbar gewesen. Noch vor einigen Jahren sei der Anteil der Bevölkerung, der über Telefon oder Internet verfügt, unter einem Prozent gelegen.

Für eine komplette oder teilweise Abschaltung des Internet-Zugangs könnten einzelne sogenannte Router ausgeschaltet oder mit Softwarebefehlen manipuliert werden, so dass sie bestimmte Seiten nicht mehr ansteuern. Die Router, wichtige Schaltstellen zwischen den Internet-Leitungen, sorgen für die Verteilung und Weiterleitung der verschickten Datenpakete. Sollte eine Leitung überlastet oder defekt sein, sorgt der Router für gewöhnlich selbstständig dafür, dass die Pakete über einen anderen Weg verschickt werden. "Weltweit gibt es ein paar Millionen Router, in Burma stehen vielleicht gerade einmal ein paar Dutzend", sagte Müller. Um das Land vom Netz abzuschalten, müssten an höchstens vier Router entsprechende Softwarebefehle geschickt werden.

Nahezu ausgeschlossen

Dass tatsächlich ein Unterseekabel gebrochen ist und die Internet-Leitungen im Land dadurch eingefroren seien, wie die staatliche Telekom-Gesellschaft unterdessen behauptet, hält Müller für nahezu ausgeschlossen. Burma verfüge voraussichtlich über drei große Leitungen ins Ausland. Die dortige Telekom werbe sogar mit ihrer eigenen Satellitenverbindung, die bei einem solchen Ausfall einspringen könnte, so Müller. (APA/dpa/Reuters)

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15 Postings
kaotixx
 
00
3.10.2007, 20:31
Weltpolizei

Simply : No Oil-no Bush ! beieve me !

Volkes Stimme
00
30.9.2007, 17:44
Keine Information ist auch eine Info!

Ist wie bei Zensur, man weiß mit wem man es zu tun hat.

ragna
00
30.9.2007, 17:06
wo bleibt bush?

wirds nicht langsam zeit dass sich unsere weltpolizei einschaltet? für friede und menschenrechte sind die doch sonst immer so schnell eingesprungen?!

kaotixx
 
00
3.10.2007, 20:29
Weltpolizei

Naa Du Tschaperl,da gibts doch ka Öl -kaotixx

Ravi Ravendro
00
29.9.2007, 17:37
Die

Regierung von Burma erzählt einen ähnlichen Bullshit wie es viele anderen Regierungen tun, wenn sie die Stimme ihrer Bevölkerung unterdrücken wollen. Gelebter Alltag also. Bloß wird hier eventuell ein Massaker kaschiert.

der Zacharias
03
28.9.2007, 23:15
Wo bleiben die UN-Truppen?

Mingalaba
00
28.9.2007, 20:57
Lustige Firewall

Die Zensur in Myanmar ist teilweise echt lustig. Es war mir z.B. nicht möglich das Webmail einer österreichischen Uni zu verwenden.
Da das ganze so extrem zensuriert ist, wird man in den
Internet Shops gleich über einen Proxy verbunden und beim dritten ausprobierten Proxy hat das Mailen dann auch funktioniert.

salbeitee
00
28.9.2007, 20:46
ernstgemeint?

Mingalaba
12
28.9.2007, 17:34
Informationskanal aufbauen

Die Junta hat das Internet abgeschnitten. Es wird zunehmend schwieriger Informationen aus dem Land zu befördern.

Welche Infrastruktur würde man brauchen um aus dem Land berichten zu können? Also Internet über Satelliten mit starkem uplink, Video-Kameras mit gutem Zoom...

Ich bin bereit, persönlich ein paar Geräte ins Land zu bringen - falls die Geräte in Myanmar nicht erhältlich sind.

Wie schaut so eine Ausrüstung aus? Was kostet das?

fliegenphisher
00
28.9.2007, 22:28
Astra2Connect

Siehe:
http://www.pressetext.at/pte.mc?pt... =070316029

Satellit Astra versorgt allerdings nur Europa, die Anbindung an andere Satelliten, die über Ostasien stehen, dürfte aber kein großes Problem sein. Nachfragen.

Mingalaba
00
30.9.2007, 00:09

Bei Astra hab ich schon mal nachgefragt, das ist unrealistisch.
Wichtig wäre noch, dass man das an eine normale TV-Sat-Schüssel anschliessen kann.

fliegenphisher
00
28.9.2007, 20:11
Satelliten-Internet

Für jemanden, der auf Nummer Sicher gehen möchte, würde ich das sogar HIER in Europa empfehlen. Samt separater Stromversorgung natürlich.

Man weiß nämlich nie, was alles noch kommen kann. Die Vorspiegelung "ewigen Friedens" in "der besten aller Welten" halte ich nämlich für Volksverblödung;-(

SteinFisch
00
28.9.2007, 12:51
frage an experten

natürlich ist hier kein kabel gebrochen, aber wär sowas überhaupt möglich? dass ein land nur einen provider und eine leitung hat?

h 90
00
28.9.2007, 15:14

thailand laeuft alles ueber eine staatliche Gesellschaft, schon alleine wegen der Zensur.

Gargan G
01
28.9.2007, 13:26
ja

es gibt viele länder bzw. Regionen die nur durch ganz wenige kabel mit dem rest der welt verknüpft sind.

obwohlich das gerne wieder einschränken möchte denn es gibt zusätzlich zu kabel auch satelliten und diverse richtfunk/laser-systeme über die daten über den globus geschickt werden. Wenn aber ein land sehr staatlich dominiert ist, ist es leicht möglich das die gesamte netzinfrastruktur von einer stelle verwaltet wird

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