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Arthur Maria Rabenalt (vollständigerweise kommen auch noch Lothar, Konrad, Heinrich und Friedrich als Vornamen dazu) wurde am 25. Juni 1905 in Wien geboren, sein Vater war Notar und Rechtsanwalt. Bereits mit 16 Jahren führte er in einer Operninszenierung am Hessischen Landestheater Darmstadt zum ersten Mal Regie, anschließend ging er als Schauspielregisseur an die Tribüne des Theaters am Kurfürstendamm in Berlin. In Würzburg und später erneut in Darmstadt wandte sich Rabenalt wieder vermehrt der Oper zu, seine avantgardistischen Opernregie-Experimente trugen ihm den Ruf des "Kulturbolschewisten" ein und führten 1933 zum Regieverbot.
Damit wechselte Rabenalt endgültig zum Film, bei dem er davor nur gelegentlich, bei den Regisseuren Alexander Korda und G. W. Pabst, hospitiert hatte. Von Rabenalt stammen aus dieser Zeit etwa Nachaufnahmen von Peter Lorre in der englischen Synchronfassung von Fritz Langs M (1932).
Rabenalt debütierte mit Unterhaltungsfilmen, arbeitete nach dem zeitweiligen Verbot seiner Komödie Ein Kind, ein Hund, ein Vagabund in Frankreich als Dialogregisseur für Jacques Feyder und in Italien. Er begann, sich auf Musikfilme zu spezialisieren (Frauenparadies, Leichte Muse) und drehte mehrere Filme, die im Zirkusmilieu spielen (Männer müssen so sein, Zirkus Renz). Nach 1940 wurde er kurzzeitig als Ko-Regisseur und Regieberater für Leni Riefenstahls Tiefland verpflichtet.
Sein bekanntestes Werk, ... reitet für Deutschland aus dem Jahr 1941 – "ein Klassiker des Deutschland-Deutschland-über-alles-Genres, in dem Paul Klinger als armer Junker den Beweis für germanische Überlegenheit auf dem Turfplatz antritt", schrieb Jahrzehnte später die Süddeutsche Zeitung –, bezeichnete Rabenalt als einen "einzig von einfachen patriotischen Empfindungen getragenen Sportfilm". Er erweist sich durch sein nationales Pathos und eine (nach 1945 herausgeschnittene) antisemitische Sequenz als tendenziöser Film, später als unverziehenes Identifikationsobjekt für einen Regisseur – der nichtsdestotrotz auf dem unpolitischen Charakter seiner Produktionen (darunter der vor Rüstungsspionen warnende "Aufklärungsfilm" Achtung! Feind hört mit! und die Truppenbetreuungsrevue Fronttheater) beharrt.
Nach Kriegsende gründete Rabenalt ein Kabarett in München, wurde später Intendant des im Ostsektor Berlins gelegenen Metropoltheaters, inszenierte aber auch im Westteil der Stadt. In der Bundesrepublik drehte er dann routiniert Musikfilme und Komödien (Der Zigeunerbaron, Das haut einen Seemann doch nicht um), realisierte für die Real-Film in Hamburg aber auch zeitkritische Stoffe (Glücksritter, Die Ehe des Dr. Med. Danwitz). Außerdem veröffentlichte Rabenalt zahlreiche Schriften zu film- und theaterhistorischen Themen, etwa eine Geschichte des erotischen Theaters.
In den Sechzigerjahren arbeitete Rabenalt dann hauptsächlich für das Fernsehen, drehte Lustspiele und Operetten-Adaptionen, produzierte eine Kindersendung und Musikshows (für ARD und ZDF).
Ab den Siebzigerjahren lebte er mit seiner Frau in München und Italien, schrieb zahlreiche "schlüpfrige" Romane, später seine im Privatdruck in mehreren Bänden publizierten Memoiren, ebenso, äußerst ausführlich, ein Buch über Joseph Goebbels, den "Schirmherren des deutschen Films". Noch zu Lebzeiten überließ er sein umfassendes Privatarchiv der Universität in Bayreuth. Rabenalt starb im Februar 1993 im Wildbad Kreuth.
(Material: CineGraph Filmlexikon)
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